Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

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Knolle
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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

Harun hat geschrieben: zum Beitrag navigieren31. Dez 2025, 08:35
H_D hat geschrieben: zum Beitrag navigieren30. Dez 2025, 19:44
NickySenior hat geschrieben: zum Beitrag navigieren30. Dez 2025, 19:19 Bisher erst einmal wirklich Gehaltsverhandlungen gehabt, nächstes Jahr dann mal wieder, hab da echt wenig Lust drauf.
Geht mir auch so und ich weiß schon, dass ich das überhaupt nicht kann und viel zu schnell kleinbei geben werde

Ist ja auch schwer im Moment, wenn viele Firmen im Umkreis Entlassungen oder Kurzarbeiten bekanntgeben.

Würde auch ungern eine Summe vorgeben, sondern viel mehr hören wollen, was meine Arbeit wert ist.
Welche Alternativen hast du, wenn die einfach nein sagen?
Das ist halt immer die Frage, ob man die Eier hat, um zu wechseln oder zu gehen.
Es kommt natürlich auch drauf an, ob es durch den Tarif Erhöhungen gibt. Bei mir sorgt die IGBCE hoffentlich dafür, dass es jedes Jahr 2-3% mehr gibt.
In meiner alten Firma war eine, die seit 10 Jahren keine Erhöhung bekommen hat und nix gesagt hat. Konsequenz ist natürlich ein Nettolohnverlust, aber was hat sie gemacht? Richtig, nix.

Eine Möglichkeit ist natürlich auch zu sagen, dass man gerne einen Entwicklungspfad haben möchte. Was muss passieren, damit man eine Gehaltserhöhung bekommt? Welche skills/Tätigkeiten, Aufgaben sind notwendig?
Dann kannst du dir auch herleiten, wie viele Jahre du dort noch verschwenden wirst
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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

Linksanwalt hat geschrieben: zum Beitrag navigieren31. Dez 2025, 02:04 :-) :-)


Last quarter I rolled out Microsoft Copilot to 4,000 employees.

$30 per seat per month.

$1.4 million annually.

I called it "digital transformation."

The board loved that phrase.

They approved it in eleven minutes.

No one asked what it would actually do.

Including me.

I told everyone it would "10x productivity."

That's not a real number.

But it sounds like one.

HR asked how we'd measure the 10x.

I said we'd "leverage analytics dashboards."

They stopped asking.

Three months later I checked the usage reports.

47 people had opened it.

12 had used it more than once.

One of them was me.

I used it to summarize an email I could have read in 30 seconds.

It took 45 seconds.

Plus the time it took to fix the hallucinations.

But I called it a "pilot success."

Success means the pilot didn't visibly fail.

The CFO asked about ROI.

I showed him a graph.

The graph went up and to the right.

It measured "AI enablement."

I made that metric up.

He nodded approvingly.

We're "AI-enabled" now.

I don't know what that means.

But it's in our investor deck.

A senior developer asked why we didn't use Claude or ChatGPT.

I said we needed "enterprise-grade security."

He asked what that meant.

I said "compliance."

He asked which compliance.

I said "all of them."

He looked skeptical.

I scheduled him for a "career development conversation."

He stopped asking questions.

Microsoft sent a case study team.

They wanted to feature us as a success story.

I told them we "saved 40,000 hours."

I calculated that number by multiplying employees by a number I made up.

They didn't verify it.

They never do.

Now we're on Microsoft's website.

"Global enterprise achieves 40,000 hours of productivity gains with Copilot."

The CEO shared it on LinkedIn.

He got 3,000 likes.

He's never used Copilot.

None of the executives have.

We have an exemption.

"Strategic focus requires minimal digital distraction."

I wrote that policy.

The licenses renew next month.

I'm requesting an expansion.

5,000 more seats.

We haven't used the first 4,000.

But this time we'll "drive adoption."

Adoption means mandatory training.

Training means a 45-minute webinar no one watches.

But completion will be tracked.

Completion is a metric.

Metrics go in dashboards.

Dashboards go in board presentations.

Board presentations get me promoted.

I'll be SVP by Q3.

I still don't know what Copilot does.

But I know what it's for.

It's for showing we're "investing in AI."

Investment means spending.

Spending means commitment.

Commitment means we're serious about the future.

The future is whatever I say it is.

As long as the graph goes up and to the right
Da ist auf jeden Fall was dran :-)
Wir messen das aber auch über Umfragen.
Aber typisch ist natürlich: Ich veranstalte regelmäßig Copilot Termine, um den Leuten Funktionen zu zeigen und dann schreibt dir danach Renate, die kurz vor der Rente ist, dass sie mit Copilot ein Gedicht geschrieben hat.
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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

Knolle hat geschrieben: zum Beitrag navigieren31. Dez 2025, 10:32
Harun hat geschrieben: zum Beitrag navigieren31. Dez 2025, 08:35
H_D hat geschrieben: zum Beitrag navigieren30. Dez 2025, 19:44

Geht mir auch so und ich weiß schon, dass ich das überhaupt nicht kann und viel zu schnell kleinbei geben werde

Ist ja auch schwer im Moment, wenn viele Firmen im Umkreis Entlassungen oder Kurzarbeiten bekanntgeben.

Würde auch ungern eine Summe vorgeben, sondern viel mehr hören wollen, was meine Arbeit wert ist.
Welche Alternativen hast du, wenn die einfach nein sagen?
Das ist halt immer die Frage, ob man die Eier hat, um zu wechseln oder zu gehen.
Es kommt natürlich auch drauf an, ob es durch den Tarif Erhöhungen gibt. Bei mir sorgt die IGBCE hoffentlich dafür, dass es jedes Jahr 2-3% mehr gibt.
In meiner alten Firma war eine, die seit 10 Jahren keine Erhöhung bekommen hat und nix gesagt hat. Konsequenz ist natürlich ein Nettolohnverlust, aber was hat sie gemacht? Richtig, nix.

Eine Möglichkeit ist natürlich auch zu sagen, dass man gerne einen Entwicklungspfad haben möchte. Was muss passieren, damit man eine Gehaltserhöhung bekommt? Welche skills/Tätigkeiten, Aufgaben sind notwendig?
Dann kannst du dir auch herleiten, wie viele Jahre du dort noch verschwenden wirst
Die Alternativen sind ja begrenzt
- wenn kein Angebot der GF kommt das bisherige Gehalt akzeptieren
- deren Angebot annehmen
- anderen Job suchen

Ich habe es jahrelang abgelehnt Führungskraft zu sein, weil ich nicht delegieren kann und eher in die fachspezifische Richtung gegangen bin. Jetzt bin ich zwar für X Themen verantwortlich, aber mit X Leuten unter sich hat man wohl doch ein ganz anderes Standing
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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

H_D hat geschrieben: zum Beitrag navigieren31. Dez 2025, 20:34
Knolle hat geschrieben: zum Beitrag navigieren31. Dez 2025, 10:32
Harun hat geschrieben: zum Beitrag navigieren31. Dez 2025, 08:35

Welche Alternativen hast du, wenn die einfach nein sagen?
Das ist halt immer die Frage, ob man die Eier hat, um zu wechseln oder zu gehen.
Es kommt natürlich auch drauf an, ob es durch den Tarif Erhöhungen gibt. Bei mir sorgt die IGBCE hoffentlich dafür, dass es jedes Jahr 2-3% mehr gibt.
In meiner alten Firma war eine, die seit 10 Jahren keine Erhöhung bekommen hat und nix gesagt hat. Konsequenz ist natürlich ein Nettolohnverlust, aber was hat sie gemacht? Richtig, nix.

Eine Möglichkeit ist natürlich auch zu sagen, dass man gerne einen Entwicklungspfad haben möchte. Was muss passieren, damit man eine Gehaltserhöhung bekommt? Welche skills/Tätigkeiten, Aufgaben sind notwendig?
Dann kannst du dir auch herleiten, wie viele Jahre du dort noch verschwenden wirst
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Ich habe es jahrelang abgelehnt Führungskraft zu sein, weil ich nicht delegieren kann und eher in die fachspezifische Richtung gegangen bin. Jetzt bin ich zwar für X Themen verantwortlich, aber mit X Leuten unter sich hat man wohl doch ein ganz anderes Standing
Genau, deshalb sollte man sich vorher überlegen, was man macht.
Ich persönlich werde erstmal nicht wechseln, verdiene gut und habe eigentlich auch wenig Lust, deutlich mehr zu tun. Da ist der Druck bei einer Verhandlung relativ gering. Aber wenns jedes Jahr sowieso mehr gibt, dann tut es nicht weh.
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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

GF sagt halt wenn keiner mehr verlangt sind sie selber schuld
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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

stabil hat geschrieben: zum Beitrag navigieren22. Dez 2025, 16:11 Kündigungsschutz für Angestellte über 100k soll gelockert werden, Vorschlag kommt von der CDU. Als Beispiel wird Dänemark genannt, dort wird das ganze "Flexicurity" genannt.
„Wir müssen alle mehr arbeiten“
Leichter kündigen, länger arbeiten: Das plant die Wirtschaftsministerin für Sie

Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) hat in einem Interview skizziert, welche Änderungen Sie sich am Arbeitsmarkt vorstellt. Für Angestellte sind die wenig erfreulich. Generell soll mehr gearbeitet werden – mit weniger Kündigungsschutz.
Drei Jahre lang ist die deutsche Wirtschaft quasi nicht gewachsen. Für kommendes Jahr wird nur eine Mini-Steigerung des Bruttoinlandsprodukts von 0,6 Prozent vorausgesagt. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) hat den Grund dafür jetzt in einem knackigen Satz zusammengefasst, der die künftigen Pläne der Regierung bestens zusammenfasst: „Wir müssen in Deutschland insgesamt mehr arbeiten“, sagt sie in einem Gespräch mit t-online.de. Damit Menschen in Deutschland das auch machen, hat sie ein Paket verschiedener Gesetzesänderungen in die Diskussion eingebracht. So würde sich Ihr Leben mit Reiches Plänen ändern:

Späterer Renteneintritt
Reiche wirbt dafür, das Renteneintrittsalter weiter zu erhöhen. Bis 2031 steigt es schrittweise von 65 auf 67 Jahre. Die Ministerin ist nicht die erste Politikerin oder Ökonomin, die das für zu gering hält. Die Wirtschaftsweisen hatten etwa schon 2023 in ihrem Jahresgutachten vorgeschlagen, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Beispiele dafür gibt es etwa in Estland, Finnland und Portugal. Dort wird alle zwei bis drei Jahre geprüft, wie sich die Lebenserwartung entwickelt und das Rentenalter entsprechend erhöht. Allerdings ist der Anstieg immer geringer als der Anstieg der Lebenserwartung. Meist steigt das Rentenalter um wenige Monate. Die beschriebenen Länder versuchen, die Versicherungsjahre und Rentenbezugsjahre im Verhältnis 2:1 zu halten.

Allerdings müsste es bei einer solchen Regelung Ausnahmen geben für Menschen, die etwa körperlichen Tätigkeiten nachgehen, die sich mit dem Alter immer schlechter ausüben lassen. Die Wirtschaftsweisen schlagen deswegen Härtefallregelungen vor, nach denen gesundheitlich angeschlagene Personen eine vergleichbare Erwerbsminderungs- oder Frührente bekommen würden.

Eine Anpassung der Gesetze nach dem Vorbild der drei genannten Länder würde dann für alle Menschen gelten, die bereits im Berufsleben stehen. Ihr persönliches Renteneintrittsalter könnte sich also theoretisch immer weiter nach hinten verschieben. In der Regel sind, wie auch beim jetzigen Übergang bereits, die Geburtsjahre der Betroffenen entscheidend.

Weniger Frühverrentung
„Es kann nicht sein, dass Unternehmen, die einerseits beklagen, keinen Nachwuchs zu haben, im gleichen Zuge gut qualifizierte Arbeitnehmer ab 61 in Altersteilzeit schicken“, sagt Reiche. Daher will sie Unternehmen künftig nicht selbst entscheiden lassen, ob diese ihre älteren Mitarbeiter behalten wollen oder langsam in eine Form von Frührente schicken.

Es gibt allerdings weder aus dem Ministerium noch aus der Union als Partei konkrete Vorschläge, wie die Zahl der Frühverrentungen reduziert werden soll. Eine Möglichkeit wäre, die „Rente mit 63“, also die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren, abzuschaffen. Dann müssten aber, so argumentieren Ökonomen, Möglichkeiten für Menschen aus körperlich anspruchsvollen Tätigkeiten geschaffen werden, trotzdem frühzeitig abschlagsfrei in Rente gehen zu können. Eine andere Möglichkeit wäre, die Abschläge für Rentner zu erhöhen, die vor dem eigentlichen Renteneintrittsalter in den Ruhestand treten.

Aktivrente als steuerlicher Anreiz
Bisher versucht es die Koalition aber eher mit Zuckerbrot denn mit Peitsche. Im kommenden Jahr startet mit der Aktivrente (so viel Geld winkt) ein steuerlicher Anreiz für Menschen, auch über das Rentenalter hinaus zu arbeiten.

Generell ist der positive Ansatz einer, den auch Ökonomen unterstützen würden. So sind ältere Arbeitnehmer eines von drei Reservoirs, die Deutschland gut anzapfen könnte, um dem Arbeitskräftemangel zu begegnen. Dazu müssten die Erwerbstätigenquoten vor allem in der Altersklasse ab 60 Jahren erhöht werden. Dabei steht Deutschland gut da. Laut Statistischem Bundesamt stieg die Quote in keiner anderen Altersklasse in den vergangenen zehn Jahren so stark. Von 2014 bis 2024 ging es von 53 auf 67 Prozent nach oben. Die Möglichkeiten sind hier also auch begrenzt.

Weniger Kündigungsschutz
„Wir brauchen einen flexibleren Kündigungsschutz, der die Schwachen schützt, es den Unternehmen aber vor allem im Hochlohnbereich ermöglicht, schneller Personal abzubauen, wenn sie müssen“, sagt Reiche. Das klingt sehr schwammig. Hintergrund ist, dass Reiche argumentiert, dass gerade in Zukunftsbranchen wie der Tech-Industrie Unternehmen zu wenig experimentieren können, weil sie bei einem Scheitern einer neuen Idee die hochbezahlten Mitarbeiter nicht wieder loswerden.

Schließlich gilt in Deutschland für alle Arbeitnehmer ein strenger Kündigungsschutz. Nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit ist es sehr schwer, Mitarbeitern einfach so zu kündigen. Bestenfalls gehen Angestellte dann mit hohen Abfindungszahlungen wieder. Eine internationale Untersuchung zeigt, dass Mitarbeiter in Deutschland in so einem Fall noch 31 Monatsgehälter im Schnitt kassieren. In Großbritannien sind es zum Beispiel nur 18, in den USA sogar nur 7. Andererseits sind die Werte etwa in Frankreich, Italien und Spanien noch deutlich höher.

Kündigungsschutz als Bremse innovativer Projekte
Diesen Umstand hat Reiche in den vergangenen Monaten häufiger bemängelt. Dass dies tatsächlich eine Bremse für innovative Projekte ist, bestätigen ihr auch Ökonomen wie der Chef des Ifo-Instituts, Clemens Fuest. Die Frage ist nur, wie sich der Kündigungsschutz in diesem Fall lockern lässt. Ein Modell, das hier oft im Gespräch ist, nennt sich „Flexicurity“ und wird etwa in Dänemark praktiziert. Dabei ist es für Unternehmen relativ einfach, Menschen mit einem hohen Einkommen zu kündigen. Andererseits sorgt der Staat aber mit einem hohen Arbeitslosengeld dafür, dass diese Menschen danach nicht in ein Loch fallen und mit Weiterbildungen und Umschulungen dafür, dass sie schnell wieder einen neuen Job finden. Für Deutschland denkt etwa CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann darüber nach, die Grenze für dieses Modell bei einem Jahresbruttoeinkommen von 100.000 Euro zu setzen. Für alle Menschen mit niedrigerem Einkommen würde sich also nichts ändern.

Für Unternehmen hätte eine Lockerung große Vorteile, weil sie eben hochbezahlte Mitarbeiter schneller wieder entlassen können. Für den Staat wird das aber teuer, weil er diese Personen unterstützen und eventuell weiterbilden muss. Das funktioniert in Deutschland schon bei schlechter qualifizierten Arbeitslosen nur mittelmäßig. Auch für die betroffenen Arbeitnehmer wäre ein besserer Kündigungsschutz von Vorteil. Auf der anderen Seite belegen Studien, etwa der OECD, dass Länder mit Flexicurity-Modellen sich schneller an konjunkturelle Schwankungen anpassen können und so weniger wirtschaftliche Verluste in Krisenzeiten haben.

Mehr Vollzeit, weniger Teilzeit
Das Eingangszitat von Reiche, wonach wir alle mehr arbeiten müssen, klingt erst einmal so, als sei der Ministerin die 40-Stunden-Woche zu wenig. Dem ist aber nicht so. Sie legt ihr Augenmerk auf den Punkt, den auch Ökonomen häufig kritisieren. Mit 20,8 Prozent haben wir eine der höchsten Teilzeitquoten der OECD-Länder. Gerade bei Frauen ist sie mit 34,5 Prozent sehr hoch.

Dabei ist die Frauenerwerbstätigkeit in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen. Heute haben 73,6 Prozent einen Job, noch 1990 waren es nur 57 Prozent. Doch viele dieser neu geschaffenen Jobs sind eben Teilzeitjobs. Nach einer Umfrage des Bundesfamilienministeriums aus dem vergangenen Jahr würde rund die Hälfte der nur in Teilzeit beschäftigten Frauen gerne Vollzeit arbeiten. Wäre das möglich, würden die geleisteten Arbeitsstunden in Deutschland nach oben schnellen – ohne Zwang, nur dadurch, dass Menschen so viel arbeiten können wie sie wollen.

Der größte Hebel für die deutsche Wirtschaft
Hier liegt tatsächlich der größte Hebel für die deutsche Wirtschaft. Das Bundesfamilienministerium schätzt, dass uns derzeit die Arbeitszeit von 840.000 Vollzeitstellen verloren geht, weil Frauen in Teilzeit arbeiten. Das würde ausreichen, um den derzeitigen Fachkräftemangel abzudecken. Auf die Zukunft hochgerechnet, würde es zumindest einen hohen Anteil abfedern.

Um dies zu ermöglichen, müssten Frauen, besonders Mütter, die Chance dazu haben, Vollzeit zu arbeiten. Das wiederum geht nur, wenn etwa die Kinderbetreuung stark ausgebaut und möglichst kostenlos gehalten wird. Kinder sind das größte Hindernis für Frauen, in Vollzeit zu arbeiten. Das sieht auch Reiche so, die den Ausbau der Kinderbetreuung deswegen als wichtigstes Vorhaben in dieser Hinsicht sieht. Zudem denkt sie über steuerliche Vorteile beim Wechsel von Teilzeit in Vollzeit nach.

Teilzeitaufstockungsprämie kommt 2026
2026 wird dazu bereits die Teilzeitaufstockungsprämie eingeführt. Diese einmalige Prämie dürfen Arbeitgeber Arbeitnehmern steuerfrei anbieten, um diese vom Wechsel zu überzeugen. Theoretisch kann sie so hoch sein wie der Arbeitgeber möchte, aber steuerfrei gestellt werden 225 Euro pro Stunde, die aufgestockt wird. Die obere Grenze liegt bei 4500 Euro. Sie würde erreicht, wenn jemand von einem 20-Stunden- in einen 40-Stunden-Job wechselt.

Voraussetzung ist, dass die Erhöhung der Arbeitszeit für mindestens zwei Jahre Bestand hat. Entsprechend greift die steuerfreie Prämie nicht, wenn Sie in einem befristeten Teilzeitjob arbeiten, dessen Vertragsdauer in weniger als zwei Jahren ausläuft. Ebenfalls ausgeschlossen sind wie bei den steuerfreien Überstunden Arbeitnehmer, die vor weniger als einem Jahr erst ihre Arbeitszeit von Voll- auf Teilzeit verkürzt haben. Ausnahmen gibt es, wenn dies bereits vor dem 1. Juli passierte.

https://www.focus.de/finanzen/news/leic ... 04e97.html
Das isst eine sehr vereinfachte (und falsche) Darstellung des dänischen Systems.

Der Kündigungsschutz ist nicht nur für MA mit hohem Einkommen gering, sondern für alle. Man kann immer Leute entlassen wenn es nicht genug zu tun gibt. Soziale Parameter spielen keine Rolle, es sei denn man nimmt Rücksicht weil man ein ordentlicher Mensch sein möchte. Ausgenommen sind Betriebsräte und Arbeitschutzbeauftragte. Die wird man so gut wie gar nicht los.
Sehe auch nicht warum man ausgerechnet die mit hohem Gehalt leichter loswerden soll. Wenn ein Unternehmen Probleme und Entlassungen notwendig sind hat sollte man die loswerden können auf die man am ehesten verzichten kann.

Das hohe Arbeitslosengeld kommt nicht vom Staat. Das bekommt man von einer "A-kasse", wenn man sich denn dazu entschieden hat einer bei zu treten. Dann bekommt man 90% des durchschnittlichen Brutto gehalts der letzten 12 Monate, aber gedeckelt bei etwa 2.950 EUR. Und es sind einige Bedingungen daran gebunden.
Falls man da kein Mitglies ist gibt es die basisunterstützung von etwa 1.700 EUR (plus etwas extra für Kinder und eventuell für wohnen).

Ja, Umschulungen und Fortbildungen gibt es, aber die sind auch keine Garantie dass man eine neu Arbeit findet wenn die Konjunktur schwächelt.

Ein grosser Unterschied ist, dass es in DK einfach nicht so sehr als ein "Schnadfleck" gesehen wird wenn man mal entlassen wurde. Da habe ich in Deutschland immer noch das Gefühl dass man dann mit einem Makel behaftet ist. Es ist einfach normaler hier und Arbeitgeber sortieren jemanden nicht aus deswegen. Dass es in persönlicher Hinsicht sehr hart sein kann ist mir klar.
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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

H_D hat geschrieben: zum Beitrag navigieren31. Dez 2025, 20:34
Knolle hat geschrieben: zum Beitrag navigieren31. Dez 2025, 10:32
Harun hat geschrieben: zum Beitrag navigieren31. Dez 2025, 08:35

Welche Alternativen hast du, wenn die einfach nein sagen?
Das ist halt immer die Frage, ob man die Eier hat, um zu wechseln oder zu gehen.
Es kommt natürlich auch drauf an, ob es durch den Tarif Erhöhungen gibt. Bei mir sorgt die IGBCE hoffentlich dafür, dass es jedes Jahr 2-3% mehr gibt.
In meiner alten Firma war eine, die seit 10 Jahren keine Erhöhung bekommen hat und nix gesagt hat. Konsequenz ist natürlich ein Nettolohnverlust, aber was hat sie gemacht? Richtig, nix.

Eine Möglichkeit ist natürlich auch zu sagen, dass man gerne einen Entwicklungspfad haben möchte. Was muss passieren, damit man eine Gehaltserhöhung bekommt? Welche skills/Tätigkeiten, Aufgaben sind notwendig?
Dann kannst du dir auch herleiten, wie viele Jahre du dort noch verschwenden wirst
Die Alternativen sind ja begrenzt
- wenn kein Angebot der GF kommt das bisherige Gehalt akzeptieren
- deren Angebot annehmen
- anderen Job suchen

Ich habe es jahrelang abgelehnt Führungskraft zu sein, weil ich nicht delegieren kann und eher in die fachspezifische Richtung gegangen bin. Jetzt bin ich zwar für X Themen verantwortlich, aber mit X Leuten unter sich hat man wohl doch ein ganz anderes Standing

Das finde ich gut, dass du die Einsicht hast was du eben NICHT gut kannst und deshalb diese Richtung nicht eingeschlagen hast. Habe selber Chefs gehabt die entweder nicht delegierne können und / oder mikromanagen. Das ist furchtbar (für mich). Ich musste das selber auch lernen. Inzwischen bin ich ganz gut darin Leute zu haben die meine Mängel in verschiedenen Bereichen gut ausgleichen können, in bestimmten Bereichen besser sind als ich. Ist meiner Meinung nach eine wichtige Eigenschaft als Fürungskraft

Das das Standing angeht kommt es ja drauf an. Es gibt Fürungspositionen die sind einfacher zu ersetzen als andere, genau wie bei Spezialisten. Letztendlich geht es immer weiter, auch wenn man manchmal dachte "wenn der oder die geht bricht es zusammen". Haeb ich am Anfang meiner Laufbahn auch manchmal gedacht. Tut es ganz einfach nicht.
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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

H_D hat geschrieben: zum Beitrag navigieren1. Jan 2026, 12:04 GF sagt halt wenn keiner mehr verlangt sind sie selber schuld
Kann man so machen. Aber man riskiert eben, dass gute Leute, die nicht so gerne auf die Kacke hauen und sich promovieren einfach still und leise verschwinden. Ist ja nicht immer der der Beste der am lautesten brüllt.

Ich sehe die Aufgaben einer FK auch darin so was möglichst frühzeitig zu erkennen und was zu machen.
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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

Bei guten, aber introvertierten Leuten das Gehalt einfach so zu lassen ist meiner Erfahrung nach die Garantie dafür, dass die irgendwann weg sind. Selbst wenn die Inflation usw. selber nicht auf dem Schirm haben, wächst die Differenz zu vergleichbaren Jobs ja jedes Jahr weiter. Irgendwann sind das halt 10k pa und dann ist es nicht mehr egal.

Jetzt gibt es Chefs, die einfach nicht langfristig denken und sich über kurzfristige Scheinersparnisse freuen. Hab auch einige erlebt, die manchen Jobs einfach keine große Relevanz beimessen und denken: Kommt halt der Nächste. Das waren dann oft FKs, die keine Ahnung von der eigentlichen Tätigkeit des MA hatten, aber für die das kein Grund war, nicht die Relevanz zu bewerten. Wenn es dann nach dem Abgang mit dem neuen MA (der natürlich teurer war) monatelang geholpert hat, war der Ehemalige bzw. dessen Dokumentation, Prozesse usw. "schuld". Oder HR und die Stellenausschreibung.

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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

Viel schlimmer ist wahrscheinlich noch die, die aufgrund der Unzufriedenheit innerlich gekündigt haben und sich nichts Neues suchen. Da hast du dann welche, die aktiv das Geschäft sabotieren.
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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

Menschen funktionieren auch einfach nach Anreizen. Sind die Anreizsysteme für FKs so gestrickt,
dass kurzfristige Kostenersparnis wichtiger ist als mittel- oder langfristiges Denken, sehen auch die Handlung dementsprechen aus.

Viele geben sich immer der Ilussion hin, dass Menschen aus Idealismus X-tausend Euro liegen lassen würden, weil sie das "Richtige" tuen wollen.
Wenn man sich aber ehrlich macht, befindet der sich der Großteil der Menschen finanziell in einer Lage, dass Tausende Euros noch einen gewaltigen Unterschied machen.
Knolle hat geschrieben:
kann man sich Synthol in den Penis injizieren?
Givenchy hat geschrieben:
Würdet ihr 10kg pure hundescheiße für 1kg muskelmasse essen ? Hätte keine gesundheitlichen auswirkungen, nur geschmack halt
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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

Das kann man so pauschal ja auch nicht sagen und ist extrem individuell. Vermutlich sinkt mit steigendem Einkommen eher die Anreizfunktion weiterer Einkommenssteigerungen aus dem Job und weiche Faktoren wie Home-Office, flexible Arbeitszeiten usw bekommen mehr Gewicht.
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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

Moral Hazard und das Principal Agent Problem sind durch Studien über Jahrzehnte untersucht und nur weil es Ausnahmen gibt,
spricht das nicht gegen die Regel.

Zudem sind Incentives nicht nur finanzielle Anreize, sondern eben genau auch Dinge wie HO, Flexibilität usw.

Für was man diese Vergünstigungen erhält ist das Entscheidende, nicht welche es sind.
Knolle hat geschrieben:
kann man sich Synthol in den Penis injizieren?
Givenchy hat geschrieben:
Würdet ihr 10kg pure hundescheiße für 1kg muskelmasse essen ? Hätte keine gesundheitlichen auswirkungen, nur geschmack halt
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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

Maxim hat geschrieben: zum Beitrag navigieren7. Jan 2026, 10:30 Bei guten, aber introvertierten Leuten das Gehalt einfach so zu lassen ist meiner Erfahrung nach die Garantie dafür, dass die irgendwann weg sind. Selbst wenn die Inflation usw. selber nicht auf dem Schirm haben, wächst die Differenz zu vergleichbaren Jobs ja jedes Jahr weiter. Irgendwann sind das halt 10k pa und dann ist es nicht mehr egal.

Jetzt gibt es Chefs, die einfach nicht langfristig denken und sich über kurzfristige Scheinersparnisse freuen. Hab auch einige erlebt, die manchen Jobs einfach keine große Relevanz beimessen und denken: Kommt halt der Nächste. Das waren dann oft FKs, die keine Ahnung von der eigentlichen Tätigkeit des MA hatten, aber für die das kein Grund war, nicht die Relevanz zu bewerten. Wenn es dann nach dem Abgang mit dem neuen MA (der natürlich teurer war) monatelang geholpert hat, war der Ehemalige bzw. dessen Dokumentation, Prozesse usw. "schuld". Oder HR und die Stellenausschreibung.

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Sagt meine direkte FK ja selbst über meine Aufgaben :-)
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Re: Rund um die Arbeit / der große Job-Thread

clayz hat geschrieben: zum Beitrag navigieren7. Jan 2026, 10:33 Menschen funktionieren auch einfach nach Anreizen. Sind die Anreizsysteme für FKs so gestrickt,
dass kurzfristige Kostenersparnis wichtiger ist als mittel- oder langfristiges Denken, sehen auch die Handlung dementsprechen aus.

Viele geben sich immer der Ilussion hin, dass Menschen aus Idealismus X-tausend Euro liegen lassen würden, weil sie das "Richtige" tuen wollen.
Wenn man sich aber ehrlich macht, befindet der sich der Großteil der Menschen finanziell in einer Lage, dass Tausende Euros noch einen gewaltigen Unterschied machen.
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