Hallo Lifters-Lounge,
ich wage mich mal leise und vorsichtig zurück ans Loggen.
Habe auf Team Andro von 2011-2014/15 bereits geloggt. Das waren meine persönlichen, goldenen Zeiten was Gym & Form anbelangt. Damals mein Leben auch sehr nach BB-Lifestyle ausgerichtet, als natural und mit durchschnittlicher Genetik aber natürlich nicht wie ein BB ausgesehen. Aber immerhin 10 Jahre im legendären TopGym in Wien trainiert
Warum heißt der Thread "Von der Diagnose zurück ins Gym"? Auf Team-Andro hatte ich ja wie erwähnt einen Log. Dort haben einige Leute mitgelesen und
@H_D hat mal kommentiert ich sähe "stabil aus" für einen Lehrer.
@H_D wird sich nicht mehr daran erinnern. Hab aber meinen Log vor TA-Schließung gespeichert und Beweise

Bin schon lang nicht mehr als Gymnasial-Lehrer tätig, hab ich nur kurz gemacht.
Grundsätzlich war ich nicht dafür bekannt eine besonders beeindruckende Genetik oder Form zu haben, sondern leider schrieben damals schon viele Mitlesende ich hätte immer "Pech mit der Gesundheit". Fuck my life, kann ich nicht abstreiten. Während ich mehrer Blutvergiftungen, schwere Lebensmittelvergiftung, allergische Reaktionen, Trainingsverletzungen uvm. hatte sollte leider die wirkliche Odysee erst beginnen. Ich pack die unzähligen Diagnosen und Geschichte(n) mal in einen Spoiler.
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Mit Beendigung meines Studiums war ich weniger auf TA aktiv (2014) und eher sporadisch am Posten, viel in der passiven Mitleser-Rolle. Ich begann zu arbeiten, wurde in meinem Arbeitsbereich befördert, befördert, hab Arbeitgeber gewechselt, bin aufgestiegen, hab Angebote in der Lehre bekommen und hatte schließlich parallel Jobs in Leitungsfunktion + Lehre. 60h Wochen waren Standard. 3 Jahre lang habe ich so noch trainiert bis , allerdings außerhalb der Diät nicht mehr mit Ernährungstracking. Mit 2018 nahm das Trainingspensum ab bis zur Pandemie. Ich habe zwar immer wieder trainiert, aber keine Regelmäßigkeit mehr reingebracht. Hatten einen Hund der katastrophaler ADHS-Hund war und zusätzlich zu 60h Arbeit und Beziehung war ich eben nicht mehr fähig regelmäßig zu gehen.
Bandscheibenvorfall 1. Mit 2020 und Corona hab ich mir ein Home Gym eingerichtet, weil ich wusste Lockdowns und Co kacken mir so in die Psyche rein, dass ich aktiv sein muss, um diese Zeit psychisch unbeschadet zu überstehen. Ich bin nicht der Typ der sich gern daheim einigelt und das Wochenende auf der Couch chillt. Also HomeGym eingerichtet, gleich gestartet und zuviel gewollt. Hatte durch das viele arbeiten und viel im Auto sitzen schon lange Rückenprobleme, die ich aufgrund des Stress ignoriert hatte - dann im 1. Lockdown Bandscheibenvorfall. Was folgte waren 3,5 Jahre massive Einschränkungen und ich hatte Angst wie Ronnie Coleman zu enden (OPs mit Versteifung der LWS standen im Raum). Einige Ärzte meinten ich müsse mit den Schmerzen leben und es würde wohl so bleiben. Ich war schiefer als der schiefe Turm von Pisa, meine Rückenstrecker waren jahrelang 2 Betonpfeiler weil verkrampft. Schmerzinfusionen, Physio etc. alles brachte nix. Zugegeben: ich hatte weiterhin massiven Workload und Stress und eine extrem kritische Aufgabe mit einem Projekt, das ich nicht abgeben konnte. Folge war: Ich hatte nie Zeit zu entspannen. Na gut, nach 1,5 Jahren Schmerzen bin ich auf 5 wöchige Schmerz-Reha. Tat mega gut, war wichtig und habe dort trainiert (soweit es die Reha Geräte zugelassen haben). Ich als heilloser Optimist, dachte mir: Geil es ist nun vorbei, diese 1,5 Jahre voll schlafloser Nächte, Schmerztabletten und Magenschutz, tausenden Eur an Arztkosten - sind Geschichte. Dann fuhr ich von der Reha nach Hause.
Bandscheibenkomplikation / Gleitwirbel nach hinten (dorsal) Retrolisthese. Ich saß an besagtem Nachmittag mit meiner heutigen Frau, damals noch Freundin, an einem schönen grünen Fleck in Wien, blickte auf die Stadt und wir sprachen darüber, wie befreiend es ist, wieder gehen zu können. Davor konnte ich das nur an guten Tagen, gearbeitet hab ich oft im Liegen. Der Weg in die Arbeit, endetet mit blutigen Lippen, da ich trotz Schmerztabletten so Schmerzen hatte, dass ich mir irgendeinen Kompensationsschmerz bescheren musste. Aber das sollte ja nun Geschichte sein.
Also wir beiden, damals schon 8 Jahre ein Paar, blicken auf die Stadt und gelöst, weil alles so normal war wieder, sprechen wir über Kinderplanung (die schon immer mal Thema war aber in der Zeit mit den Schmerzen ausgeschlossen). Nun sprach nichts dagegen. Machen wir. Probieren wir. Haben probiert, im ersten Zyklus hats geklappt - und wäre das nicht so gewesen, wäre unsere Tochter wohl heute nicht auf der Welt. Denn ca. 3 Wochen nach diesem Gespräch begannt erst die wirkliche Odyssee. Ich bückte mich eines Abends, um unseren Hund das Futter zu geben, plötzlich zack - Hexenschuss. Das Futter flog durch die Luft und das war für weitere 1,5 Jahre mehrmals die Woche meine Realität. Ich hatte 3-4 Hexenschüsse pro Woche. Alles war völlig verhärtet, ich war schiefer als zuvor. Ich konnte nachts nicht schlafen, da ich beim Umdrehen im Bett Hexenschüsse hatte. MRT, Verdacht auf Morbus Bechterew, Verdacht nicht bestätigt. Von Arzt zu Arzt zu Arzt, von Physio zu Physio. Irgendwann fand ich einen Arzt, der mir offenbarte, dass alle einen Gleitwirbel nach hinten (sehr ausgeprägt) übersehen hatten und das mein Problem sei. Meine Frau war da schon im 2. Monat schwanger. Ich hatte Schiss. Wie soll das klappen, ich kann 20 Meter gehen, dann muss ich mich hinlegen. Wie soll ich Vater sein?
Durchstechen des Duralsacks/medizinischer Fehler: CT gezielte Injektionen halfen zeitweise. Dann traf ich auf einen Arzt, der mir eine solche Injektion ohne Zustimmung setzte, ohne CT, er war/ist ein Anästhesist, ich wusste nicht was er vor hat, er meinte er gibt mir Spritze gegen die Schmerzen. Was er tat war, mir die Spritze so zu setzen, dass - ohne seines und meines Wissens - der Duralsack im Rückenmark durchstochen wurde. Ich ging nach Hause. Spürte beim Rausgehen, dass ich etwas Kopfweh hatte. Dachte mir, ist wohl das Wetter. Ging mit einem Kumpel was trinken. Die Zeit war so frustrierend, hatte 10 Jahre kaum/keinen Alk getrunken, an dem Abend warens 2 Cocktails und war dann gleich etwas bedient. Am nächsten Tag Kopfweh aus der Hölle. Dachte, es muss wohl der Alk sein. Das Kopfweh wurde ein Hämmern, ich konnte nicht mehr aufstehen sonst hatte ich das Gefühl mein Kopf platzt. Als es einen Tag später noch schlimmer wurde, bin ich ins Krankenhaus. Konnte aber nicht mehr Sitzen, nur Liegen weil da waren die Schmerzen besser. Im Krankenhaus erklärte man mir, als ich sitzend und schreiend da saß, ich hätte Nackenverspannungen. 3 Säckchen Infusionen folgten. Wirkung war NULL. Das kann nicht sein, meinten die Ärzte, schickten mich nach Hause. Ich lag also zu Hause, wusste das KÖNNEN keine Nackenschmerzen sein, das sind Schmerzen aus der Hölle - dachte mir fuck, was wenn das ein Hirntumor ist - meine Frau schwanger ....na toll. Solche Hirngespinste malte ich mir schon aus. Es wurde nicht besser, sondern wenn ich aufstand und herumging wurde es schlimmer. Ich bin dann zu einem weiteren Arzt, Wahlarzt natürlich, er nahm sich 2h Zeit und hat mit mir Tag für Tag die letzten 10 (oder warens 14) Tage analysiert und kam dann durch Überlegung / Nachschlagen darauf, dass wohl ein irrtümliches Durchstechen des Duralsacks, das Liquor-Unterdruck Syndrom ausgelöst hatte. Das Ganze wurde so gereizt, dass sich die Schmerzen potenzierten.
Gut, Theobromin und Koffein einnehmen, dann 7 Tage später wurde es besser. Es war August, sauheiß und ich hatte Urlaub. Krankenstand wollt ich nicht gehen, da ich aufgrund Reha schon 5 Wochen weg war. Hatte damals noch leitende Funktion und Angst gekündigt zu werden.
Ein halbes Jahr verging, ich hatte weiterhin 3-4 Hexenschüsse, bin in der Straßenbahn zusammengebrochen, auf dem Schutzweg liegen geblieben und konnte nicht mehr aufstehen, vom Rettungswagen mehrmals aus dem Büro ins KH verfrachtet worden. 1 Monat vor der Geburt machte ich gerade einen Finanzbericht für meine Einrichtung (leitete eine Tochter meines AG) und entdeckte einen komischen Knoten in meiner Handinnenfläche. Komisch - hart, unbeweglich - schmierte mir Salben drauf. Ging nicht weg. Ging zum Handchirurgen.
Diagnose Morbus Dupuytren, unheilbare Handerkrankung, Gründe unbekannt wohl genetisch (war damals grad 34 geworden, ist EXTREM selten in meinem Alter, üblicherweise ab 60-70 Jahre dann oft harmlos, wenn in jungen Jahren dann oft aggressiv. Googlet: Bill Nighy hands, der hatte es auch mit 25 schon). Für mich besonders schmerzhaft: Belastung triggert die Krankheit, Vibration triggert die Krankheit. Ärzte meinten: Kein Krafttrainig mehr. Hände nicht übermäßig belasten. Studien gelesen, Studien die mir Angst machten gelesen, dann aufgrund des jungen Alters dafür entschieden eine Hand bestrahlen zu lassen. Betroffen waren nämlich dann nach einigen Wochen schon beide Hände, hab mich aber dafür entschieden nur 1 Hand und nur die Hälfte der Dosis zu bestrahlen, da mir das sekundäre Krebsrisiko zu heikel erschien. Also viel gelesen, mit Ärzten weltweit gesprochen, mich vernetzt und letztlich eine Hand bestrahlt.
Ein weiteres halbes Jahr machten die Knie so extreme Knirschgeräusche, aber keine Schmerzen - Diagnose beide Knie- Knorpelschaden höchster Grad rechts, Grad 3 links - hab aber keinen Eingriff oÄ gemacht und bis dato keine Probleme. Versuche eben die Bereiche rund um gut zu stärken.
In der ganzen Zeit hatten wir eine Tochter zu betreuen, die ziemlich sicher ADHS hat - unsere Tochter war 3 Jahre lang jede Nacht schreiend und hellwach in der Nacht für 2-3h. Erst mit 2,5 J in die Kita, aber Kita nur 2-2,5 h möglich das erste Jahr. Ein Kind das mega intelligent, kreativ und lieb aber eben auch extrem impulsiv und reizempfindlich ist. Wir haben mega viel investiert und wir haben das richtig gut hinbekommen - auch die Pädagogen in der KITA sagen das, was uns natürlich freut. Ich konnte meine Tochter bei Geburt aufgrund der Hexenschüsse nicht tragen, nur im Liegen mit Schmerzen auf mir haben, das hab ich auch beinhart 2-3h am Tag so gemacht. Meine gesundheitlichen Themen haben mir gezeigt was zählt im Leben, Entschluss: 6 Monate Elternzeit, dann Leitung abgegeben, auf 20h reduziert und 2 jahre 50/50 Papa und Job gemacht. Mittlerweile arbeite ich 30h. Wir haben zum Glück finanziell ausgesorgt, sonst würd es mir wohl nicht so gehen.
Und das Ganze fand statt im Corona Wahnsinn, während sich die Familie über Maßnahme, Impfung stritt und ich war in einem Job tätig, der direkt damit zu tun hatte auf einer vermittelnden Ebene.
Ich weiß, der Text im Spoiler ist etwas länger ausgefallen. Aber ich wollte es differenziert schildern, denn während dieser Zeit, haben mich diese Influencer mit ihrer "Dedication" und "Hard work"-Mentalität so hart genervt. Ich hatte 60h die Woche hard geworked, war trotzdem trainieren und 2 Jahre später ging ich im Dunklen duschen, weil ich meinen schiefen Körper, der zu zerfallen schien, nicht mehr ansehen konnte. Dann folgte Diagnose auf Diagnose.
Ich fand trotz der ärztlichen Empfehlung, aufgrund meiner Erkrankung nicht mehr zu trainieren, einen Weg wieder zu trainieren und trainiere nun angepasst mit Handschuhen, Schaumstoffpads und 90% mit Zughaken oder Cuffed. Ich verwende meine Hände also quasi gar nicht beim Training. Klimmzüge hänge ich zB nur am Zughaken.
Ich habe nun Anfang März angefangen wieder regelmäßiger ins Gym zu gehen. Unsere Tochter schläft stabiler. Mir gehts mental wieder besser (Schlafentzug war ja wegen Gesundheit schon seit 2020, mit Tochter bis Anfang des Jahres - 2,5h+2,5h gestückelt pro Nacht im Schnitt). Deshalb möchte ich hier probieren zu loggen. Ich werde einige alte Bilder und aktuelle Bilder reinbringen. Grundsätzlich bin ich nicht extrem fett, ich hab die letzten beiden Jahre immer wieder phasenweise ordentlich trainiert, wenn es mit unserer Tochter besser ging. Allerdings folgten dann wieder oft 3-4-5 Monate ohne Einheit oder 1x in 10 Tagen-Phasen. Das ist nun hoffentlich Geschichte. Manche Kraftwerte sind ok, manche Übungen sind immer noch Stärken (zb Klimmzüge breit 13x BW sauber geht schon wieder, hatte ich früher aber mit 30kg+ Zusatzgewicht gemacht).
Ich hoffe ein paar lesen mit hier. Würd mich freuen. Schauen wir ob ich´s regelmäßig schaffe.
Zu mir:
38 Jahre alt
lebe in Wien
180cm/87kg
verheiratet, eine Tochter
beruflich im Bereich Politik/Bildung/Wissenschaft tätig
Fotos von 2012 nach 3 Jahren Training und meiner ersten Diät
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onelife hat geschrieben: zum Beitrag navigieren19. Apr 2026, 11:05
Hier noch ein paar Fotos, von 2012 nach meiner ersten Diät und ca. 3 Jahren Training, erstes Jahr wie bei den meisten Anfängern aber einfach irgendwas trainiert.
Ergänze die Fotos dann im Startpost auch noch und pack sie hier in einen Spoiler
Damals war ich ca 23 hatte erst mit 20 mit Sport/Training begonnen - davor bis ca 12 LJ Tennis gespielt, dann gar nichts mehr gemacht außer Alk & Junk in den Jugendjahren.
Schauen wir mal ob ich nun mit 38 auch noch eine halbwegs annehmbare Form hinbekomme, angesichts der Verpflichtungen und des stressigeren Alltags.
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