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In der Nacht zum 30. Juli, zwischen 01:10 und 01:51 Uhr UTC, sind 1.196 Bitcoin-Adressen leergeräumt worden: 1.082,65 BTC, nach damaligem Kurs rund 70,2 Millionen Dollar. Einundvierzig Minuten. Angefasst wurde dabei kein einziges der betroffenen Geräte — und genau das macht den Fall interessant.
Aufgefallen ist der Vorgang den Analysten von Galaxy Research, die den Abfluss auf der Blockchain kartiert und das systematische Muster erkannt haben. Leicht war das nicht: Eine Wallet, die vollständig geleert wird, sieht erst einmal genauso aus, als hätte der Besitzer seine Bestände selbst umgezogen. Erst die Menge und die Taktung verrieten, dass hier jemand eine Liste abgearbeitet hat.
Der Angreifer musste an keine Hardware heran. Er erzeugte Kandidaten für die geheimen Schlüssel auf eigenem Gerät, leitete daraus die zugehörigen Bitcoin-Adressen ab und glich sie gegen die öffentliche Blockchain ab — die liegt für jeden einsehbar im Netz. Wo ein Treffer mit Guthaben stand, war der passende Schlüssel schon berechnet. Das ganze Versprechen einer Hardware-Wallet lautet, dass der private Schlüssel das Gerät nie verlässt. Dieses Versprechen wurde hier nicht gebrochen, es war schlicht wertlos: Der Schlüssel musste das Gerät nie verlassen, weil er sich von außen nachrechnen ließ.