Kuchen e2d

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Harun
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Re: Kuchen e2d

Jay hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 06:53
Harun hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 05:58
Jay hat geschrieben: zum Beitrag navigieren28. Sep 2026, 16:31
kann halt schnell nach hinten losgehen und ich spreche aus Erfahrung...
Sehr feste Strukturen können temporär vermeintlich helfen.
Sobald du dich dann aber nicht mehr an die Strukturen halten kannst, eskaliert es - was du ja selbst schon beschreibst.
Keine andere Sportart hat so viele Essgestörte und Binge-Eater hervorgebracht wie Bodybuilding bzw. Fitness
Und das liegt halt auch zu einem grossen Teil an den ganzen Strukturen, Ernährungspläne, Clean Foods vs. Bad Foods.
Wenn dann die Strukturen nicht aufrecht erhalten werden können ist direkt "fuck it, let's go"
Das Ganze ist eigentlich relativ einfach zu erklären, hauptsächlich durch Dopamin, Erwartungshaltung ans Essen, Forbidden Fruit Effect.
Wenn dann noch emotionales Essen und genetisch/kindheitsbedingt ein Hang zum Überessen/Übergewicht hinzu kommt ist's noch schwerer.

Für ne Diät kann man mal die Strukturen hochfahren aber man sollte sich nichts generell verbieten, weil das sonst sehr schnell zu nem Kreislauf werden kann, der immer schlimmer wird.
Danke für dein Input.
Leider habe ich noch keine wirkliche alternative zu diesen Strukturen gefunden. Vielleicht müsste ich versuchen, schrittweise etwas lockerer zu lassen.

Dopamin - Ich denke, das ist der entscheidende Faktor. Früher hatte ich die Kicks durch andere Dinge. Jetzt bricht es gelegentlich beim Essen durch. Dann handle ich wie ferngesteuert. Mir ist bewusst, dass es gerade falsch ist, aber das ignoriere ich dann komplett.

Grundsätzlich finde ich meine "neuen" Essgewohnheiten nicht verkehrt. Ich beschäftige mich mehr mit Unverträglichkeiten und esse deutlich gesünder als noch vor ein paar Jahren. Außerdem schmecken mir die Dinge auch richtig gut.
Das mit dem ferngesteuert ist genau das Ding
und dieser Moment, wo man denkt, dass es falsch ist, trägt genau dazu bei, dass wieder geschieht.

man fühlt sich schlecht, hat ein schlechtes Gewissen und denkt sich "das war das letzte Mal" "das nächste Mal mach ich so und so" und entwickelt irgendwelche Strategien und Pläne und verheddert sich noch mehr und wenn dann die Strukturen wieder nicht greifen ist man wieder gleich weit

Dopamin ist eigentlich ein Erwartungshormon.
Sprich, wenn du ein Puzzle löst, schüttet der Prozess an sich wesentlich mehr Dopamin aus, als das vervollständigte Puzzle. Genauso das Grinden nach nem vollen Tier Set in WoW etc.

Durch den heutigen Alltag haben wir halt Dopamin sprichwörtlich auf Knopfdruck bzw. auf Kühlschrank-Öffnung und genau das macht die ganze Sensibilität kaputt.

Durch Verbote und Einschränkungen an die Ernährung, macht man diese
Lebensmittel unterbewusst attraktiver. Die Erwartungshaltung steigt dabei umso mehr.
Jedes Mal, wenn man Kuchen nach dem Essen ablehnt, obwohl man eigentlich möchte, steigt die Erwartungshaltung. "Dieser Kuchen muss ja unglaublich gut sein, wenn ich ihn nicht essen darf"

Und wenn man ihn dann doch mal isst, ist die Chance hoch, dass man dann halt 5 Stücke isst und nicht bloss Eines.
Und danach noch die Reste vom halb-kalten Braten noch dazu. Und noch die angefangene Chips Packung vom Apero und danach noch die Peanutbutter Cookies die schon 3 Wochen in der Schublade liegen etc.

Weil das eine Stück Kuchen nicht der Erwartungshaltung gerecht werden konnte, die man sich über Tage/Wochen (unbewusst) aufgebaut hat. Während der ganzen Tragödie ist das Nervensystem und Gehirn enorm unter Stress und probiert sich irgendwie zu regulieren.
Und das ist dann oft über (noch mehr) essen.
Hast nicht zufällig auch einen Lösungsvorschlag zur Hand?
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Re: Kuchen e2d

Einfach keinen Kühlschrank besitzen und wie ein Tier selbst das Essen sammeln und jagen.
Tiere werden nämlich auch Fett wenn sie grenzenlosen Zugang haben, weshalb ich instinktives Essen für ein unmögliches Gerücht halte.
Ich liebe dich, mich reizt deine Gestalt.
Und bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.
Wo cao ni ma de 71!!
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LeifEriksson
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Re: Kuchen e2d

Zumindest kein Junk daheim horten.
Völlige Verbannung wohl auch eine Essstörung in irgendeiner Form aber irgendeinen Tod muss man sterben, will man auf sich achten aber schafft es nicht anders.

Kein Plan..

Gibt aber auch Leute die dann Lieferando auf die Probe stellen oder zu unmöglichen Zeiten wie besessen zur Tanke fahren oder was halt noch offen hat.

Patentrezept gibt’s eher nicht??
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bilbo hat geschrieben: zum Beitrag navigieren21. Jan 2025, 14:20 Wer "Sempft" schreibt, kann kein schlechter Mensch sein :D
Brick hat geschrieben: zum Beitrag navigieren19. Jan 2026, 10:16 Ich bin ne größere kante als die vom Joghurt
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Re: Kuchen e2d

LeifEriksson hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 07:36 Zumindest kein Junk daheim horten.
Völlige Verbannung wohl auch eine Essstörung in irgendeiner Form aber irgendeinen Tod muss man sterben, will man auf sich achten aber schafft es nicht anders.
Ich lebe nicht allein.
Und meine Familie hat zum Glück einen völlig normalen Bezug zum Essen.
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Re: Kuchen e2d

Harun hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 07:46
LeifEriksson hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 07:36 Zumindest kein Junk daheim horten.
Völlige Verbannung wohl auch eine Essstörung in irgendeiner Form aber irgendeinen Tod muss man sterben, will man auf sich achten aber schafft es nicht anders.
Ich lebe nicht allein.
Und meine Familie hat zum Glück einen völlig normalen Bezug zum Essen.
Ich denke oft an die Zeit allein zurück was das angeht und ich hab noch nichtmal Kinder.
Versteh ich durchaus bei dir erst recht.

;)
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bilbo hat geschrieben: zum Beitrag navigieren21. Jan 2025, 14:20 Wer "Sempft" schreibt, kann kein schlechter Mensch sein :D
Brick hat geschrieben: zum Beitrag navigieren19. Jan 2026, 10:16 Ich bin ne größere kante als die vom Joghurt
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Re: Kuchen e2d

Der olle Freud würde sagen, das ‚Es’ will alles verschlingen, was ihm vor die Luke kommt. Das ‚Über-Ich‘ sagt dir, was ‚man‘ macht z. B. aufhören zu essen, wenn man satt ist.
Ein gesundes ‚Ich‘ findet seine eigene Lösung dazwischen und steht dazu. Ein schwaches Ich wird einem der beiden Ausschläge folgen.
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Jay
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Re: Kuchen e2d

das hat nichts mit Schwach zu tun.
Essstörungen sind vielschichtig und werden nicht ohne Grund sehr oft psychologisch behandelt, unter anderem in gezielten Anstalten. Oder ist eine depressive Person auch schwach? sie könnte ja auch einfach glücklich sein, ist ja nicht so schwer
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Jay
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Re: Kuchen e2d

Harun hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 07:30
Jay hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 06:53
Harun hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 05:58

Danke für dein Input.
Leider habe ich noch keine wirkliche alternative zu diesen Strukturen gefunden. Vielleicht müsste ich versuchen, schrittweise etwas lockerer zu lassen.

Dopamin - Ich denke, das ist der entscheidende Faktor. Früher hatte ich die Kicks durch andere Dinge. Jetzt bricht es gelegentlich beim Essen durch. Dann handle ich wie ferngesteuert. Mir ist bewusst, dass es gerade falsch ist, aber das ignoriere ich dann komplett.

Grundsätzlich finde ich meine "neuen" Essgewohnheiten nicht verkehrt. Ich beschäftige mich mehr mit Unverträglichkeiten und esse deutlich gesünder als noch vor ein paar Jahren. Außerdem schmecken mir die Dinge auch richtig gut.
Das mit dem ferngesteuert ist genau das Ding
und dieser Moment, wo man denkt, dass es falsch ist, trägt genau dazu bei, dass wieder geschieht.

man fühlt sich schlecht, hat ein schlechtes Gewissen und denkt sich "das war das letzte Mal" "das nächste Mal mach ich so und so" und entwickelt irgendwelche Strategien und Pläne und verheddert sich noch mehr und wenn dann die Strukturen wieder nicht greifen ist man wieder gleich weit

Dopamin ist eigentlich ein Erwartungshormon.
Sprich, wenn du ein Puzzle löst, schüttet der Prozess an sich wesentlich mehr Dopamin aus, als das vervollständigte Puzzle. Genauso das Grinden nach nem vollen Tier Set in WoW etc.

Durch den heutigen Alltag haben wir halt Dopamin sprichwörtlich auf Knopfdruck bzw. auf Kühlschrank-Öffnung und genau das macht die ganze Sensibilität kaputt.

Durch Verbote und Einschränkungen an die Ernährung, macht man diese
Lebensmittel unterbewusst attraktiver. Die Erwartungshaltung steigt dabei umso mehr.
Jedes Mal, wenn man Kuchen nach dem Essen ablehnt, obwohl man eigentlich möchte, steigt die Erwartungshaltung. "Dieser Kuchen muss ja unglaublich gut sein, wenn ich ihn nicht essen darf"

Und wenn man ihn dann doch mal isst, ist die Chance hoch, dass man dann halt 5 Stücke isst und nicht bloss Eines.
Und danach noch die Reste vom halb-kalten Braten noch dazu. Und noch die angefangene Chips Packung vom Apero und danach noch die Peanutbutter Cookies die schon 3 Wochen in der Schublade liegen etc.

Weil das eine Stück Kuchen nicht der Erwartungshaltung gerecht werden konnte, die man sich über Tage/Wochen (unbewusst) aufgebaut hat. Während der ganzen Tragödie ist das Nervensystem und Gehirn enorm unter Stress und probiert sich irgendwie zu regulieren.
Und das ist dann oft über (noch mehr) essen.
Hast nicht zufällig auch einen Lösungsvorschlag zur Hand?
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Harun
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Re: Kuchen e2d

LeifEriksson hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 07:48
Harun hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 07:46
LeifEriksson hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 07:36 Zumindest kein Junk daheim horten.
Völlige Verbannung wohl auch eine Essstörung in irgendeiner Form aber irgendeinen Tod muss man sterben, will man auf sich achten aber schafft es nicht anders.
Ich lebe nicht allein.
Und meine Familie hat zum Glück einen völlig normalen Bezug zum Essen.
Ich denke oft an die Zeit allein zurück was das angeht und ich hab noch nichtmal Kinder.
Versteh ich durchaus bei dir erst recht.

;)
Wobei ich da auch wirklich volle Unterstützung habe.
Meine Frau hatte auch schon alles aussortiert und dann nichts mehr gekauft. Das war dann allerdings der Punkt, an dem ich selbst die Reißleine gezogen habe.
Möchte nicht, dass sie sich wegen mir einschränken müssen.
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ARRG
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Re: Kuchen e2d

Nicht zu vergessen, dass man als Kind oft zu hören bekam "Iss deinen Teller leer" und man lernt über das damals noch intakte Sättigungsgefühl hinaus zu stopfen.
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Harun
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Re: Kuchen e2d

ARRG hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 08:34 Nicht zu vergessen, dass man als Kind oft zu hören bekam "Iss deinen Teller leer" und man lernt über das damals noch intakte Sättigungsgefühl hinaus zu stopfen.
War bei uns nie ein Thema.
Allerdings waren wir 5 Kinder am Tisch und ich war der Jüngste.
Da musste ich mich beeilen, damit ich was abbekomme :-)
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Jay
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Re: Kuchen e2d

Harun hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 07:30
Jay hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 06:53
Harun hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 05:58

Danke für dein Input.
Leider habe ich noch keine wirkliche alternative zu diesen Strukturen gefunden. Vielleicht müsste ich versuchen, schrittweise etwas lockerer zu lassen.

Dopamin - Ich denke, das ist der entscheidende Faktor. Früher hatte ich die Kicks durch andere Dinge. Jetzt bricht es gelegentlich beim Essen durch. Dann handle ich wie ferngesteuert. Mir ist bewusst, dass es gerade falsch ist, aber das ignoriere ich dann komplett.

Grundsätzlich finde ich meine "neuen" Essgewohnheiten nicht verkehrt. Ich beschäftige mich mehr mit Unverträglichkeiten und esse deutlich gesünder als noch vor ein paar Jahren. Außerdem schmecken mir die Dinge auch richtig gut.
Das mit dem ferngesteuert ist genau das Ding
und dieser Moment, wo man denkt, dass es falsch ist, trägt genau dazu bei, dass wieder geschieht.

man fühlt sich schlecht, hat ein schlechtes Gewissen und denkt sich "das war das letzte Mal" "das nächste Mal mach ich so und so" und entwickelt irgendwelche Strategien und Pläne und verheddert sich noch mehr und wenn dann die Strukturen wieder nicht greifen ist man wieder gleich weit

Dopamin ist eigentlich ein Erwartungshormon.
Sprich, wenn du ein Puzzle löst, schüttet der Prozess an sich wesentlich mehr Dopamin aus, als das vervollständigte Puzzle. Genauso das Grinden nach nem vollen Tier Set in WoW etc.

Durch den heutigen Alltag haben wir halt Dopamin sprichwörtlich auf Knopfdruck bzw. auf Kühlschrank-Öffnung und genau das macht die ganze Sensibilität kaputt.

Durch Verbote und Einschränkungen an die Ernährung, macht man diese
Lebensmittel unterbewusst attraktiver. Die Erwartungshaltung steigt dabei umso mehr.
Jedes Mal, wenn man Kuchen nach dem Essen ablehnt, obwohl man eigentlich möchte, steigt die Erwartungshaltung. "Dieser Kuchen muss ja unglaublich gut sein, wenn ich ihn nicht essen darf"

Und wenn man ihn dann doch mal isst, ist die Chance hoch, dass man dann halt 5 Stücke isst und nicht bloss Eines.
Und danach noch die Reste vom halb-kalten Braten noch dazu. Und noch die angefangene Chips Packung vom Apero und danach noch die Peanutbutter Cookies die schon 3 Wochen in der Schublade liegen etc.

Weil das eine Stück Kuchen nicht der Erwartungshaltung gerecht werden konnte, die man sich über Tage/Wochen (unbewusst) aufgebaut hat. Während der ganzen Tragödie ist das Nervensystem und Gehirn enorm unter Stress und probiert sich irgendwie zu regulieren.
Und das ist dann oft über (noch mehr) essen.
Hast nicht zufällig auch einen Lösungsvorschlag zur Hand?
also
wall of text inc.
ist natürlich alles sehr individuell....

generell
- Schlaf optimieren: Schlechter/ungenügender Schlaf reduziert die Belastungsfähigkeit, beinflusst Ghrelin und Leptin negativ etc.
- daher auch tendenziell nicht zu spät essen
- wenn man "echten" physiologischen Hunger hat, sollte man auch zeitnah was essen. Muss nicht sofort sein aber schon bald. Der Körper muss wieder lernen, dass ee Nahrung bekommen kann, wenn er es benötigt und man lernt wieder mehr auf die eigenen Signale zu hören.
- daher auch lange Fastenphasen über den Tag vermeiden, wenn's nicht passt. Keine "ah ich hab gestern xxx zu viel gegessen, jetzt faste ich bis nachmittags um 15:00 und trainiere noch nüchtern etc.
- kein regelmässiges Kalorien "aufsparen". Das fördert im Unterbewusstsein genau diese Erwartungshaltung 'ah ich esse den ganzen Tag kaum was, nur um beim AYCE abends dann fast zu kotzen"
- kein Kompensieren durch übermässiges Cardio oder starke Restriktionen. Das fördert im Unterbewusstsein, dass (enormes!) Überessen "okay" ist und "normal" wird... man kann es ja danach ausgleichen....."ab morgen Diät-Neustart" etc.
- Darmgesundheit optimieren
- Sich auf das Positive fokusieren. Nicht "ah ich habe 70g Nudeln zu viel gegessen ich bin sone Schwuchtel, jetzt ess ich direkt die Pfanne leer"
- Akzeptieren, dass nicht jeder Tag gut läuft

Dann spezifisch bezüglich emotionalem Essen / Regulation
- Stress reduzieren über den Tag und Auszeiten schaffen. Ganz wichtig vor allem für Leute die den ganzen Tag auf Draht sind und enorm viel um die Ohren haben.
- identifizieren, was in den Stunden und am Tag vor einer "Eskalation" passiert ist, was man gemacht hat, wie man gegessen hat etc. und warum es dann so weit kam - und da ansetzen

Wenn man den "Drang" verspürt sich zu so richtig zu Überessen gibt's diverse Strategien... Ablenkung, Kaugummi, Raum wechseln, Spazieren gehen, Zähne putzen, kaltes Wasser ins Gesicht etc.
Das hilft, das Nervensystem aus diesem gestressten "Fight or Flight" Modus zu holen
Das kann funktionieren, oder auch nicht.

Ride the Urge ist auch so ein Vorgehen, aber so wie du's beschreibst ist dein Problem schon vorher und der Drang ist so stark, dass ea fast unmöglich ist, ihn auszuhalten.

Wenn man Essen als Ausweg oder zur emotionalen Regulation benötigt, bzw. als Ventil zum Dampf ablassen, zur Betäubung etc.
dann muss man da ansetzen

genauso, wie wenn man sich tagelang auf ein bestimmtes Ereignis freut, weil es da xyz zu Essen gibt - oder man wieder mal "richtig" essen darf
ebenfalls, wenn man "Angst" vor gewissen Ereignissen oder Lebensmittel hat, weil es eskalieren könnte.

Lebensmittel generell zu verbieten ist meiner Meinung nach der falsche Weg.
"Problematische" Lebensmittel nicht mehr zu horten ist evtl. kurz- bis mittelfristige Schadensbegrenzung, ändert aber nichts am grundlegenden Problem

Kompletter Freifahrtschein bezüglich Essen kann aber auch sehr riskant sein. Daher würde ich schrittweise die Strukturen lockern und Triggerfoods kontrolliert in die Ernährung integrieren, bis Sie wieder normal werden.

Sind nicht spezifische Lebensmittel das Problem, sondern das generelle Setting, Erwartungshaltung etc. dann da ansetzen
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Re: Kuchen e2d

Jay hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 08:53
Harun hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 07:30
Jay hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 06:53
Das mit dem ferngesteuert ist genau das Ding
und dieser Moment, wo man denkt, dass es falsch ist, trägt genau dazu bei, dass wieder geschieht.

man fühlt sich schlecht, hat ein schlechtes Gewissen und denkt sich "das war das letzte Mal" "das nächste Mal mach ich so und so" und entwickelt irgendwelche Strategien und Pläne und verheddert sich noch mehr und wenn dann die Strukturen wieder nicht greifen ist man wieder gleich weit

Dopamin ist eigentlich ein Erwartungshormon.
Sprich, wenn du ein Puzzle löst, schüttet der Prozess an sich wesentlich mehr Dopamin aus, als das vervollständigte Puzzle. Genauso das Grinden nach nem vollen Tier Set in WoW etc.

Durch den heutigen Alltag haben wir halt Dopamin sprichwörtlich auf Knopfdruck bzw. auf Kühlschrank-Öffnung und genau das macht die ganze Sensibilität kaputt.

Durch Verbote und Einschränkungen an die Ernährung, macht man diese
Lebensmittel unterbewusst attraktiver. Die Erwartungshaltung steigt dabei umso mehr.
Jedes Mal, wenn man Kuchen nach dem Essen ablehnt, obwohl man eigentlich möchte, steigt die Erwartungshaltung. "Dieser Kuchen muss ja unglaublich gut sein, wenn ich ihn nicht essen darf"

Und wenn man ihn dann doch mal isst, ist die Chance hoch, dass man dann halt 5 Stücke isst und nicht bloss Eines.
Und danach noch die Reste vom halb-kalten Braten noch dazu. Und noch die angefangene Chips Packung vom Apero und danach noch die Peanutbutter Cookies die schon 3 Wochen in der Schublade liegen etc.

Weil das eine Stück Kuchen nicht der Erwartungshaltung gerecht werden konnte, die man sich über Tage/Wochen (unbewusst) aufgebaut hat. Während der ganzen Tragödie ist das Nervensystem und Gehirn enorm unter Stress und probiert sich irgendwie zu regulieren.
Und das ist dann oft über (noch mehr) essen.
Hast nicht zufällig auch einen Lösungsvorschlag zur Hand?
also
wall of text inc.
ist natürlich alles sehr individuell....

generell
- Schlaf optimieren: Schlechter/ungenügender Schlaf reduziert die Belastungsfähigkeit, beinflusst Ghrelin und Leptin negativ etc.
- daher auch tendenziell nicht zu spät essen
- wenn man "echten" physiologischen Hunger hat, sollte man auch zeitnah was essen. Muss nicht sofort sein aber schon bald. Der Körper muss wieder lernen, dass ee Nahrung bekommen kann, wenn er es benötigt und man lernt wieder mehr auf die eigenen Signale zu hören.
- daher auch lange Fastenphasen über den Tag vermeiden, wenn's nicht passt. Keine "ah ich hab gestern xxx zu viel gegessen, jetzt faste ich bis nachmittags um 15:00 und trainiere noch nüchtern etc.
- kein regelmässiges Kalorien "aufsparen". Das fördert im Unterbewusstsein genau diese Erwartungshaltung 'ah ich esse den ganzen Tag kaum was, nur um beim AYCE abends dann fast zu kotzen"
- kein Kompensieren durch übermässiges Cardio oder starke Restriktionen. Das fördert im Unterbewusstsein, dass (enormes!) Überessen "okay" ist und "normal" wird... man kann es ja danach ausgleichen....."ab morgen Diät-Neustart" etc.
- Darmgesundheit optimieren
- Sich auf das Positive fokusieren. Nicht "ah ich habe 70g Nudeln zu viel gegessen ich bin sone Schwuchtel, jetzt ess ich direkt die Pfanne leer"
- Akzeptieren, dass nicht jeder Tag gut läuft

Dann spezifisch bezüglich emotionalem Essen / Regulation
- Stress reduzieren über den Tag und Auszeiten schaffen. Ganz wichtig vor allem für Leute die den ganzen Tag auf Draht sind und enorm viel um die Ohren haben.
- identifizieren, was in den Stunden und am Tag vor einer "Eskalation" passiert ist, was man gemacht hat, wie man gegessen hat etc. und warum es dann so weit kam - und da ansetzen

Wenn man den "Drang" verspürt sich zu so richtig zu Überessen gibt's diverse Strategien... Ablenkung, Kaugummi, Raum wechseln, Spazieren gehen, Zähne putzen, kaltes Wasser ins Gesicht etc.
Das hilft, das Nervensystem aus diesem gestressten "Fight or Flight" Modus zu holen
Das kann funktionieren, oder auch nicht.

Ride the Urge ist auch so ein Vorgehen, aber so wie du's beschreibst ist dein Problem schon vorher und der Drang ist so stark, dass ea fast unmöglich ist, ihn auszuhalten.

Wenn man Essen als Ausweg oder zur emotionalen Regulation benötigt, bzw. als Ventil zum Dampf ablassen, zur Betäubung etc.
dann muss man da ansetzen

genauso, wie wenn man sich tagelang auf ein bestimmtes Ereignis freut, weil es da xyz zu Essen gibt - oder man wieder mal "richtig" essen darf
ebenfalls, wenn man "Angst" vor gewissen Ereignissen oder Lebensmittel hat, weil es eskalieren könnte.

Lebensmittel generell zu verbieten ist meiner Meinung nach der falsche Weg.
"Problematische" Lebensmittel nicht mehr zu horten ist evtl. kurz- bis mittelfristige Schadensbegrenzung, ändert aber nichts am grundlegenden Problem

Kompletter Freifahrtschein bezüglich Essen kann aber auch sehr riskant sein. Daher würde ich schrittweise die Strukturen lockern und Triggerfoods kontrolliert in die Ernährung integrieren, bis Sie wieder normal werden.

Sind nicht spezifische Lebensmittel das Problem, sondern das generelle Setting, Erwartungshaltung etc. dann da ansetzen
Das war jetzt alles sehr auf die Psycholgie bezogen
ergänzend:

- proteinreich, Gemüse blabla
- langsam essen, kein Smartphone/TV während dem Essen
- mehr auf den Bauch hören. Klingt lächerlich aber solche "Bauch Check-ins" machen und sich aktiv fragen, "was braucht mein Bauch" - und dann danach gehen und nicht nur ständig nach dem Kopf
- langsam essen, bewusst essen, bewusst kauen gecshmäcker wahrnehmen
- nach dem Essen das Essen aktiv abschliessen und sich sagen "das war gut, ich bin satt"
- wenn das Essen nicht gut wa -> anpassen. Das alltägliche Essen soll gut schmecken und befriedigend sein, aber auch nicht zu extrem
- Falls man vor dem Essen gestresst ist, bzw. langsam Essen gar nicht möglich ist, vorher grounde, tief durchatmen, vor sich hinsummen, bisschen bewegen und dafür sorgen, dass das nicht mehr passiert (siehe vorigee Post, früher essen, emotional anders regulieren)
- Essen als Genuss und Regulation ist ok, soll aber nicht die einzige Methode sein
- Wenn man Heisshunger hat, bzw. Binge Risiko, sich aktiv fragen "was brauche/will ich jetzt eigentlich" Oft ist man ja schon voll und braucht gar nicht mehr Essen, sondern was Anderes... Spass, weniger Stress, Zuneigung, Anerkennung, Schlaf, Ruhe etc.
man wird nicht direkt die Antwort finden, aber sich diese Frage immer wieder zu stellen, sorgt dafür aus diesem "Autopilot" auszubrechen und irgendwann evtl. die Antwort zu finden

und auch wichtig: Wenn diese ganzen Regeln und Strategien zu viel stressen, dann teilweise ignorieren
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Re: Kuchen e2d

Jay hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 08:53
Harun hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 07:30
Jay hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 06:53
Das mit dem ferngesteuert ist genau das Ding
und dieser Moment, wo man denkt, dass es falsch ist, trägt genau dazu bei, dass wieder geschieht.

man fühlt sich schlecht, hat ein schlechtes Gewissen und denkt sich "das war das letzte Mal" "das nächste Mal mach ich so und so" und entwickelt irgendwelche Strategien und Pläne und verheddert sich noch mehr und wenn dann die Strukturen wieder nicht greifen ist man wieder gleich weit

Dopamin ist eigentlich ein Erwartungshormon.
Sprich, wenn du ein Puzzle löst, schüttet der Prozess an sich wesentlich mehr Dopamin aus, als das vervollständigte Puzzle. Genauso das Grinden nach nem vollen Tier Set in WoW etc.

Durch den heutigen Alltag haben wir halt Dopamin sprichwörtlich auf Knopfdruck bzw. auf Kühlschrank-Öffnung und genau das macht die ganze Sensibilität kaputt.

Durch Verbote und Einschränkungen an die Ernährung, macht man diese
Lebensmittel unterbewusst attraktiver. Die Erwartungshaltung steigt dabei umso mehr.
Jedes Mal, wenn man Kuchen nach dem Essen ablehnt, obwohl man eigentlich möchte, steigt die Erwartungshaltung. "Dieser Kuchen muss ja unglaublich gut sein, wenn ich ihn nicht essen darf"

Und wenn man ihn dann doch mal isst, ist die Chance hoch, dass man dann halt 5 Stücke isst und nicht bloss Eines.
Und danach noch die Reste vom halb-kalten Braten noch dazu. Und noch die angefangene Chips Packung vom Apero und danach noch die Peanutbutter Cookies die schon 3 Wochen in der Schublade liegen etc.

Weil das eine Stück Kuchen nicht der Erwartungshaltung gerecht werden konnte, die man sich über Tage/Wochen (unbewusst) aufgebaut hat. Während der ganzen Tragödie ist das Nervensystem und Gehirn enorm unter Stress und probiert sich irgendwie zu regulieren.
Und das ist dann oft über (noch mehr) essen.
Hast nicht zufällig auch einen Lösungsvorschlag zur Hand?
- Sich auf das Positive fokusieren. Nicht "ah ich habe 70g Nudeln zu viel gegessen ich bin sone Schwuchtel, jetzt ess ich direkt die Pfanne leer"
der war gut :-)
Mein Log: Im Osten nichts Neues by NickyJr: viewtopic.php?t=2593
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Re: Kuchen e2d

Jay hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Sep 2026, 08:02 das hat nichts mit Schwach zu tun.
Essstörungen sind vielschichtig und werden nicht ohne Grund sehr oft psychologisch behandelt, unter anderem in gezielten Anstalten. Oder ist eine depressive Person auch schwach? sie könnte ja auch einfach glücklich sein, ist ja nicht so schwer
Tatsächlich glaube ich das bis zu eben gewissen grad manchmal. Zumindest kann ich als (logischerweise) Laie mir nicht erklären was der Grund für den sprunghaften Anstieg psychischer Erkrankung in den letzten Jahren ist. Oder bessere Formulierung: ich glaube der Begriff Depression wird inzwischen inflationär verwendet
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