The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

Cliffhanger war als er kein pre race kacki gehen konnte weil verschlafen.
genetiKK hat geschrieben: zum Beitrag navigieren23. Sep 2024, 22:22 Wäre ich Kanzler wäre meine erste Amtshandlung die Respektschelle als straffrei einzuführen. Hat noch niemanden geschadet, erst Recht in der heutigen Gesellschaft nicht.
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Zotto
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

Pitz Alpine Glacier Trail 2026 – Wiedergutmachung beim höchsten Marathon der Alpen (Part 3)
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In eisige Höhen
Sobald wir nach ca. 800m den Steig erreicht hatten, übernahmen die Sinne die Kontrolle über die Wahrnehmung und ließen keinen Platz mehr für Bedenken oder andere negativen Gedanken. Jede Kapazität des Körpers wurde benötigt, um in der Dunkelheit den nächsten Tritt zu setzen, die Stöcke zu platzieren, Abstand zum Vordermann einzuschätzen, die Atmung unter Kontrolle zu halten und Schritt für Schritt über die Wurzeln, Stufen und Steine der Kehren weiter nach oben zu gelangen. Durch das Stocken der Masse, wenn jemand einen Moment länger brauchte, um den nächsten Tritt zu finden, und die Unmöglichkeit auf dem engen Steig zu überholen, konnte ich mir regelmäßig den Moment Erholung rausnehmen, der mir im letzten Jahr gefehlt hatte. Ich wurde mir immer sicherer, dass ich dieses Tempo lange halten könnte, ohne zu stoppen oder aufzuhören. Ich hatte gelernt, dass wenn man einmal komplett über dem eigenen Limit ist, beiseitetreten muss und sich dann wieder in die ewige Schlange zum Gipfel hinauf einreihen möchte, das Tempo einen immer wieder einholen und überwältigen wird. Nach den ersten 600 Höhenmetern durch den noch bewaldeten Steig wurde der Weg immer karger und steiniger und öffnete sich ins Freie. Wind und Regen peitschte einem ungebremst ins Gesicht, während man damit beschäftigt war, wahrzunehmen, auf welche Felsen der Vordermann gesprungen war, um einen sicheren Weg zu finden. Rechts von einem erschien der dunkle Abgrund, wo man bei einem Blick in die Tiefe eine endlose Lichterkette von Stirnlampen der Läufer erblicken konnte, die sich die Serpentinen und Windungen des Bergs hochschlängelte. Auch oberhalb der eigenen Position konnte man die kleinen Lichtkugeln erkennen, die einem den Weg wiesen und gleichzeitig von der noch zu bewältigenden Höhe und Anstrengung zeugten, die auf einen warteten.
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Ich versuchte mich mit Daten von der Anstrengung abzulenken und zu rationalisieren, wie lange ich noch durchhalten musste. Meine Herzfrequenz stieg auch auf den steilsten Passagen selten über Zone 3 und meine Garmin zählte fleißig die Höhenmeter des ersten Anstiegs runter: 1400..1100..800..nach der Kurve schon die Hälfte. Dabei half mir auch das Feature enorm, da das Höhenprofil jedes Anstiegs eingeblendet wurde und man sehen konnte, wo einen in grün relativ wenig Steigung erwartete (Durchschnaufen) und wann wieder in rot unterlegt Vollgas und fast reines Klettern angesagt waren. Als wir knapp 2.600 Meter Höhe erreichten, bemerkte ich, das eisige Gefühl auf dem heiß gelaufenen Körper und freute mich zunächst über die Abkühlung durch den Schneeregen, bis die Kälte immer weiter durch das vollgeschwitzte Longsleeve sickerte und einen beinahe frieren ließ. Der Untergrund wechselte erneut von reinem Fels und Stein zu hochalpinen Abschnitten mit Schotter, losen Steinen und nassen Schlamm. Der Steig wurde immer steiler und die Tritte und Griffe lagen weiter auseinander. An einigen Stellen musste ich mich an den Steinen nach oben ziehen, da mir der Untergrund zu schlammig und lose vorkam, um mich beim Aufstieg nur auf meine in den Boden gerammten Stöcke zu verlassen. Wie am Donnerstag bemerkte ich spätestens ab 2.900 Metern die Höhe unerbittlich. Die Ausführungen der Körperbewegungen in Einklang zu bringen fiel zunehmend schwerer. Dementsprechend vorsichtiger und langsamer agierte ich auf den letzten Abschnitte und ein Blick zurück offenbarte den tiefen Abgrund im Falle eines Schwankens oder Fehltrittes. Als ich endlich die Scharte des Mittagskogels auf etwa 3.080 Meter Höhe erreicht hatte, empfand ich ein ungeheures Gefühl der Erleichterung. Der erste Triumph des Tages war eingefahren, ab hier wurde es nur noch leichter und beherrschbarer. Mir war vorher bewusst, dass diese Passage Rennen entscheiden oder sogar beenden wird. Der Blick auf die Uhr zeigte mir, dass ich 2.30 Stunden für die ersten knapp 7 Kilometer und 1.400 Höhenmeter des Tages benötigt hatte. Es war exakt 6.30 Uhr und das Tageslicht überwältigte einen langsam beim Blick auf den Gletscher vor einem.
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Einerseits eine große Erleichterung fast die Hälfte des Anstiegs bereits hinter mich gebracht zu haben, andererseits die Erkenntnis, dass noch 38 km folgen werden und die Cutoff-Zeiten unerbittlich weiterlaufen. Im Kopf rechnete ich bereits fleißig, die genauen Zeiten hatte ich mir als Screenshot gespeichert, und erkannte, dass ich eigentlich noch gut auf Kurs lag. Um 9.45 Uhr musste ich bei Kilometer 18,5 wieder zurück in Mandarfen sein und nur noch ein spiegelglatter Gletscher, ein gewaltiger rutschiger Downhill mit unzählige Kletterpassagen und ein Sprint am Fluss entlang zurück ins Tal warteten auf mich. Hier war ich mit Sicherheit auf dem Höhepunkt meiner Stimmung und Motivation. Vor mir erstreckte sich die Ebene der Gondelstation an deren Ende ich bereits den Übergang zum Gletscher erkennen konnte. So schnell und sicher bin ich noch keinen hochalpinen Downhill gelaufen, überholte zahlreiche andere Läufer und stand auf einem enormen Felsvorsprung, an dessen Ende die Eisfläche begann. Zwei Helfer standen bereit, um die Läufer beim Anlegen der Eisspikes zu unterstützen. Ich hatte dies zuvor geübt, weshalb ich hier keine Probleme hatte und die Grödeln in wenigen Sekunden unter der Sohle meiner Schuhe saßen. Die ersten paar Schritte unternahm ich vorsichtig und in kurzer Abfolge. Ich trat jedes Mal hart ins Eis, um sicherzustellen, dass ich halt fand. Nach wenigen Metern merkte ich allerdings, dass die Grödeln so gut arbeiteten, dass ich einfach laufen lassen konnte. Ich wurde immer schneller und konnte meinen Blick den Gletscher hinunter schweifen lassen und die Ausblicke beim Rennen genießen. Kurz vor mir stürzte eine Läuferin und segelte auf ihrem Popo einige Meter übers Eis. Sie stand glücklicherweise aber wieder schnell auf. Mit einem Hochgefühl rannte ich an ihr und dem bereitstehenden Fotografen vorbei und grüßte überschwänglich mit den Stöcken in die Kamera. Auf der anderen Seite angekommen war ich schon fast enttäuscht darüber, dass es so schnell gegangen war und gönnte mir einen kleinen Moment, um beim Ausziehen der Spikes die mir folgenden Läufer zu beobachten. Alle wirkten so, als hätten sie die Zeit ihres Lebens. Ein unvergesslicher Moment, der sicher jedem Teilnehmer für immer im Gedächtnis bleiben wird.
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Freier Fall
Ab hier wollte ich richtig Fahrt aufnehmen und die Pace über die vergleichsweise kurzen Anstiege und langen Downhillpassagen nach oben treiben. Das gelang mir zunächst auch ganz erfolgreich. Ich fühlte eine große Sicherheit bei der Platzierung meiner Tritte, Wahl der Steine, auf denen ich aufsetzte und generell die Orientierung im Gelände. Da hatten sich meine Wochen an Trainingsspezifik im Wald, Mittelgebirge und den felsigen Anhöhen Albaniens und Griechenlands bezahlt gemacht. Viele wirkten hier unsicherer und ich konnte einige Teilnehmer überholen. Nach 12 Kilometern führten steile Trails teilweise über versicherte Kletterpassagen ins Tal. Hier kam ich ganz gut zurecht, musste allerdings stets meine beiden Wanderstöcke in einer Hand führen, während ich mich am Seil festhielt, da ich nicht die Zeit aufwenden wollte sie jedes Mal zu verstauen. Spezielle Trailstöcke und Köcher wären ein wahrer Segen gewesen. Vielleicht ein Punkt, wo ich noch einmal investieren würde, da es schon eine große Erleichterung bei so technischen Strecken wie im Pitztal darstellt. Das waren schon teilweise kniffelige Abhänge, an denen ich gern beide Hände freigehabt hätte. Hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht, da herunter zu springen, hangeln und rennen. Gerade als ich endlich die flachere Passage am Fluss entlang Richtung Mandarfen erreicht hatte, auf der ich laufen lassen wollte und so 5.00 Pace anstrebte, übersah ich einen flachen länglichen Stein auf meiner linken Seite, auf dem mein Tritt ausbrach und meinen Fuß heftig umknicken ließ. Der Schmerz zeigte mir ohne jedes Zögern, dass da etwas Schlimmeres passiert war und ich konnte den Fall nicht mehr stoppen. Zum Glück kippte ich in die angrenzende Wiese und konnte mich dort einen Moment hinhocken. Beim Abtasten registrierte ich nur den zunehmenden stumpfen Schmerz. Eine große Gruppe an Läufern, die ich im Downhill souverän eingesammelt hatte, lief wieder auf mich auf. Das ganze bisherige Rennen lief wie in Zeitlupe vor meinem inneren Auge ab. Zwei Damen blieben bei mir stehen und boten Hilfe an. Die etwas ältere der beiden sah mich bedauernd an und fragte dann schließlich: „Soll ich für dich im Tal anrufen, damit du abgeholt wirst?“
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

Ich sehe es schon kommen. Die Geschichte endet in einer Love-Story.
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

KenTakel hat geschrieben: zum Beitrag navigieren5. Aug 2026, 14:20 Ich sehe es schon kommen. Die Geschichte endet in einer Love-Story.
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Es wird definitiv romantisch in Teil 4 :guenni: - heftig, wie schnell du lesen kannst.
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

Zotto hat geschrieben: zum Beitrag navigieren5. Aug 2026, 14:23
Es wird definitiv romantisch
:pepelift:
Zotto hat geschrieben: zum Beitrag navigieren5. Aug 2026, 14:23 heftig, wie schnell du lesen kannst.
Waren ja viele Bilder :pepeto:
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

KenTakel hat geschrieben: zum Beitrag navigieren5. Aug 2026, 14:20 Ich sehe es schon kommen. Die Geschichte endet in einer Love-Story.
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Er und der Stein leben jetzt in wilder Ehe in einem Haus ohne fließend Wasser in Albanien und planen das zweite Kind.
genetiKK hat geschrieben: zum Beitrag navigieren23. Sep 2024, 22:22 Wäre ich Kanzler wäre meine erste Amtshandlung die Respektschelle als straffrei einzuführen. Hat noch niemanden geschadet, erst Recht in der heutigen Gesellschaft nicht.
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

Am Gletscher
Kyle Mask hat geschrieben: But like most things in life, doing the hard thing pays off.
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

Fuark spannendste Serie des Jahrzehnts, wann geht es endich weiter???????????
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Knolle
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

Lauch hat geschrieben: zum Beitrag navigieren5. Aug 2026, 16:54 Fuark spannendste Serie des Jahrzehnts, wann geht es endich weiter???????????
Ich spoilere dich
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Lauch
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

Knolle hat geschrieben: zum Beitrag navigieren6. Aug 2026, 12:15
Lauch hat geschrieben: zum Beitrag navigieren5. Aug 2026, 16:54 Fuark spannendste Serie des Jahrzehnts, wann geht es endich weiter???????????
Ich spoilere dich
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Danke. feelsokman
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

Pitz Alpine Glacier Trail 2026 – Wiedergutmachung beim höchsten Marathon der Alpen (Part 4)
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Was jetzt?
Ich brauchte erstmal einen Moment, um die Frage zu verarbeiten. Sollte dieser unglückliche Fehltritt jetzt wirklich das Ende meines Rennens bedeuten, auf das ich wochenlang hingearbeitet hatte und dessen anspruchsvollste Hürden ich schon längst überwunden hatte? So oder so hätte ich mich niemals abholen und vom Berg tragen lassen. Lieber die letzten vier Kilometer unter Schmerzen in den Zielbereich humpeln, als mir diese Demütigung aufzuerlegen. Ich dankte den zwei hilfsbereiten Damen und versicherte gleichzeitig, dass ich im Notfall schon noch aus eigener Kraft bis ins Tal käme und sie ihr Rennen ruhig vorsetzen könnten. Sie schienen erleichtert und rannten wieder los. Irgendwie gelang es mir die Ruhe zu bewahren und mir ausreichend Zeit zu nehmen, um die nächsten Schritte rational abzuwägen. Ich hatte zwar gerade mal ein Drittel der angesetzten Distanz bewältigt, aber der Zielort war nach der ersten Loop fast erreicht. Innerlich spürte ich trotz der Schmerzen eine immense Sicherheit, dass dies mein Tag war und ich, egal was kommt, bis zum Ende durchziehen würde. In keinem Moment kamen auch nur ansatzweise Zweifel auf, was mich selbst ein wenig überraschte. Ich stand auf und lief langsam wieder an. Die ersten Schritte taten weh, der Schmerz war aber nicht so überwältigend, als dass ich sofort wieder abbrechen oder mich hinsetzen musste. Nach und nach steigerte ich wieder das Tempo, bis auf der Uhr wieder die angezielte 5-6er Pace stand und ich die Gruppe vor der nächsten Abbiegung wieder im Blickfeld hatte. Übervorsichtig achtete ich nun auf jedes Aufsetzen des linken Fußes und ging sicher, bloß genug Abstand zu jedem Stein auf dem Weg zu lassen. Jetzt kam es noch mehr auf eine geschickte Verlagerung des Gewichts nach rechts und auf den Oberkörper und starken Einsatz der Stöcke an. Normalerweise ist mein linker Fuß dafür zuständig, bei Sprüngen, Stufen oder dem Überwinden großer Abstände zu übernehmen. Das musste ich jetzt bewusst umstellen und hoffen, dass der linke Knöchel die nächsten 5-6 Stunden irgendwie durchhält. Dass ich nun endlich wieder in einem anständigen Tempo laufen konnte, motivierte mich zusätzlich, sodass ich rasch wieder zur Gruppe aufschloss und gemeinsam mit acht anderen Läufern über angenehm weiche Waldpfade und Brücken in den Ort Mandarfen einlief. Dort hatten sich schon viele Zuschauer zur noch recht frühen Stunde eingefunden und feuerten einen namentlich an. Ein toller Moment, der zusätzlich Kraft und Durchhaltewillen gegeben hat.
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Im Zielbereich griff ich mir rasch meine Dropback und füllte erstmal alle wichtigen Vorräte auf. Neben dem Liter Wasser in meiner Trinkblase befüllte ich die Vordertaschen meiner Weste mit je zwei 0,5L Flasks Iso und meinen noch sieben übriggebliebenen Gel-Päckchen. Am Buffet angekommen bediente ich mich vor allem an den sauren Gurken, Laugenstanden und gönnte mir vier Becher Cola, die selten so gut wie an diesem Tag geschmeckt hatte. Ich spürte richtiggehend, wie meine Kraft zurückströmte und mein Blick nach vorn auf die letzten 30 Kilometer ging. Wenig elegant wechselte ich direkt vor dem Buffet mein Oberteil und die Mütze, um bei den steigenden Temperaturen des Vormittags und der zunehmenden Sonneneinstrahlung am Berg auf kurz/kurz zu wechseln. Hauptsächlich war ich erleichtert, endlich den schweren Helm und die Kopflampe loswerden zu können. Insgesamt nahm ich mir sicher meine 15 Minuten im Zielbereich, was sich aber richtig und notwendig anfühlte, da als nächste Herausforderung der Anstieg zur Sunna Alm und zur Bergstation der Riffleseebahn auf 2.600m Höhe über einen steinigen gewundenen Steig anstand.
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Der längste Tag
Als ich in die zweite Runde startete, war ich leicht im Zwiespalt. Einerseits fühlte ich mich nach den brutalen Höhenmetern der letzten 18 km und dem Sturz leicht angeschlagen, andererseits spürte ich eine ungeheure Motivation, da ich ansonsten noch in einer richtig guten Verfassung war. Ganz anders als im Vorjahr hatte ich mir meine Reserven exzellent eingeteilt und war zu keinem Zeitpunkt über meine Verhältnisse gegangen. Im Nachhinein dachte ich sogar, dass ich möglicherweise zu defensiv agiert habe. Aber lieber so herum, als bereits nach 5 km im Delirium jede Lebensentscheidung der letzten Jahre zu hinterfragen. Unterhalb der Gondeln der Riffleseebahn ging es nun einen bewaldeten steilen Trail über unzählige Serpentinen hinauf. Diese beschatteten steilen Anstiege mit vielen Wurzeln und Steinen, bevor die hochalpinen Trails beginnen, zähle ich definitiv zu meinen Stärken. Hier konnte ich den vier Kilometer langen Anstieg von vorne bis hinten ohne Pause durchziehen und richtig Tempo aufnehmen. Die Arbeit mit den Stöcken funktionierte wunderbar, sodass ich den linken Fuß zwar ab und an merkte, allerdings fast schon vergessen konnte. Ich hatte ein Ziel und fühlte mich stark, dies überwog alles andere. Unterwegs sammelte ich einige Mitstreiter ein und führte das ein oder andere kurze Gespräch, so wie es 600 Höhenmeter am Stück eben zulassen. Auch bei den anderen bemerkte ich Verschleißerscheinungen, aber die Stimmung unter uns war positiv und unterstützend.
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Nach fünf erbarmungslosen Kilometern war endlich die nächste Verpflegungsstation an der Riffleseebahn bei Kilometer 24 erreicht und ich erkannte, dass ich super in der Zeit lag und jede Menge Vorsprung vor dem offiziellen Cut Off hatte. Zur Belohnung gönnte ich mir erstmal wieder einen halben Liter Cola und füllte die Iso- und Wasservorräte wieder auf, die bei den steigenden Temperaturen und der Vormittagssonne im Hochgebirge deutlich gelitten hatten. Ich realisierte aber anhand des angeschlagenen Plakats mit der Karte des Rennens auch, dass mich nun der mit Abstand längste Abschnitt ohne Verpflegung erwartete. Ich musste einmal den Rifflesee am westlichen Ufer passieren und dann auf den Fuldaer Höhenweg einbiegen, der mich über 15 Kilometer auf und ab zum Taschachhaus und der Materialbahn führen würde. Beide Punkte hatte ich bereits am Donnerstag auf unserer Tour am Pitztalgletscher entlang gesehen. Insofern wusste ich, was auf mich zukommt und war mir sicher, dass das Terrain keine großen Probleme oder Überraschungen mehr bereithalten würde. Der Abschnitt war lang und zäh, in vielen Passagen allerdings auch laufbar, was einen schönen Flow versprach. An Wasserfällen, Flüssen und Bergseen vorbei ging es immer weiter. Direkt an der Bahnstation und auf den einfacheren Trails rund um den See herum zeigten sich auch viele normale Touristen und Wandergruppen, die einen oft anfeuerten. Wirklich jeder schien hier nicht begriffen zu haben, was für ein Massenevent gerade in den Bergen ablief, weshalb mich die teilweise verwirrten Tourigesichter ob der gehetzt an ihnen vorbeirennenden Meute amüsierten. Neben meinem alten Bekannten, der durch seine kürzeren Pausen an der Verpflegung mich immer überholte, den ich dann aber auch immer wieder in den Anstiegen zügig stellte, geriet ich mit einer jungen Läuferin ins Gespräch, die mir in den flacheren Passagen des Höhenwegs immer von vorne den Takt zwischen Joggen und schnellem Wandern vorgab. Im Downhill übernahm dann ich die Führungsarbeit und sprang wieder relativ souverän von Stein zu Stein, auch wenn im Hinterkopf oft auch noch eine leichte Unsicherheit auftauchte, ob ich gleich zum zweiten Mal und endgültig auf der Strecke liegen würde. Rechts von uns fiel der Weg in die Tiefe ab, der Pfad schmal und steinig, was zusätzliche Konzentration forderte. Die Ausblicke waren fantastisch, man konnte beinah die ganzen umliegenden Gipfel und den Gletscher in seiner ganzen Breite bewundern. Es tat mir fast leid darum, dass man in der Rennsituation den Blick für diese einmalige Kulisse etwas verlor.
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So verflog die Zeit bei Gesprächen über ihre Erfahrungen im Trail – sie hatte den Gletschermarathon bereits im Vorjahr bei strömendem Regen und Kälte ins Ziel gebracht – und ruhigen Momenten ganz mit den eigenen Eindrücken beschäftigt. Ich fühlte mich stärker und stärker und lief immer mutiger und schneller. Gemeinsam stellten wir das Ziel auf mindestens unter 10.30 Stunden zu bleiben und sie sah das auch als sehr realistisch an, machte sogar Hoffnung darauf, dass noch mehr gehen könnte. Um eine Zuckerpatrone nachzuladen und den Kalorienhaushalt damit auf Vordermann zu bringen, ließ ich sie kurz ziehen und machte mich daran, mein Zugpferd wieder einzuholen, bis ich sie auf einmal mit einem verzweifelten Gesichtsausdruck den Tränen nahe in einigen Metern Entfernung an einer Weggabelung erkennen konnte. Sie stand in einer kleinen Traube an Läufern um einen Streckenposten, der ernst dreinblickte und entschieden gestikulierte. Alle Beteiligten wirkten, als wäre gerade jemand oder etwas gestorben.
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

Und ich dachte da käme schon das Finish. Nur besser, jetzt noch mehr tolle Bilders und spannende Story. (**)
Da kann man sich nur eine Scheibe abschneiden bei deinen Race Reports.
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

WIE SOLL MAN DA SCHLAFEN GEHEN BEI DER SPANNUNGSKURVE HIER

aber im Ernst so stark mit dem Knöchel weiter gemacht
UND noch Körner für ne Romanze gehabt aiai
Kyle Mask hat geschrieben: But like most things in life, doing the hard thing pays off.
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

pushpony hat geschrieben: zum Beitrag navigieren7. Aug 2026, 21:48 WIE SOLL MAN DA SCHLAFEN GEHEN BEI DER SPANNUNGSKURVE HIER

aber im Ernst so stark mit dem Knöchel weiter gemacht
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Ist da jemand neidisch? :pepelift:
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Re: The Boston Project - Heartbreak or Heartbreak Hill!?

Knolle hat geschrieben: zum Beitrag navigieren8. Aug 2026, 10:06
pushpony hat geschrieben: zum Beitrag navigieren7. Aug 2026, 21:48 WIE SOLL MAN DA SCHLAFEN GEHEN BEI DER SPANNUNGSKURVE HIER

aber im Ernst so stark mit dem Knöchel weiter gemacht
UND noch Körner für ne Romanze gehabt aiai
Ist da jemand neidisch? :pepelift:
Ich hab jeden Abend Romane zuhause :guenni:
Kyle Mask hat geschrieben: But like most things in life, doing the hard thing pays off.
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