Kids sind im bett und ich liege mit müden Beinen in der Badewanne.
Die Anreise war gestern, dass das hotel unmittelbar von den Profis belagert war hab ich ja schon erzählt. Das war ein riesen boost für die Motivation.
Vorher gab es um 12 die Massage beim physio und Um 15 Uhr openers.
Haben uns dann noch alles angeschaut, sind pasta essen gegangen und danach recht zeitnah in die Falle, so gegen 10 habe ich gepennt.
Heute früh haben die beine sich dann doch etwas schwer angefühlt, ob es an der Massage, den 15.000 Schritten, den openers oder der Kombination aus allem lag kann ich nicht einschätzen.
Vielleicht war das auch nur der gewollte "druck" in den Beinen.
Beim Laden hatte ich es auch etwas übertrieben, habe Dienstag angefangen und war in summe so bei 2.5-2.7kg Kohlenhydraten über 3 Tage verteilt.
Entsprechend heute früh 0 Hunger.
2 kleine weizenbrötchen mit marmelade, das wars.
Dann mobility und stabi vorbereitend gemacht.
Nutrition vorbereitet (3 flaschen mit in summe 220g carbs +3 gels mit je 45g sowie 3 Backup riegel)
15 min warm gefahren und ab in den startblock.
Ich konnte mich so ins vordere Drittel von Block B vordrängeln, wäre gerne noch weiter vorne gewesen.
Ne minute vorm Start von Block A wurde dann Hells Bells gespielt, Gänsehautmoment.
Aller aller spätestens da war das System 100% online.
Von Münster wusste ich dass der Start in den vorderen Blocks erstmal stressig wird und es wurde vom Stand losgeballert.
Bis ortsausgang frankfurt stand ein Schnitt über 46. Frankfurt selbst hat sich durch kurven und anhalten wegen unfällen eher wie ein Kriterium angefühlt. Es musste weiss gott wie oft hart angetreten werden und ich habe besorgt auf den radcomputer geschaut und dran gezweifelt ob die 330W NP lange gut gehen.
Hier habe ich auch wieder ein paar Fehler gemacht die unnötig Energie gekostet haben. Ich habe Lücken aufgehen lassen und mit kurzen harten Spitzen geschlossen und bin zu weit hinter dem vordermann gefahren um den Windschatten maximal zu nutzen.
Was gut war, dass ich durch die meisten Kurven doch deutlich mehr speed mitnehmen konnte als in der Vergangenheit da ich öfter weiter außen in die Kurven bin.
So ging es dann in flotter Gruppe weiter Richtung feldberg.
Mein Plan war es hier von 330 Richtung 350W zu steigern und zu schauen wie ich durchhalte.
Dabei habe ich aber vergessen, dass im Rennen schon 200hm in der Anfahrt durch oberursel kommen und der Anstieg so deutlich länger ist
Ich habe mich dann am Fuß vom Feldberg umgeschaut und gesehen, dass genug Leute hinter mir sind und ich mir ums Thema Gruppe finden keine Gedanken machen muss.
Also unten erstmal tempo raus und dann langsam wieder aufgebaut.
Der Feldberg ging dann in 33:36 mit 338W durch - zufrieden.
Die Abfahrt lief ebenfalls deutlich besser als letztes Jahr. Da wurde ich noch von 3 Stellig Leuten überholt, dieses jahr hat mein Tempo ganz gut gepasst.
Ich habe mich dann nur von einem langsam vorausfahrenden irritieren lassen und es ist eine Lücke zur Gruppe aufgegangen.
Die in der Abfahrt zu schließen war mir nicht möglich.
Blick nach hinten, 5/6 vereinzelte Leute auch schon mit distanz zu mir.
Vor mir also die Gruppe die rollt , hinter mir keine Gruppe in Sicht und ich unentschlossen, ab da ging das Chaos los.
Eine Flasche hatte ich hinten im Trikot, am feldberg war flasche 1 leer also die volle aus dem Trikot in den Rahmen und eine leere dort rein.
Die hat sich dann auf der Abfahrt natürlich verabschiedet, zum Glück keinem was passiert.
Habe dann zu lange gezögert bzw. Meine Attacke nicht konsequent genug gesetzt. Ich bin irgendwie 4 oder 5 Minuten mit ordentlich Druck voll im Wind gefahren bis ich entschieden habe auf die nächste Gruppe zu warten.
In dieser dann tatsächlich gemerkt, dass in den flachen Passagen eigentlich mehr gehen würde. Dann das erste kopfsteinpflaster mit ordentlich Tempo.
Flasche 2, noch 90% voll und mit 90g carbs befüllt macht den Abgang.
In dem Moment war ich heilfroh 3 flaschen zu haben.
Blöderweise hat es nur ca. 10 Minuten gedauert bis bei km 65 dann meine dritte fast volle Flasche durch schlechtes erwischen eines gullideckels auch den Abgang gemacht hat.
Ich war also leer, 20km vor dem Ziel.
Unterversorgt weil die carbs überwiegend mit Flüssigkeit geplant waren und genervt.
KM 73 gab es dann eine verpflegungsstation.
Ich habe mich in der Gruppe recht weit vor gesetzt. Bin da raus, habe nach Flasche gefragt. Bis das Thema erklärt war war das Feld natürlich weg. Ich hab dann einem Helfer eine 1l Flasche aus der Hand gerissen, 4 große schlucke getrunken (200-300ml) und bin weiter geballert. Als ich am anfahren war wurde mir zugerufen sie hätten ne kleine Flasche für mich.
Habe mich bedankt und entgegnet, dass ich leider da vorne hinterher muss. Hat für Lacher gesorgt.
Diesmal wollte ich konsequent sein, habe also angesetzt und das ding zu gemacht.
Unterwegs hat mich noch jemand gebeten ihn mitzuziehen, habe dann kurz gewartet, sein Kumpel konnte aber nicht also hat er dann auch abgelehnt. Hier natürlich wieder Energie verschenkt weil ich die Lücke nochmal hab größer werden lassen.
Dann war ich wieder an der Gruppe dran und es Kam auch recht schnell die Trennung Richtung Ziel oder mammolshain.
Da ich das Gefühl hatte meine Ambition top10 AK könnte klappen und sowieso unterverpflegt war habe ich auf den Stich verzichtet und bin Richtung Ziel.
Hier dann nochmal alles raus was ging und zufrieden über die Linie gerollt. Ein sprint finish gab es diesmal leider nicht.
Das Wetter war genial, das rennen hat mords Laune gemacht. Die Fehlerquote im Vergleich zu Münster im Herbst ist viel niedriger und ca. 1.5 Stunden nach Zieleinlauf dann noch die Bestätigung aus der Zeitnahme die top 10 AK tatsächlich geknackt zu haben war die kirsche auf dem eis
Zeit 2:20
NP 321W
Avg 158 bpm (sehr hoch für mich)
Screenshots zu Daten folgen