Kris_Law hat geschrieben: zum Beitrag navigieren6. Feb 2026, 21:42
Piotr hat geschrieben: zum Beitrag navigieren6. Feb 2026, 21:28
Ohne Frau und ohne geplantem Kind würde ich maximal 30h die Woche arbeiten
Hold
Strebt einer an, auf FIRE zu gehen ? Ich finde die Logik hinter dem System nicht. Sagen wir mal, Person A entscheidet sich, ab 30 Jahren in 20-25 Jahren FIRE zu gehen (mit 55).
Er legt jeden Cent zur Seite, gönnt sich weniger bis nichts und arbeitet sich bis zum Burnout, bis das gewünschte Kapital am Ende seiner Laufbahn (also 55) erreicht ist. Natürlich alles kalkuliert.
Nun ist Person A in FIRE gegangen, um bis zum Tod weiterhin sparsam zu leben.
Im Gegenzug arbeitet Person B gewöhnlich und gönnt sich auch bis zur Rente viele Urlaube etc. Diese muss zwar zehn Jahre länger bis zur Rente arbeiten, hat aber „gelebt“.
Wenn ich das so vergleiche, sollte FIRE nur eine Option sein, wenn nicht auf das Geld geschaut werden muss resp. Genug Geld bis zum Tod da ist, ohne Abstriche zu machen. Leider merke ich auf Reddit, und zum Teil auch privat, dass diese in Variante A landen. Irgendwie traurig.
Für mich sind beide Varianten nicht anzuwenden. Zu viele Schulden und zu hohe fix Kosten.
Ja, doch. Aber damals hatte das Ding noch keinen Namen (so vor 25/30 Jahren). Uns war einfach immer schon eine sehr gute finanzielle Absicherung im Alter wichtig.
Dahinter steht ja auch die Grundfrage, wann du eher bereit bist, zu scheffeln: In jungen Jahren, wenn du noch jede Menge Kraft hast oder in späten Jahren, wenn es mühseliger wird? Für uns war klar, dass wir lieber in jungen Jahren hart arbeiten wollen und im fortgeschrittenen Alter die Wahl haben wollen, ob oder wie viel wir arbeiten wollen - ohne zu verarmen. Ich weiß zum Beispiel nicht, ob ich mein Arbeitspensum noch in einigen Jahren machen kann und will. Und deswegen war mir die Wahlmöglichkeit wichtig bei gleichzeitiger Haltung des Lebensstandards. Das Letzte passt nicht ganz zu dem Beispiel der Person A. Ich habe nicht vor, weiterhin sparsam zu leben, sondern plane größere Projekte, zum Beispiel Weltreisen auf einem Kreuzfahrtschiff und mehrere mehrmonatige Touren mit dem eigenen Luxus-Camper durch verschiedene Kontinente. Und das werde ich uns dann eben mal aus Rücklagen bezahlen können. Jetzt würde beides noch nicht gehen - nicht, weil das Geld noch nicht da ist, sondern weil wir die Kinder noch nicht so lange alleine lassen können und wollen. Die Projekte haben in unserem Alltag einfach derzeit noch keinen Platz und das fühlt sich richtig an.
Wichtig finde ich an dieser Stelle noch die Unterscheidung zwischen Sparsamkeit und Geiz. Wir waren und sind zwar sparsam, aber nicht geizig, haben immer in großen EFH gewohnt und teure Autos gefahren. Unsere Kinder haben alle ein eigenes Zimmer im Haus, Hobbys etc. Aber der Urlaub ging dann eben nicht immer ins Ausland, sondern gerade mit kleinen Kindern häufig ins Inland an die Küsten. Es gab auch viele Jahre, wo wir einfach gar nicht verreist sind. Das fühlte sich aber nie wie bewusster Verzicht an, sondern passte eben am besten zu unseren Lebensumständen. Viele andere Leute hätten sicherlich das noch überschüssige Geld großzügig „verlebt“, wir haben es über die Jahrzehnte konsequent in den Vermögensaufbau gesteckt. Zwischendurch hatte ich dann einige Zeit einen „Rappel“ von allem bekommen und meinte, jetzt müssten Luxushotels, Sterneküchen, Fernreisen und Designerklamotten her. Einige Jahre ausprobiert, erlebt…um dann zu merken: Okay, gar nichts verpasst

. Also zurück zur Basis.
Ursprünglich war gedacht, dass wir beide in einigen Jahren aufhören. Nun ist mir jedoch klar geworden, dass mein Beruf so sehr Teil meiner Identität geworden ist, dass mir zum jetzigen Zeitpunkt tatsächlich etwas fehlen würde. So kann das Leben gehen.
Also behalte ich mir die Optionen offen - reduzieren werde ich ganz sicher, aber vielleicht nicht ganz aufhören.