The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?
Im Krankenhaus haben die nur geröntgt und eine Gelenksstütze verschrieben. Brüche sind ausgeschlossen. Ist angerissen oder ganz gerissen. So oder so ein paar Wochen Pause. Gehe jetzt zu einem Spezialisten, um genaueres abzuklären.
„Du musst dir aber zuerst die Frage stellen: Will Ich Sub20 laufen? Dazu gehört mehr als 3x die Woche für die Gesundheit durch die Gegend joggen. Da muss man wollen!“ (Rolli)
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?
Wird schon. Falls es komplett abschwillt und ich bis Ende der Woche problemlos gehen kann, werde ich kommende Woche mit Stabi-Übungen, Wadenheben und Bike im Studio anfangen. Der Arzt meinte schon, Berlin müsste eigentlich trotzdem gehen.
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?
Pitz Alpine Glacier Trail 2026 – Wiedergutmachung beim höchsten Marathon der Alpen (Part 1)
Durch Zufall an den Start
Dass ich nach fast genau einem Jahr einen erneuten Angriff auf einen hochalpinen Gletschermarathon unternehmen würde, war eher dem reinen Zufall geschuldet. Im Freundeskreis haben wir es uns zur Tradition gemacht, alle zwei Jahre eine Woche im Sommer für einen Wander- bzw. Bergsteigerurlaub in den Alpen einzuplanen. Nach dem Auftakt 2024 in Garmisch hatten wir uns jetzt für die letzte Juliwoche das schöne Pitztal ausgesucht. Das Fiasko beim Düsseldorf Marathon hatte mich ohnehin dazu veranlasst, mal wieder nach Bewerben Ausschau zu halten, die eher weg von der Jagd nach einer schnellen Pace gehen und andere Herausforderungen bereithalten. Zufälligerweise brachte mich eine kurze Recherche auf den Ultramarathon im Pitztal, der in der Szene als mit der schwierigste und technischste Kurs mal zumindest in ganz Österreich gilt. Der Termin lag auch noch am letzten vollen Tag unseres Aufenthaltes. Kurzentschlossen sprach ich mein Vorhaben mit der Truppe ab und versicherte dabei, dass ich trotz Ultra alle geplanten Touren im Vorfeld voll mitmachen würde. Mit der Zusage hatte keiner der Beteiligten mehr Einwände und ich konnte meinen Startplatz frohen Mutes buchen. Traumhafte Aussichten im Pitztal
Da ich die Woche vor dem „Jungsgtrip“ im Strandurlaub auf Korfu und in Albanien verbracht hatte und ohnehin recht gemütlich in den Marathon-Block gestartet war, ging ich erholt und mit richtig guter Stimmung auf die achtstündige Autofahrt von NRW ins schöne Tirol. Mein Fokus in den Wochen vor dem Trail Marathon lag vor allem auf moderaten Zone 2 Läufen durch hügeliges Terrain mit Trail-Anteil sowie längeren Läufen mit möglichst vielen Höhenmetern für NRW-Verhältnisse. Das hat auch ganz gut funktioniert und ich ging mit einer soliden Basis auf die Reise. In der Unterkunft angekommen losten wir erstmal aus, wer in die drei Einzelzimmer ziehen und wer sich das Doppelzimmer teilen musste. Ich hatte Glück und zog ins Untergeschoss, wo ich sogar mein eigenes Bad hatte. Von unserer Unterkunft in Jerzens hatten wir einen traumhaften Ausblick auf das Bergpanorama rings um uns herum.
Die Jungs hatten sich bei Komoot zwei Touren rausgesucht, die angeblich jeweils knapp unter bzw. über 6 Stunden dauern sollten. Beim Blick auf die Karte/Daten der Touren und dem Fitnesslevel meiner Freunde hatte ich da so meine Zweifel, wollte allerdings nicht den Spielverderben spielen. Am ersten vollen Tag, dem Dienstag, stand eine Tour über den Wildgrat durch ein steiles Schotterfeld und die Besteigung des Wildgrat-Gipfels (ca. 2900 m) sowie der Hochzeiger (ca. 2500 m) auf dem Programm. Das wäre eine Tour mit 14 km Distanz und 2000 Höhenmetern geworden. Durch die vielen Pausen haben wir viel zu lange gebraucht, als dass wir die angepeilte letzte Bahn auf dem Hochzeiger um 16 Uhr hätten bekommen können. Nachdem die Jungs das auch realisiert hatten, habe ich eine alternative Abstiegsroute rausgesucht, die uns am Ende über 21 km geführt hat. Da einige sich auch zu wenig Verpflegung eingepackt hatten, habe ich mein Wasser und auch meine letzten Gel-Tütchen den anderen abgetreten. Das war auch bitter nötig, da sich zwei wirklich über 20 Minuten gar nicht mehr bewegen konnten/wollten und nur durch die „Zucker-Kur“ wieder ans Laufen gebracht werden konnten. Danach mussten wir auch erstmal einen Tag Pause einlegen, den wir im Freibad auf 2000 Meter Höhe verbracht haben. Für mich war der Ausflug zwar durchweg im Wohlfühlbereich geblieben, aber ich merkte dann doch den Muskelkater in den Oberschenkeln und fragte mich langsam, ob der Körper so viel einstecken kann, bevor es richtig losgeht. Streckeninspektion am Gletscher
Nach dem Lecken unserer Wunden konnte es am Donnerstag dann doch mit frischer Motivation weitergehen. Am Mittwochabend noch hatten wir von unserer großen Veranda aus das Unwetterspektakel am Berg aus mit einem lokalen Bier bewundert. Dass uns das am nächsten Morgen zum Verhängnis werden könnte, war uns da noch nicht bewusst.
Um einem weiteren Fiasko wie am Dienstag zu entgehen, sind wir alle um 5 Uhr aufgestanden und frühzeitig in Richtung Mandarfen gefahren, von wo aus es Richtung Taschachhaus, Pitztal Gletscher, Gipfel des Hinternen Brunnenkogels auf 3.440 Meter Höhe zum höchsten Cafe der Alpen führen sollte. Kurz vor dem Ort und unserem Ausgangspunkt stoppte uns allerdings ein reisiger Murenabgang, der vom Abhang aus die ganze Straße überschwemmt hatte. Auf beiden Straßenseiten war absolut kein Durchkommen mehr. Wir parkten das Auto am Wanderparkplatz und sprachen mit den Einheimischen vom Verkehrsdienst, die sich schon mit einem Bagger ans Aufräumen gemacht hatten. Die waren super entspannt und meinten, wir sollten einfach von Stein zu Stein auf die andere Seite und über den dazwischen fließenden Fluss springen. Das hat dann auch ganz gut funktioniert und wir kamen relativ unbeschadet auf die andere Seite und konnten losmarschieren. Dadurch haben wir ca. 6 km auf die eigentlich wieder 14 Kilometer umfassende Tour draufgeschlagen. Dafür wurden wir aber auch mit der schönsten hochalpinen Tour belohnt, die ich bis dato gemacht habe. Hier eine ganz große Empfehlung, wer auch mal in der Gegend ist. Ab dem Taschachhaus wechseln sich tolle Kletterpassagen, Gletscherseen, anspruchsvolle und steile Schotterfelder sowie Steige über den Grat zum Gipfel ab und man hat permanent den Blick nach rechts auf den eindrucksvollen Gletscher mit der verschneiten Wildspitze. Wirklich ganz, ganz toll. Wird mir für immer in Erinnerung bleiben. Der Klettersteig am Ende von 3.200 auf 3.400 Meter hatte es bei der Höhe wirklich in sich. Die Passagen waren absolut frei kletterbar und beherrschbar. Wir waren ohne Kletterset am Berg. Bei der Höhe merkt man aber einfach, dass sich etwas anders anfühlt und mir war anfangs etwas „schwummerig“. Deshalb war ich vorsichtig und am Ende auch glücklich, den Gipfel zu erreichen. Fast wäre uns der Gipfelsturm aber zum Verhängnis geworden, da uns eine böse Überraschung erwartete. Durch den Murenabgang waren auch einige Leitungen am Berg beschädigt worden, sodass der Gletscherexpress für diesen Tag aussetzte. Ich hatte extra noch die Wirtin auf der Hütte gefragt und diese hatte mir bestätigt, dass die Gondel normal fährt. In diesem Fall hätten wir um 15 Uhr nachmittags ohne nennenswerten Proviant den Klettersteig wieder herunter und ca. 4 Stunden zur Hütte absteigen müssen. Glücklicherweise fand sich ein Techniker in der Station, der gerade Scheiße abpumpte, da die Leitungen zersprengt waren. Er rief kurz seinen Chef an und wir konnten mit einer „Extragondel“ herunterfahren. Wirklich ganz großes Kino. Musste dann noch zu einem Pärchen sprinten, das kurz nach uns in den Steig gegangen war, um zu erklären, dass jetzt die einzige Gondel für heute fährt. Die waren auch komplett durch und erleichtert darüber. Glücklich wanderten wir bis zum Auto zurück und feierten die Tour bei Radler und Schnitzel Wiener Art. Was ich allerdings am Freitag merkte, waren meine Oberschenkel. Ich hatte selten so einen brutalen Muskelkater verspürt wie zu diesem Zeitpunkt. Und am nächsten Morgen um 4.00 Uhr sollte das härteste Rennen meines Lebens über 45 km und 2900 Höhenmetern starten. Ehrlicherweise war ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht ganz sicher, ob ich das nach 40 km und 4000 Höhenmetern Vorbelastung wie geplant durchziehen konnte. Selbst meine Freunde haben mir nach dem Rennen gesagt, dass sie das unter sich für unmöglich gehalten haben.
Dass ich nach fast genau einem Jahr einen erneuten Angriff auf einen hochalpinen Gletschermarathon unternehmen würde, war eher dem reinen Zufall geschuldet. Im Freundeskreis haben wir es uns zur Tradition gemacht, alle zwei Jahre eine Woche im Sommer für einen Wander- bzw. Bergsteigerurlaub in den Alpen einzuplanen. Nach dem Auftakt 2024 in Garmisch hatten wir uns jetzt für die letzte Juliwoche das schöne Pitztal ausgesucht. Das Fiasko beim Düsseldorf Marathon hatte mich ohnehin dazu veranlasst, mal wieder nach Bewerben Ausschau zu halten, die eher weg von der Jagd nach einer schnellen Pace gehen und andere Herausforderungen bereithalten. Zufälligerweise brachte mich eine kurze Recherche auf den Ultramarathon im Pitztal, der in der Szene als mit der schwierigste und technischste Kurs mal zumindest in ganz Österreich gilt. Der Termin lag auch noch am letzten vollen Tag unseres Aufenthaltes. Kurzentschlossen sprach ich mein Vorhaben mit der Truppe ab und versicherte dabei, dass ich trotz Ultra alle geplanten Touren im Vorfeld voll mitmachen würde. Mit der Zusage hatte keiner der Beteiligten mehr Einwände und ich konnte meinen Startplatz frohen Mutes buchen. Traumhafte Aussichten im Pitztal
Da ich die Woche vor dem „Jungsgtrip“ im Strandurlaub auf Korfu und in Albanien verbracht hatte und ohnehin recht gemütlich in den Marathon-Block gestartet war, ging ich erholt und mit richtig guter Stimmung auf die achtstündige Autofahrt von NRW ins schöne Tirol. Mein Fokus in den Wochen vor dem Trail Marathon lag vor allem auf moderaten Zone 2 Läufen durch hügeliges Terrain mit Trail-Anteil sowie längeren Läufen mit möglichst vielen Höhenmetern für NRW-Verhältnisse. Das hat auch ganz gut funktioniert und ich ging mit einer soliden Basis auf die Reise. In der Unterkunft angekommen losten wir erstmal aus, wer in die drei Einzelzimmer ziehen und wer sich das Doppelzimmer teilen musste. Ich hatte Glück und zog ins Untergeschoss, wo ich sogar mein eigenes Bad hatte. Von unserer Unterkunft in Jerzens hatten wir einen traumhaften Ausblick auf das Bergpanorama rings um uns herum.
Die Jungs hatten sich bei Komoot zwei Touren rausgesucht, die angeblich jeweils knapp unter bzw. über 6 Stunden dauern sollten. Beim Blick auf die Karte/Daten der Touren und dem Fitnesslevel meiner Freunde hatte ich da so meine Zweifel, wollte allerdings nicht den Spielverderben spielen. Am ersten vollen Tag, dem Dienstag, stand eine Tour über den Wildgrat durch ein steiles Schotterfeld und die Besteigung des Wildgrat-Gipfels (ca. 2900 m) sowie der Hochzeiger (ca. 2500 m) auf dem Programm. Das wäre eine Tour mit 14 km Distanz und 2000 Höhenmetern geworden. Durch die vielen Pausen haben wir viel zu lange gebraucht, als dass wir die angepeilte letzte Bahn auf dem Hochzeiger um 16 Uhr hätten bekommen können. Nachdem die Jungs das auch realisiert hatten, habe ich eine alternative Abstiegsroute rausgesucht, die uns am Ende über 21 km geführt hat. Da einige sich auch zu wenig Verpflegung eingepackt hatten, habe ich mein Wasser und auch meine letzten Gel-Tütchen den anderen abgetreten. Das war auch bitter nötig, da sich zwei wirklich über 20 Minuten gar nicht mehr bewegen konnten/wollten und nur durch die „Zucker-Kur“ wieder ans Laufen gebracht werden konnten. Danach mussten wir auch erstmal einen Tag Pause einlegen, den wir im Freibad auf 2000 Meter Höhe verbracht haben. Für mich war der Ausflug zwar durchweg im Wohlfühlbereich geblieben, aber ich merkte dann doch den Muskelkater in den Oberschenkeln und fragte mich langsam, ob der Körper so viel einstecken kann, bevor es richtig losgeht. Streckeninspektion am Gletscher
Nach dem Lecken unserer Wunden konnte es am Donnerstag dann doch mit frischer Motivation weitergehen. Am Mittwochabend noch hatten wir von unserer großen Veranda aus das Unwetterspektakel am Berg aus mit einem lokalen Bier bewundert. Dass uns das am nächsten Morgen zum Verhängnis werden könnte, war uns da noch nicht bewusst.
Um einem weiteren Fiasko wie am Dienstag zu entgehen, sind wir alle um 5 Uhr aufgestanden und frühzeitig in Richtung Mandarfen gefahren, von wo aus es Richtung Taschachhaus, Pitztal Gletscher, Gipfel des Hinternen Brunnenkogels auf 3.440 Meter Höhe zum höchsten Cafe der Alpen führen sollte. Kurz vor dem Ort und unserem Ausgangspunkt stoppte uns allerdings ein reisiger Murenabgang, der vom Abhang aus die ganze Straße überschwemmt hatte. Auf beiden Straßenseiten war absolut kein Durchkommen mehr. Wir parkten das Auto am Wanderparkplatz und sprachen mit den Einheimischen vom Verkehrsdienst, die sich schon mit einem Bagger ans Aufräumen gemacht hatten. Die waren super entspannt und meinten, wir sollten einfach von Stein zu Stein auf die andere Seite und über den dazwischen fließenden Fluss springen. Das hat dann auch ganz gut funktioniert und wir kamen relativ unbeschadet auf die andere Seite und konnten losmarschieren. Dadurch haben wir ca. 6 km auf die eigentlich wieder 14 Kilometer umfassende Tour draufgeschlagen. Dafür wurden wir aber auch mit der schönsten hochalpinen Tour belohnt, die ich bis dato gemacht habe. Hier eine ganz große Empfehlung, wer auch mal in der Gegend ist. Ab dem Taschachhaus wechseln sich tolle Kletterpassagen, Gletscherseen, anspruchsvolle und steile Schotterfelder sowie Steige über den Grat zum Gipfel ab und man hat permanent den Blick nach rechts auf den eindrucksvollen Gletscher mit der verschneiten Wildspitze. Wirklich ganz, ganz toll. Wird mir für immer in Erinnerung bleiben. Der Klettersteig am Ende von 3.200 auf 3.400 Meter hatte es bei der Höhe wirklich in sich. Die Passagen waren absolut frei kletterbar und beherrschbar. Wir waren ohne Kletterset am Berg. Bei der Höhe merkt man aber einfach, dass sich etwas anders anfühlt und mir war anfangs etwas „schwummerig“. Deshalb war ich vorsichtig und am Ende auch glücklich, den Gipfel zu erreichen. Fast wäre uns der Gipfelsturm aber zum Verhängnis geworden, da uns eine böse Überraschung erwartete. Durch den Murenabgang waren auch einige Leitungen am Berg beschädigt worden, sodass der Gletscherexpress für diesen Tag aussetzte. Ich hatte extra noch die Wirtin auf der Hütte gefragt und diese hatte mir bestätigt, dass die Gondel normal fährt. In diesem Fall hätten wir um 15 Uhr nachmittags ohne nennenswerten Proviant den Klettersteig wieder herunter und ca. 4 Stunden zur Hütte absteigen müssen. Glücklicherweise fand sich ein Techniker in der Station, der gerade Scheiße abpumpte, da die Leitungen zersprengt waren. Er rief kurz seinen Chef an und wir konnten mit einer „Extragondel“ herunterfahren. Wirklich ganz großes Kino. Musste dann noch zu einem Pärchen sprinten, das kurz nach uns in den Steig gegangen war, um zu erklären, dass jetzt die einzige Gondel für heute fährt. Die waren auch komplett durch und erleichtert darüber. Glücklich wanderten wir bis zum Auto zurück und feierten die Tour bei Radler und Schnitzel Wiener Art. Was ich allerdings am Freitag merkte, waren meine Oberschenkel. Ich hatte selten so einen brutalen Muskelkater verspürt wie zu diesem Zeitpunkt. Und am nächsten Morgen um 4.00 Uhr sollte das härteste Rennen meines Lebens über 45 km und 2900 Höhenmetern starten. Ehrlicherweise war ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht ganz sicher, ob ich das nach 40 km und 4000 Höhenmetern Vorbelastung wie geplant durchziehen konnte. Selbst meine Freunde haben mir nach dem Rennen gesagt, dass sie das unter sich für unmöglich gehalten haben.
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?
bro
wo teil
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lan
wo teil
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lan
genetiKK hat geschrieben: zum Beitrag navigieren23. Sep 2024, 22:22 Wäre ich Kanzler wäre meine erste Amtshandlung die Respektschelle als straffrei einzuführen. Hat noch niemanden geschadet, erst Recht in der heutigen Gesellschaft nicht.
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?
Bin im Krankenstand
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?
Du bist ja voll heißZotto hat geschrieben: zum Beitrag navigieren3. Aug 2026, 19:32 Pitz Alpine Glacier Trail 2026 – Wiedergutmachung beim höchsten Marathon der Alpen (Part 1)
pitztal2.png
Durch Zufall an den Start
Dass ich nach fast genau einem Jahr einen erneuten Angriff auf einen hochalpinen Gletschermarathon unternehmen würde, war eher dem reinen Zufall geschuldet. Im Freundeskreis haben wir es uns zur Tradition gemacht, alle zwei Jahre eine Woche im Sommer für einen Wander- bzw. Bergsteigerurlaub in den Alpen einzuplanen. Nach dem Auftakt 2024 in Garmisch hatten wir uns jetzt für die letzte Juliwoche das schöne Pitztal ausgesucht. Das Fiasko beim Düsseldorf Marathon hatte mich ohnehin dazu veranlasst, mal wieder nach Bewerben Ausschau zu halten, die eher weg von der Jagd nach einer schnellen Pace gehen und andere Herausforderungen bereithalten. Zufälligerweise brachte mich eine kurze Recherche auf den Ultramarathon im Pitztal, der in der Szene als mit der schwierigste und technischste Kurs mal zumindest in ganz Österreich gilt. Der Termin lag auch noch am letzten vollen Tag unseres Aufenthaltes. Kurzentschlossen sprach ich mein Vorhaben mit der Truppe ab und versicherte dabei, dass ich trotz Ultra alle geplanten Touren im Vorfeld voll mitmachen würde. Mit der Zusage hatte keiner der Beteiligten mehr Einwände und ich konnte meinen Startplatz frohen Mutes buchen.
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Traumhafte Aussichten im Pitztal
Da ich die Woche vor dem „Jungsgtrip“ im Strandurlaub auf Korfu und in Albanien verbracht hatte und ohnehin recht gemütlich in den Marathon-Block gestartet war, ging ich erholt und mit richtig guter Stimmung auf die achtstündige Autofahrt von NRW ins schöne Tirol. Mein Fokus in den Wochen vor dem Trail Marathon lag vor allem auf moderaten Zone 2 Läufen durch hügeliges Terrain mit Trail-Anteil sowie längeren Läufen mit möglichst vielen Höhenmetern für NRW-Verhältnisse. Das hat auch ganz gut funktioniert und ich ging mit einer soliden Basis auf die Reise. In der Unterkunft angekommen losten wir erstmal aus, wer in die drei Einzelzimmer ziehen und wer sich das Doppelzimmer teilen musste. Ich hatte Glück und zog ins Untergeschoss, wo ich sogar mein eigenes Bad hatte. Von unserer Unterkunft in Jerzens hatten wir einen traumhaften Ausblick auf das Bergpanorama rings um uns herum.
Die Jungs hatten sich bei Komoot zwei Touren rausgesucht, die angeblich jeweils knapp unter bzw. über 6 Stunden dauern sollten. Beim Blick auf die Karte/Daten der Touren und dem Fitnesslevel meiner Freunde hatte ich da so meine Zweifel, wollte allerdings nicht den Spielverderben spielen. Am ersten vollen Tag, dem Dienstag, stand eine Tour über den Wildgrat durch ein steiles Schotterfeld und die Besteigung des Wildgrat-Gipfels (ca. 2900 m) sowie der Hochzeiger (ca. 2500 m) auf dem Programm. Das wäre eine Tour mit 14 km Distanz und 2000 Höhenmetern geworden. Durch die vielen Pausen haben wir viel zu lange gebraucht, als dass wir die angepeilte letzte Bahn auf dem Hochzeiger um 16 Uhr hätten bekommen können. Nachdem die Jungs das auch realisiert hatten, habe ich eine alternative Abstiegsroute rausgesucht, die uns am Ende über 21 km geführt hat. Da einige sich auch zu wenig Verpflegung eingepackt hatten, habe ich mein Wasser und auch meine letzten Gel-Tütchen den anderen abgetreten. Das war auch bitter nötig, da sich zwei wirklich über 20 Minuten gar nicht mehr bewegen konnten/wollten und nur durch die „Zucker-Kur“ wieder ans Laufen gebracht werden konnten. Danach mussten wir auch erstmal einen Tag Pause einlegen, den wir im Freibad auf 2000 Meter Höhe verbracht haben. Für mich war der Ausflug zwar durchweg im Wohlfühlbereich geblieben, aber ich merkte dann doch den Muskelkater in den Oberschenkeln und fragte mich langsam, ob der Körper so viel einstecken kann, bevor es richtig losgeht.
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Streckeninspektion am Gletscher
Nach dem Lecken unserer Wunden konnte es am Donnerstag dann doch mit frischer Motivation weitergehen. Am Mittwochabend noch hatten wir von unserer großen Veranda aus das Unwetterspektakel am Berg aus mit einem lokalen Bier bewundert. Dass uns das am nächsten Morgen zum Verhängnis werden könnte, war uns da noch nicht bewusst.
Um einem weiteren Fiasko wie am Dienstag zu entgehen, sind wir alle um 5 Uhr aufgestanden und frühzeitig in Richtung Mandarfen gefahren, von wo aus es Richtung Taschachhaus, Pitztal Gletscher, Gipfel des Hinternen Brunnenkogels auf 3.440 Meter Höhe zum höchsten Cafe der Alpen führen sollte. Kurz vor dem Ort und unserem Ausgangspunkt stoppte uns allerdings ein reisiger Murenabgang, der vom Abhang aus die ganze Straße überschwemmt hatte. Auf beiden Straßenseiten war absolut kein Durchkommen mehr. Wir parkten das Auto am Wanderparkplatz und sprachen mit den Einheimischen vom Verkehrsdienst, die sich schon mit einem Bagger ans Aufräumen gemacht hatten. Die waren super entspannt und meinten, wir sollten einfach von Stein zu Stein auf die andere Seite und über den dazwischen fließenden Fluss springen. Das hat dann auch ganz gut funktioniert und wir kamen relativ unbeschadet auf die andere Seite und konnten losmarschieren. Dadurch haben wir ca. 6 km auf die eigentlich wieder 14 Kilometer umfassende Tour draufgeschlagen. Dafür wurden wir aber auch mit der schönsten hochalpinen Tour belohnt, die ich bis dato gemacht habe. Hier eine ganz große Empfehlung, wer auch mal in der Gegend ist. Ab dem Taschachhaus wechseln sich tolle Kletterpassagen, Gletscherseen, anspruchsvolle und steile Schotterfelder sowie Steige über den Grat zum Gipfel ab und man hat permanent den Blick nach rechts auf den eindrucksvollen Gletscher mit der verschneiten Wildspitze. Wirklich ganz, ganz toll. Wird mir für immer in Erinnerung bleiben. Der Klettersteig am Ende von 3.200 auf 3.400 Meter hatte es bei der Höhe wirklich in sich. Die Passagen waren absolut frei kletterbar und beherrschbar. Wir waren ohne Kletterset am Berg. Bei der Höhe merkt man aber einfach, dass sich etwas anders anfühlt und mir war anfangs etwas „schwummerig“. Deshalb war ich vorsichtig und am Ende auch glücklich, den Gipfel zu erreichen. Fast wäre uns der Gipfelsturm aber zum Verhängnis geworden, da uns eine böse Überraschung erwartete. Durch den Murenabgang waren auch einige Leitungen am Berg beschädigt worden, sodass der Gletscherexpress für diesen Tag aussetzte. Ich hatte extra noch die Wirtin auf der Hütte gefragt und diese hatte mir bestätigt, dass die Gondel normal fährt. In diesem Fall hätten wir um 15 Uhr nachmittags ohne nennenswerten Proviant den Klettersteig wieder herunter und ca. 4 Stunden zur Hütte absteigen müssen. Glücklicherweise fand sich ein Techniker in der Station, der gerade Scheiße abpumpte, da die Leitungen zersprengt waren. Er rief kurz seinen Chef an und wir konnten mit einer „Extragondel“ herunterfahren. Wirklich ganz großes Kino. Musste dann noch zu einem Pärchen sprinten, das kurz nach uns in den Steig gegangen war, um zu erklären, dass jetzt die einzige Gondel für heute fährt. Die waren auch komplett durch und erleichtert darüber. Glücklich wanderten wir bis zum Auto zurück und feierten die Tour bei Radler und Schnitzel Wiener Art. Was ich allerdings am Freitag merkte, waren meine Oberschenkel. Ich hatte selten so einen brutalen Muskelkater verspürt wie zu diesem Zeitpunkt. Und am nächsten Morgen um 4.00 Uhr sollte das härteste Rennen meines Lebens über 45 km und 2900 Höhenmetern starten. Ehrlicherweise war ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht ganz sicher, ob ich das nach 40 km und 4000 Höhenmetern Vorbelastung wie geplant durchziehen konnte. Selbst meine Freunde haben mir nach dem Rennen gesagt, dass sie das unter sich für unmöglich gehalten haben.
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?
Wie Frittierfett
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?
Pitz Alpine Glacier Trail 2026 – Wiedergutmachung beim höchsten Marathon der Alpen (Part 2)
In der Schwebe
Beim Blick auf die Wetterprognose für das Wochenende hatten mich schon starke Zweifel überkommen, ob das Rennen durch die drohenden Gewitter überhaupt wie geplant stattfinden konnte. Im letzten Jahr hatte ich schweren Herzens vom Berg absteigen müssen und den Zieleinlauf nur als Zuschauer miterleben können. Das wollte ich nun unter allen Umständen vermeiden. Sowohl für Freitag als auch Samstag waren ab dem frühen Nachmittag starke Unwetter angekündigt. Tatsächlich veranlasste dies auch den Veranstalter den eigentlich für 5.00 Uhr geplanten Start des Gletscher Marathons auf 4 Uhr vorzuverlegen, was natürlich für mich bedeutete, noch weniger Schlaf aus der Nacht mitzunehmen. Zunächst einmal nutzte ich allerdings den Freitag dazu, wieder einigermaßen zu Kräften zu kommen. Meine Truppe fuhr zur Erholung in eine Therme ins benachbarte Ötztal. Ich klinkte mich aus dem Tagesprogramm aus, da ich ohnehin noch meine Ausrüstung vorbereiten und zur Startnummernausgabe nach Mandarfen musste. Entgegen herkömmlichen Straßenläufen kam man nur unter der Bedingung an seine Startnummer, dass man bei der offiziellen Kontrolle alle geforderten Ausrüstungsgegenstände vorzeigen konnte. Beim deutlich größeren Event im Pitztal wurde dies im Gegensatz zum Ötztal auch sehr ernstgenommen. Wer sich mit dem Gedanken trägt, auch mal an solch einer Veranstaltung teilzunehmen, muss sich darüber bewusst sein, dass man zuvor einige Anschaffungen zu tätigen hat, falls man kein vollausgerüsteter Bergwanderer ist. Dazu zählen unter anderem ein Bergsteigerhelm, um Steinschlag im ersten harten Anstieg auf knapp 3.100 Meter abzuwehren, zwei Stirnlampen (eine als Ersatz), eine Rückenleuchte, Grödeln bzw. Spikes für die Gletscherüberquerung, Trailrunning-Schuhe mit griffigem Profil, Kopfbedeckung, Regenjacke und Hose, jeweils eine kurze und lange Schicht Kleidung für Ober- und Unterkörper, warme Handschuhe, Kapazität für 1,5 Liter Flüssigkeit, mindestens 500kcal Verpflegung (bei weitem nicht genug), Mobilfunkgerät, Erste Hilfe Set mit Rettungsdecke und Trillerpfeife sowie die Karte auf dem Smartphone. Ebenso Pflicht war eine Bergversicherung für den Notfall am Berg, was auch eine Neuerung gegenüber dem Ötztal darstellte. Beim Aufzählen wird einem schnell klar, was man da eigentlich alles mitzuschleppen hat auf dem ohnehin nicht anspruchslosen Kurs. Glücklicherweise gab es die Möglichkeit, in Mandarfen einige Gegenstände beim Bagdrop zu deponieren. Ich plante so, dass ich nach der ersten 18 km Runde meinen Helm und die Grödeln ablegen, dafür meine andere Hälfte an Verpflegung aufnehmen und von langer Kleidung auf kurz/kurz wechseln würde. Gut vorbereitet absolvierte ich die Kontrolle und erhielt zügig die Startnummer. Das Pflichtbriefing wurde leider aufgrund eines weiteren Unwetters mit Starkregen nach hinten verschoben, weshalb es mit dem letzten Bus zurück recht knapp wurde. Im Endeffekt ergab das Race Briefing nichts Neues, sich noch einmal die Schlüsselstellen und Markierungen schadete aber auch nicht. Zurück in der Unterkunft vernichtete ich dann noch die dritte Portion Pasta für den Tag – richtig geplantes Carbloading habe ich nicht betrieben, sondern eher alles verputzt, was in der Unterkunft noch so zur Verfügung stand – und legte mich gegen 22 Uhr schlafen. Natürlich war aufgrund der Vorfreude/Aufregung ein schnelles Einschlafen unmöglich. So gegen 23.30 Uhr bin ich dann wohl endlich weggenickt. Die Müdigkeit muss so groß gewesen sein, dass ich nicht einmal meinen auf 1.00 Uhr gestellten Wecker gehört hatte, bevor ich um 1.30 Uhr erschreckt aufwachte. Insofern hatte ich überhaupt Glück, zufällig aufgewacht zu sein. In nicht mal einer halben Stunde ging der Shuttle Bus zum Start und mir blieb nur noch überstürzt zusammenzupacken und zu hoffen, nichts Wichtiges vergessen zu haben. Es hätte also ebenso gut so ausgehen können, dass ich nach einem erholsamen Schlaf um 8 Uhr morgens aufgewacht wäre und mit Schrecken hätte feststellen müssen, dass das Rennen schon halb vorbei gewesen wäre. An ein ausgiebiges Frühstück oder sonstige zentrale Rituale (Kaffee = Entleerung!!!) war nicht mehr zu denken. Mitten in der Nacht musste ich eine enge Bergstraße ohne Fußgängerweg entlang knapp 2 km ins nächste Dorf marschieren, da dort die einzige erreichbare Haltestelle des Shuttles war. Hatte bei der Strecke mehr Todesangst als auf jeder Kletterpassage in dieser Woche. Es ging aber alles gut und ich erreichte wohlbehalten und pünktlich Madarfen, wo ich die 50 Minuten Wartezeit noch für den ersehnten Toilettengang und das Auftragen einer Muskelaktivierungscreme nutzen konnte. Da die Oberschenkel immer noch schmerzten und hart wie Stein waren, kam mir das als einzige Chance vor, das Rennen zu überstehen. Einmal tief durchgeatmet und es ging in den Startblock. Mein eigenes Ding machen
Mir war von Anfang an klar, dass ich nur eine Chance hatte, das Rennen zufriedenstellend zu finishen, wenn ich mich nur auf mich selbst konzentriere und alles andere ausblende. Dementsprechend bin ich auch einen Startblock zurückgegangen, um den ganz schnellen den Vortritt zu lassen und am harten technischen Anstieg mein eigenes Tempo zu finden. Die Streckenführung sah zunächst die mit Abstand härteste der zwei verschiedenen Runden über ca. 18-19 km vor, auf der bereits in einem 6 km langen Anstieg auf über 3000 Meter direkt zu Beginn die Hälfte (1400) der insgesamt angesetzten Höhenmeter (2900) zu bewältigen war. Insofern sagte ich mir, dass es danach nur noch leichter werden würde und ich nur bis dahin durchziehen muss. Sollte ich auf diesem kritischen Streckenabschnitt platzen, war es fast ausgeschlossen, das Rennen erfolgreich über die Bühne zu bringen. Im Starblock war ich sehr ruhig und fokussiert. Auch um mich herum registrierte ich eher keine riesige Euphorie, wie es bei flachen schnellen Laufveranstaltungen oft der Fall ist, sondern eher einen gewissen Ernst und Respekt den Anforderungen gegenüber. Es war deutlich stiller als sonst, was auch an der frühen Uhrzeit liegen könnte, aber mir kam der Eindruck, dass langsam allen klar wurde, dass jetzt bei den meisten 8-11 Stunden pures Leiden anstehen würde. Anders als 2025 in Obergurgl hatte ich aber Stöcke dabei, die mir ermöglichten auch den Oberkörper einzubringen, was ein entscheidender Vorteil sein sollte. Kurz nach 4 Uhr in der Früh ertönte der Startschuss und prompt setzte auf 1.700 m Höhe ein eiskalter Regen ein, der je weiter man den Steig nach oben kletterte in Schneeregen übergehen sollte. Einige Holländer in meinem Startblock traten mit Tanktop und kurzer Hose zur ersten Runde an. Entweder richtig hart im Nehmen oder die haben oben eine böse Überraschung erlebt. Auf den ersten 800 Metern zum ersten Anstieg fühlte ich mich so schlecht wie noch nie bei einem Start. Richtiges Unwohlsein, ich habe kaum Luft bekommen und Beklemmung. Kurz schoss mir in den Kopf, dass ich bei diesem Gefühl lieber direkt abbrechen soll. Sich direkt am Start so zu fühlen, konnte eigentlich kein gutes Ende nehmen.
Beim Blick auf die Wetterprognose für das Wochenende hatten mich schon starke Zweifel überkommen, ob das Rennen durch die drohenden Gewitter überhaupt wie geplant stattfinden konnte. Im letzten Jahr hatte ich schweren Herzens vom Berg absteigen müssen und den Zieleinlauf nur als Zuschauer miterleben können. Das wollte ich nun unter allen Umständen vermeiden. Sowohl für Freitag als auch Samstag waren ab dem frühen Nachmittag starke Unwetter angekündigt. Tatsächlich veranlasste dies auch den Veranstalter den eigentlich für 5.00 Uhr geplanten Start des Gletscher Marathons auf 4 Uhr vorzuverlegen, was natürlich für mich bedeutete, noch weniger Schlaf aus der Nacht mitzunehmen. Zunächst einmal nutzte ich allerdings den Freitag dazu, wieder einigermaßen zu Kräften zu kommen. Meine Truppe fuhr zur Erholung in eine Therme ins benachbarte Ötztal. Ich klinkte mich aus dem Tagesprogramm aus, da ich ohnehin noch meine Ausrüstung vorbereiten und zur Startnummernausgabe nach Mandarfen musste. Entgegen herkömmlichen Straßenläufen kam man nur unter der Bedingung an seine Startnummer, dass man bei der offiziellen Kontrolle alle geforderten Ausrüstungsgegenstände vorzeigen konnte. Beim deutlich größeren Event im Pitztal wurde dies im Gegensatz zum Ötztal auch sehr ernstgenommen. Wer sich mit dem Gedanken trägt, auch mal an solch einer Veranstaltung teilzunehmen, muss sich darüber bewusst sein, dass man zuvor einige Anschaffungen zu tätigen hat, falls man kein vollausgerüsteter Bergwanderer ist. Dazu zählen unter anderem ein Bergsteigerhelm, um Steinschlag im ersten harten Anstieg auf knapp 3.100 Meter abzuwehren, zwei Stirnlampen (eine als Ersatz), eine Rückenleuchte, Grödeln bzw. Spikes für die Gletscherüberquerung, Trailrunning-Schuhe mit griffigem Profil, Kopfbedeckung, Regenjacke und Hose, jeweils eine kurze und lange Schicht Kleidung für Ober- und Unterkörper, warme Handschuhe, Kapazität für 1,5 Liter Flüssigkeit, mindestens 500kcal Verpflegung (bei weitem nicht genug), Mobilfunkgerät, Erste Hilfe Set mit Rettungsdecke und Trillerpfeife sowie die Karte auf dem Smartphone. Ebenso Pflicht war eine Bergversicherung für den Notfall am Berg, was auch eine Neuerung gegenüber dem Ötztal darstellte. Beim Aufzählen wird einem schnell klar, was man da eigentlich alles mitzuschleppen hat auf dem ohnehin nicht anspruchslosen Kurs. Glücklicherweise gab es die Möglichkeit, in Mandarfen einige Gegenstände beim Bagdrop zu deponieren. Ich plante so, dass ich nach der ersten 18 km Runde meinen Helm und die Grödeln ablegen, dafür meine andere Hälfte an Verpflegung aufnehmen und von langer Kleidung auf kurz/kurz wechseln würde. Gut vorbereitet absolvierte ich die Kontrolle und erhielt zügig die Startnummer. Das Pflichtbriefing wurde leider aufgrund eines weiteren Unwetters mit Starkregen nach hinten verschoben, weshalb es mit dem letzten Bus zurück recht knapp wurde. Im Endeffekt ergab das Race Briefing nichts Neues, sich noch einmal die Schlüsselstellen und Markierungen schadete aber auch nicht. Zurück in der Unterkunft vernichtete ich dann noch die dritte Portion Pasta für den Tag – richtig geplantes Carbloading habe ich nicht betrieben, sondern eher alles verputzt, was in der Unterkunft noch so zur Verfügung stand – und legte mich gegen 22 Uhr schlafen. Natürlich war aufgrund der Vorfreude/Aufregung ein schnelles Einschlafen unmöglich. So gegen 23.30 Uhr bin ich dann wohl endlich weggenickt. Die Müdigkeit muss so groß gewesen sein, dass ich nicht einmal meinen auf 1.00 Uhr gestellten Wecker gehört hatte, bevor ich um 1.30 Uhr erschreckt aufwachte. Insofern hatte ich überhaupt Glück, zufällig aufgewacht zu sein. In nicht mal einer halben Stunde ging der Shuttle Bus zum Start und mir blieb nur noch überstürzt zusammenzupacken und zu hoffen, nichts Wichtiges vergessen zu haben. Es hätte also ebenso gut so ausgehen können, dass ich nach einem erholsamen Schlaf um 8 Uhr morgens aufgewacht wäre und mit Schrecken hätte feststellen müssen, dass das Rennen schon halb vorbei gewesen wäre. An ein ausgiebiges Frühstück oder sonstige zentrale Rituale (Kaffee = Entleerung!!!) war nicht mehr zu denken. Mitten in der Nacht musste ich eine enge Bergstraße ohne Fußgängerweg entlang knapp 2 km ins nächste Dorf marschieren, da dort die einzige erreichbare Haltestelle des Shuttles war. Hatte bei der Strecke mehr Todesangst als auf jeder Kletterpassage in dieser Woche. Es ging aber alles gut und ich erreichte wohlbehalten und pünktlich Madarfen, wo ich die 50 Minuten Wartezeit noch für den ersehnten Toilettengang und das Auftragen einer Muskelaktivierungscreme nutzen konnte. Da die Oberschenkel immer noch schmerzten und hart wie Stein waren, kam mir das als einzige Chance vor, das Rennen zu überstehen. Einmal tief durchgeatmet und es ging in den Startblock. Mein eigenes Ding machen
Mir war von Anfang an klar, dass ich nur eine Chance hatte, das Rennen zufriedenstellend zu finishen, wenn ich mich nur auf mich selbst konzentriere und alles andere ausblende. Dementsprechend bin ich auch einen Startblock zurückgegangen, um den ganz schnellen den Vortritt zu lassen und am harten technischen Anstieg mein eigenes Tempo zu finden. Die Streckenführung sah zunächst die mit Abstand härteste der zwei verschiedenen Runden über ca. 18-19 km vor, auf der bereits in einem 6 km langen Anstieg auf über 3000 Meter direkt zu Beginn die Hälfte (1400) der insgesamt angesetzten Höhenmeter (2900) zu bewältigen war. Insofern sagte ich mir, dass es danach nur noch leichter werden würde und ich nur bis dahin durchziehen muss. Sollte ich auf diesem kritischen Streckenabschnitt platzen, war es fast ausgeschlossen, das Rennen erfolgreich über die Bühne zu bringen. Im Starblock war ich sehr ruhig und fokussiert. Auch um mich herum registrierte ich eher keine riesige Euphorie, wie es bei flachen schnellen Laufveranstaltungen oft der Fall ist, sondern eher einen gewissen Ernst und Respekt den Anforderungen gegenüber. Es war deutlich stiller als sonst, was auch an der frühen Uhrzeit liegen könnte, aber mir kam der Eindruck, dass langsam allen klar wurde, dass jetzt bei den meisten 8-11 Stunden pures Leiden anstehen würde. Anders als 2025 in Obergurgl hatte ich aber Stöcke dabei, die mir ermöglichten auch den Oberkörper einzubringen, was ein entscheidender Vorteil sein sollte. Kurz nach 4 Uhr in der Früh ertönte der Startschuss und prompt setzte auf 1.700 m Höhe ein eiskalter Regen ein, der je weiter man den Steig nach oben kletterte in Schneeregen übergehen sollte. Einige Holländer in meinem Startblock traten mit Tanktop und kurzer Hose zur ersten Runde an. Entweder richtig hart im Nehmen oder die haben oben eine böse Überraschung erlebt. Auf den ersten 800 Metern zum ersten Anstieg fühlte ich mich so schlecht wie noch nie bei einem Start. Richtiges Unwohlsein, ich habe kaum Luft bekommen und Beklemmung. Kurz schoss mir in den Kopf, dass ich bei diesem Gefühl lieber direkt abbrechen soll. Sich direkt am Start so zu fühlen, konnte eigentlich kein gutes Ende nehmen.
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„Du musst dir aber zuerst die Frage stellen: Will Ich Sub20 laufen? Dazu gehört mehr als 3x die Woche für die Gesundheit durch die Gegend joggen. Da muss man wollen!“ (Rolli)
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?
Was ein Cliffhanger!!!
LOGKyle Mask hat geschrieben: But like most things in life, doing the hard thing pays off.
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