Sciencethread Training

Allgemeine Fragen zum Thema Bodybuilding- und Fitnesstraining.
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H_D
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Re: Sciencethread Training

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Re: Sciencethread Training

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Re: Sciencethread Training

Ungefähr das was M.A.S.S. schon seit ein paar Jahren predigt. :thumbup:
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H_D
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Re: Sciencethread Training

Das ist ja die Argumentation von Beardsley für Intra oder?

Glykogenreduktion vs. Leistungsfähigkeit
Es wird angenommen, dass eine Einschränkung der Muskelkontraktion auftritt, wenn die Glykogenkonzentration unter einen kritischen Schwellenwert von etwa 280–300 mmol·kg⁻¹ Trockengewicht fällt. Unterhalb dieses Bereichs kann die Calciumfreisetzung aus dem sarkoplasmatischen Retikulum beeinträchtigt werden, was die Kraftentwicklung limitiert und zur Ermüdung beiträgt.
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Re: Sciencethread Training

war nicht erst irgendwo thema, dass es im endeffekt nur um den blutzucker geht?
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Re: Sciencethread Training

Geht ihm wohl vor allem um den Tryptophangehalt
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Re: Sciencethread Training

Alvarez M, Enes A, Wadhi T et al. Don’t Sweat the Swelling: Exercise Volume’s Transient Effects in Trained
Males. International Journal of Sports Medicine 2026. doi: 10.1055/a-2791-5145

Hintergrund:
Krafttraining ist ohne Frage eines der effektivsten Mittel, um Muskelmasse und Kraft aufzubauen. Unter Trainierenden gilt dabei das Volumen einer Trainingseinheit – also die Anzahl der Sätze pro Muskelgruppe – als ein zentraler Hebel für Hypertrophie. Studien deuten darauf hin, dass mehr Volumen in der Regel zu mehr Wachstum führt, jedoch nur bis zu einem gewissen Punkt: Irgendwann flacht der Nutzen ab, und zusätzliche Sätze bringen nur marginale Effekte.

Ein interessanter Aspekt, der in der Praxis oft für Verwirrung sorgt, sind die akuten Reaktionen der Muskulatur nach dem Training. Dazu zählen:

Muskelpump / Schwellung: Eine kurzfristige Zunahme der Muskelgröße, meist durch Flüssigkeitsverschiebungen und Metabolitenansammlungen verursacht. Diese Art der Schwellung klingt in der Regel innerhalb von 24 Stunden ab.

Exercise-Induced Muscle Damage (EIMD) / muskuläre Mikrotraumen: Strukturelle Belastungen der Muskelfasern, die Entzündungen und Ödeme auslösen können. Diese Effekte zeigen sich erst über 24–72 Stunden und können die Kraftentwicklung kurzfristig beeinträchtigen.

Für Trainierende und Coaches ist es entscheidend zu wissen, dass nicht jede Schwellung gleich Muskel- oder Trainingsschaden bedeutet. Besonders bei erfahrenen Sportlern, deren Muskeln durch den sogenannten „Repeated Bout Effect“ geschützt sind, führen höhere Satzvolumina nicht automatisch zu nachhaltigen Schäden.

Die aktuelle Forschungslücke: Während viele Langzeitstudien die Beziehung zwischen Volumen und Hypertrophie untersuchen, war bislang unklar, wie unterschiedliche Satzvolumina akute Muskelreaktionen beeinflussen, insbesondere bei trainierten Athleten. Die Frage lautet: Verzerrt kurzfristige Schwellung die Messung von Muskelwachstum? Wir schauen uns die neue Arbeit von Alvarez et al. (2026) einmal genauer an.

Fazit:
Volumen, Wahrnehmung und die Realität der Regeneration
Die Studie untersuchte trainierte Männer unter ökologisch validen Bedingungen – also in einem Setting, das einem echten Hypertrophie-Training entspricht und nicht darauf ausgelegt war, absichtlich massive Muskelschäden (EIMD) zu provozieren. Durch die isolierte Manipulation der Satzanzahl (7, 14 oder 21 Sätze) bei sonst konstanten Variablen können präzise Rückschlüsse auf die Volumenwirkung gezogen werden.

Die Kernpunkte der Autoren:
Performance-Stabilität: Trotz der deutlichen Unterschiede in der subjektiven Wahrnehmung (RPE/PRS) hatte das unterschiedliche Trainingsvolumen keinen Einfluss auf die Volumenlast.

Kurzlebiger Pump: Sowohl die Muskeldicke als auch die Echo-Intensität kehrten bereits innerhalb von 24 Stunden nach der Trainingseinheit auf das Ausgangsniveau zurück.

Kein nachhaltiges Ödem: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass fortgeschrittene Athleten selbst bei Hochvolumen-Einheiten lediglich eine kurzzeitige Schwellung („transient swelling“) erleben und keine langanhaltenden Ödeme, wie sie bei schweren Muskelschäden typisch wären.


Was bedeutet das für die Praxis?
Für uns als Coaches und Sportwissenschaftler bedeutet das vor allem eines: Transparenz in der Diagnostik und Planung.

Validität von Messungen: Werden morphologische Messungen (wie Ultraschall zur Hypertrophiekontrolle) bei trainierten Athleten durchgeführt, sind diese bereits 24 Stunden nach der Belastung nicht mehr durch akute Schwellungen verfälscht. Der „Messfehler durch Pump“ ist also geringer als oft angenommen.
Physiologische Robustheit vs. zentralnervöse Ermüdung: Ein Athlet kann physiologisch bereit sein (MT und Performance sind zurück auf Baseline), sich aber dennoch mental erschöpft fühlen (PRS bleibt niedrig). Hier gilt es, die Balance zwischen „Hardcore-Training“ und langfristiger Belastungsverträglichkeit zu finden.
Volumen-Effizienz: Da 21 Sätze im Vergleich zu 7 oder 14 Sätzen keine länger anhaltende morphologische Reaktion auslösen, aber die gefühlte Erschöpfung massiv steigerten, sollte das Volumen pro Einheit klug gewählt werden, um die Frequenz über die Woche nicht zu gefährden.
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Re: Sciencethread Training

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Re: Sciencethread Training

Verstehe eh nicht seit wann oder wie plötzlich der Beardsley Experte in dem Gebiet geworden ist...
Kam für mich auch so gefühlt aus dem nichts.
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Re: Sciencethread Training

hab den direkt auch gar nicht mitbekommen, ist nur irgendwie durch die "science" schiene aufgetaucht
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Piotr
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Re: Sciencethread Training

Netzokhul hat geschrieben: zum Beitrag navigieren13. Feb 2026, 06:06 Verstehe eh nicht seit wann oder wie plötzlich der Beardsley Experte in dem Gebiet geworden ist...
Kam für mich auch so gefühlt aus dem nichts.
Beardsley ist einfach in guter Researcher
(Gut, nicht sehr gut und etwas biased)
Man sollte jetzt nicht den Fehler machen und es so darstellen als ob alles Schwachsinn ist. Am Ende steht es ja jedem frei in die Diskussion zu gehen.

Aber so weit mir bekannt:
Die Reichweite kam durch Paul Carter
Der hat schon immer irgendwo kopiert, irgendwann dann eben von Beardsley.
Daraus ist auch eine Zusammenarbeit entstanden.
Am Ende war Paul Carter einfach ein dummer, aggressiver Papagei der Inhalte von Beardsley anders verpackt und dann wiedergegeben hat.

Es kam was kommen musste, irgendwann konnte auch Beardsley nicht mehr mit der Person Paul zusammen arbeiten. Die sind im Streit auseinander gegangen.
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Re: Sciencethread Training

Jeder, wie er mag.
Ich bin da eh kein Fan davon, immer direkt aus einzelnen Studien irgendwas abzuleiten.
Genauso wenig von diesem ganzen Biomechanik-Content von Kassem Hanson.

Klar, die leben davon, möglichst viel Content zu erschaffen, und das ein oder andere ist durchaus interessant, aber wie gut man daraus dann direkt konkrete Trainingsempfehlungen ableiten kann, wage ich doch mal stark zu bezweifeln.

Ist ja auch etwas, was oft am „Science-Based“-Training kritisiert wird, dass nur noch so fancy Shit gemacht wird.
Für mich ist das nicht mal richtig science-based, weil es alles eher auf theoretischen Mechanismen basiert und weniger auf der Basis realer Daten des Muskelwachstums von getesteten Probanden.
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Re: Sciencethread Training

Netzokhul hat geschrieben: zum Beitrag navigieren13. Feb 2026, 12:44 Jeder, wie er mag.
Ich bin da eh kein Fan davon, immer direkt aus einzelnen Studien irgendwas abzuleiten.
Genauso wenig von diesem ganzen Biomechanik-Content von Kassem Hanson.

Klar, die leben davon, möglichst viel Content zu erschaffen, und das ein oder andere ist durchaus interessant, aber wie gut man daraus dann direkt konkrete Trainingsempfehlungen ableiten kann, wage ich doch mal stark zu bezweifeln.

Ist ja auch etwas, was oft am „Science-Based“-Training kritisiert wird, dass nur noch so fancy Shit gemacht wird.
Für mich ist das nicht mal richtig science-based, weil es alles eher auf theoretischen Mechanismen basiert und weniger auf der Basis realer Daten des Muskelwachstums von getesteten Probanden.
Kassem liefert im Gegensatz zu Beardsley mehr Praxis Insights und ist deutlich weniger biased.
Siehe auch Thema Supersätze
Siehe seitliche Schulter bei Überkopfdrücken
Und er ist nicht dogmatisch, leitet nicht weirde Empfehlungen oder Dogmen ab.
Da ist der Output eher "hier arbeitet vor allem dieser Muskel, du kannst die verkürzte Position so betonen, die gedehnte Position so"


Und natürlich geht das viel zu sehr ins Detail. Aber genau das macht man nunmal wenn man in einem Gebiet Experte werden will oder ist.
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Re: Sciencethread Training

Netzokhul hat geschrieben: zum Beitrag navigieren13. Feb 2026, 12:44 Ist ja auch etwas, was oft am „Science-Based“-Training kritisiert wird, dass nur noch so fancy Shit gemacht wird.
Für mich ist das nicht mal richtig science-based, weil es alles eher auf theoretischen Mechanismen basiert und weniger auf der Basis realer Daten des Muskelwachstums von getesteten Probanden.
Ja, da stimme ich zu
Eigentlich müssten die sich "theory based" nennen
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Re: Sciencethread Training

Der Fitness-Professor sieht wohl mehr das Volumen als die Frequenz als best Option?
Aber ich habe das Gefühl, er will sich auch nicht festlegen?

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