https://www.berliner-zeitung.de/wirtsch ... le_default
Neue EU-Daten zeigen einen drastischen Importanstieg ukrainischer Eier. Produziert wird nach Standards, die in der EU nicht mehr gelten. Wie ist das möglich?
Jetzt machen neue EU-Daten deutlich, wie stark sich diese Sonderregeln auswirken: Von Januar bis November 2025 exportierte die Ukraine laut Eurostat mehr als 85.000 Tonnen Schaleneier im Wert von rund 148 Millionen Euro in die EU. 2022 waren es noch rund 13.000 Tonnen für etwa 18 Millionen Euro. Das entspricht einem mengenmäßigen Anstieg um rund 550 Prozent und einem Wertzuwachs von gut 720 Prozent
Frische Schaleneier im Supermarkt stammen weiterhin aus Deutschland oder den Niederlanden und sind entsprechend gekennzeichnet. Ukrainische Eier landen hingegen in Produkten, bei denen keine Herkunftsangabe nötig ist: Nudeln, Backwaren, Snacks, Desserts, Mayonnaise oder in der Gastronomie
Davon profitieren vor allem große Agrarkonzerne mit Produktionsstandorten in der Ukraine. Kaum ein Agrarsektor der Ukraine wächst so rasant wie die Geflügel- und Eierproduktion. Und kaum ein Unternehmen steht dabei so im Mittelpunkt wie der Konzern MHP. Der Gigant betreibt Geflügel- und Eieranlagen von einer Größe, wie sie in der EU praktisch nicht existieren. Inklusive Käfighaltung im großen Stil.
Der ukrainische Oligarch und Milliardär Jurij Kossjuk ist Hauptaktionär von MHP, die Angaben über seine Beteiligung schwanken zwischen 50 und 65 Prozent. Die restlichen Aktien befinden sich im Streubesitz auf dem Hauptmarkt der Londoner Börse. Kossjuk zählt zudem zum engen Beraterstab von Präsident Wolodymyr Selenskyj.
Top
Während EU-Betriebe 2012 aus der Käfighaltung aussteigen mussten und hohe Kosten für Stallumbauten und mehr Tierwohl trugen, produzieren Unternehmen wie MHP und Ovostar in der Ukraine weiterhin mit Systemen, die in der EU verboten sind. Seit 2023 gilt in Deutschland sogar ein Verbot der Kleingruppenhaltung, einer Käfigform, die EU-weit noch erlaubt ist.
Scharfe Kritik kommt vom flämischen Geflügelverband Landsbond Pluimvee. Nach dessen Einschätzung könnten ukrainische Eier trotz neuer EU-Vorgaben als Bio-Produkte im Regal landen. Grund sei ein Schlupfloch bei der Kennzeichnung
Die EU wieder mit top Arbeit
