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Boris Palmer lehnt Rampe für Sportlerin im Rollstuhl ab
Tübingen – Eine erfolgreiche Parasportlerin soll geehrt werden – doch auf die Bühne kommt sie nicht. In Tübingen verweigert Oberbürgermeister Boris Palmer (53, parteilos) einer Tischtennisspielerin im Rollstuhl eine Rampe für die Sportlerehrung der Stadt Ende Juni. Begründung: zu teuer, zu aufwendig, zu viele Plätze würden verloren gehen.
Tischtennisspielerin Cary Hailfinger braucht die Rampe, um mit ihrem Rollstuhl auf die Bühne zu gelangen. Auf Facebook machte die Sportlerin ihrem Ärger Luft. „Mal wieder kommt die Ausrede der Kosten statt Inklusion. Bin ich also als Parasportler mal wieder weniger wert?“
Die Antwort von Boris Palmer folgte prompt – ebenfalls bei Facebook: 1200 Euro für den Auf- und Abbau einer Rampe kämen für ihn nicht infrage. Deutschland und seinen Kommunen gehe das Geld aus, deshalb sei Pragmatismus gefragt. Er bot an, die Sportlerin unten vor der Bühne zu ehren. Auch eine Spende in Höhe von 600 Euro sei denkbar, an einen Verein ihrer Wahl, der sich für Rollstuhlfahrer einsetzt. Das wäre aus seiner Sicht sinnvoller, als „1200 Euro für eine Minute auszugeben, nur damit eine Person auf der Bühne steht“, so Palmer im Südwestrundfunk (SWR). Nach Angaben der Stadt würde die 15 Meter lange Rampe rund 40 Sitzplätze in der Halle kosten. „Häufig werden solche Diskussionen nicht geführt, weil man Angst hat, als behindertenfeindlich gebrandmarkt zu werden“, sagt Palmer. Er verstehe „diesen Fetischismus nicht, dass alles exakt gleichgemacht werden muss, sonst ist man diskriminiert und ausgegrenzt.“
Palmer, der Unmensch. Jetzt auch noch behindertenfeindlich
Schade, dass so wenige Politiker den Mut haben, einfach mal gegen den Strom zu schwimmen.