Er war Tom Buhrows persönlicher Referent Lmao. Stiefellecker des Stiefelleckers.
Das wäre echt scheiße. Die Welt ist das einzige große und seriöse liberal-konservative Medium in DE. Der Springer-Präambel, die die Berichterstattung in Sachen USA und Israel einseitig vorgeprägt hat, was nie gut ist, und ein paar Taz-Gewächsen wie Frederik Schindler zum Trotz.. Mit Constantin Schreiber und vor allem Serrao (wundere mich immer noch, warum man vom Chefredaktor Deutschland der NZZ eine Nummer von Vielen bei der Welt wird, aber gut) hat man sich kürzlich auch noch zwei weitere gute und ins "Portfolio" passende Leute geholt.
Was gibt es denn sonst. Ich war schon locker 2 Jahre nicht mehr auf der Seite der FAZ fällt mir gerade auf.

FAZ: Bieder, zahnlos, zeitgeistig. Da ist doch schon seit Jahren nicht mal mehr ein konservatives Feigenblatt zugange.
Wo findet man solche Portraits hier sonst noch außer in Nischenblättern:
https://www.welt.de/kultur/article69662 ... chend.html
Wolf Jobst Siedler zum 100.
Das Land der Preußen mit der Seele suchend
Er schrieb über den „Langen Weg in die Hässlichkeit“ und fand Schönheit in einem verfemten Geschichtsort. Als Verleger belebte er die Geschichtsschreibung neu – und glänzte selbst darin. Eine Verneigung vor Wolf Jobst Siedler aus Anlass seines 100. Geburtstags.
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So konnte er denn seine Melancholie in Bücher verströmen, die Untertitel trugen wie „Spaziergänge in Preußens Arkadien“ oder „Ansichten vom beschädigten Deutschland“, nach denen wir in den Achtzigerjahren geradezu süchtig wurden. Denn wir begannen es jetzt zu fühlen, was die Aufbau-Generation, die Handfesteres zu tun gehabt hatte, was aber in der Hauptsache die fanatisierten Utopisten der 68er außer Acht gelassen hatten: dass wir ein Land geworden waren, in dem der Sinn für Formen und Stil, für das Repräsentative und eine historisch vermittelte Identität verloren gegangen war.
Wie auch immer: Siedler konnte mit dem Etikett des Konservatismus gut leben. Mehr noch: Es verhalf ihm zu neuen Ehren. So wie er mit dem Fotoband „Die gemordete Stadt“ als Erster auf die „Tragödie des Wiederaufbaus“ in deutschen Großstädten aufmerksam gemacht hatte (1964!) und mit dazu beitrug, dass jene Bürgerinitiativen entstanden, die sich dann für den Erhalt lebenswerter Altbauten einsetzten, so verhalf er auch einer neuen Geschichtsschreibung zum Durchbruch, die sich von der Obsession für „Strukturen“ verabschiedete und sich wieder zum Erzählen und dem Einfluss der Mächte und Menschen bekannte.
Und die Darstellung der deutschen Geschichte, des „ruhelosen Reiches“ in der Mitte Europas, wurde nun in die Hände brillanter, mentalitätsgeschichtlich geschulter, stilsicherer Historiker gelegt. Was war es nach der Quälerei durch die Etüden von Anhängern der „Bielefelder Schule“ für eine Wohltat, sich nun von Hagen Schulze, Thomas Nipperdey oder last but not least dem dann auch in dieser Zeitung segensreich wirkenden Michael Stürmer über Wege und Wandlungen, Irrungen und Wirrungen der Deutschen in den vergangenen zwei, drei Jahrhunderten belehren zu lassen!
Für einen kurzen Moment gewann die Geschichtswissenschaft wieder jene Diskurshoheit zurück, die sie nach dem Krieg gehabt hatte und die ihr von Politologen, Soziologen und all den dekonstruktivistisch orientierten Herrschaften abgejagt wurde, die sich als „Medientheoretiker“ verstanden, um ihre eigene contradictio in adjecto zu zitieren.
Denn es gab eine sagenhafte Zeit, da waren im alten West-Berlin Intellektuelle wie Siedler, Sombart, Mel Lasky, Arnulf Baring oder Hermann Wiesler nicht nur Gelehrte im stillen Kämmerlein. Vielmehr machten sie ein Haus, pflegten, zusammen mit ihren Frauen, jene bürgerliche Geselligkeit, die sie von ihren Eltern gelernt hatten und die sie ganz selbstverständlich weiter praktizierten. Dort traf sich das kunstsinnige, kulturaffine Berlin und lebte eine Stadtgesellschaft, die sich längst in alle Winde zerstreut hat. Es war eine überschaubare Stadtgesellschaft der kurzen Wege und bekannten Namen. Wer dazugehören wollte, bekam schnell Zugang, man kannte in Berlin keine „noblen Krämpfe“, wie der Schwabe sagt.
Aber all die Namen, die jetzt fielen, wollten natürlich geschmacksbildend sein, sie hatten Maßstäbe, hielten sie hoch und forderten ein, dass man ihnen genüge. Sie holten niemanden ab, wo er stand, und biederten sich nicht politisch korrekt bei wem auch immer an. Man nennt es bürgerliches Selbstbewusstsein. Wie das geht, das konnte man bei Wolf Jobst Siedler als Verleger, Publizist und Citoyen lernen. Man kann es heute noch, denn seine Bücher bleiben.