3Zero hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Jul 2026, 13:42
Gerade die Speedmaster ist m.E. das schlechteste Beispiel, die LE/SE Flut bei Omega zu kritisieren.
Wie in meinem vorherigen Beitrag bereits erwähnt, gilt dasselbe für die Seamaster-Reihe. Das Beispiel habe ich gewählt, weil die Moonswatch so symptomatisch dafür ist, dass hier kurzfristiger Umsatz (+ ggf. Steigerung des Börsenwerts) des Swatch-Konzerns über die Heritage der Marke Omega gesetzt wird.
Ich bin kein Sammler, aber ein großer Fan der Seamaster-Reihe und habe zwei Uhren daraus. Trotzdem ist selbst für mich als bekennendem Fan die Modell-Vielfalt zu groß. Ich habe keinerlei Übersicht, was es alles gibt. Seamaster 300 m, 300, Planet Ocean, Aqua Terra, James Bond, Olympische Spiele, America's Cup, Anniversary und und und...
Die Sondermodelle gehen in so viele verschiedene Richtungen, dass es nahezu unmöglich ist, alle gleichzeitig gut zu finden. Natürlich würde man jedes Modell nehmen, wenn es einem günstig vor die Flinte läuft - einfach weil man die Marke mag. Ich würde auch eine orange Planet Ocean kaufen, wenn mir die jemand für 1000 € in gutem Zustand anbietet. Aber um den Marktpreis zu bezahlen, gefällt mir das Modell nicht gut genug. Deswegen bin ich überzeugt, dass die Leute, die jedes Sondermodell einer derart aufgeblähten Reihe (z.B. Speedmaster) kaufen, die große Ausnahme sind. Vielleicht kennst du einen oder zwei Omega-Sammler auf die das zutrifft. Dann bist du aber vermutlich selbst auch tiefer im Thema als 99,998 % der Bevölkerung und hast ein entsprechendes Netzwerk. Repräsentativ ist das jedenfalls nicht.
3Zero hat geschrieben: zum Beitrag navigieren29. Jul 2026, 13:42
Zu Rolex: da gibt es keine künstliche Verknappung.
Diese Uhren sind weder horologisch-historisch/technisch irgendwie signifikant, noch wertig, sondern verkaufen sich einzig über die Krone auf dem Blatt.
Von künstlicher Verknappung habe ich nicht gesprochen. Es sind normale Markt-Mechanismen. Die Swatch-Group hätte hier bestimmt mit Verdreifachung der Produktion reagiert, um kurzfristige Umsätze abzugreifen. Rolex macht das deutlich klüger und hält durch die Knappheit (die zweifellos am Markt existiert) die Begehrlichkeit seiner Produkte hoch. Dass die Uhren (auch neue Modelle) sich hauptsächlich über die Krone auf dem Blatt verkaufen, ist völlig klar. Die meisten Rolex-Käufer (ich würde behaupten zwei Drittel) sind nicht interessiert an der Technologie, Qualität oder Wertigkeit der Uhr, sondern daran, dass man mit einer Rolex am Arm "reich wirkt" und der Nachbar, Abreitskollege oder sonstwer neidisch wird.
Wahrscheinlich melden sich gleich Rolex-Träger zu Wort, die vom Gegenteil überzeugt sind. Aber natürlich sind hier im Thread (wo wohl hauptsächlich Uhren-Interessierte bzw. -Liebhaber aktiv sind) diejenigen in der Überzahl, die die Uhr zu schätzen wissen.