«Hormuz wird zum dauerhaften Zankapfel zwischen dem atlantischen und dem eurasischen Block»
Der israelische Historiker Guy Laron glaubt, dass Donald Trump und Benjamin Netanyahu im Krieg in Iran einen grösseren Plan verfolgen: Das Öl aus dem Golf soll in den Westen strömen. Und die Energie für China teurer werden.
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Viele sehen China aber als Profiteur der Krise. Stimmt das nicht?
Nein, China ist ihr grösster Verlierer. China ist der weltgrösste Verbraucher und Importeur von Energie. Die Chinesen sind daher sehr verletzlich. Trump hat mit seinen Sanktionen gegen Venezuela und Iran gleich zwei Länder getroffen, die zusammen rund ein Fünftel der chinesischen Erdölimporte lieferten — zu stark vergünstigten Preisen.
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Die britische Historikerin Helen Thompson sagte bereits im März, dass die Strasse von Hormuz vielleicht gar nicht mehr aufgehen wird und dass dies möglicherweise das Ziel der Amerikaner ist, weil China am meisten darunter leidet. Was halten Sie von dieser These?
Sie ist plausibel. Ich denke ebenfalls nicht, dass es für die Strasse von Hormuz eine Rückkehr zur «Normalität» gibt. Sie wird zu einem dauerhaften Zankapfel im Machtkampf zwischen dem atlantischen Block und dem eurasischen Block mit Russland und China im Zentrum werden.
Das optimale Ergebnis für Trump wäre die Kontrolle des iranischen Öls wie in Venezuela. Aber es gibt auch einen suboptimalen Plan B, falls er iranisches Öl nicht kontrollieren kann: Eine geschlossene Strasse von Hormuz ist für Trump die zweitbeste Option. Es wäre zwar eine Katastrophe, aber eine noch grössere Katastrophe für China. Die aktuelle Blockade der Strasse von Hormuz durch die amerikanische Marine ist mit dieser Strategie vereinbar.
Der grössere Plan ist folgender: Man wird weitere Pipelines bauen, um die Strasse von Hormuz zu umgehen. Israel hat einen konkreten Plan: Eine neue Pipeline könnte die saudische Pipeline in Yanbu mit Eilat verbinden. Trump unterstützt dies offenbar.
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Das amerikanische Vorgehen in Iran wird von Beobachtern oft als planlos beschrieben. Bei Ihnen klingt das anders.
Die Idee, dass Netanyahu Trump in diesen Krieg hineingezogen habe und Trump zu senil oder zu töricht gewesen sei, um es zu merken — ich denke, das ist falsch. Die geopolitischen Visionen von Trump und Netanyahu kommen in einem Punkt zusammen: den chinesischen Zugang zu diesem Öl blockieren und es nach Europa umleiten. Das würde Chinas Transportkosten drastisch erhöhen.
Ob was dran ist? Keine Ahnung. Aber fand ich ganz interessant. Habe auch schon darüber nachgedacht, dass es eine Aktion ist nach dem Motto: Wenn es euch mehr schadet als uns (USA), ist es gut.
Ist an der Theorie vielleicht doch etwas wahres dran.
Könnte mir vorstellen, dass es von TSCHAINA wirklich nen Anruf gab und die meisten Tanker zu denen dann gefahren wären während der Öffnungsphase.
«Hormuz wird zum dauerhaften Zankapfel zwischen dem atlantischen und dem eurasischen Block»
Der israelische Historiker Guy Laron glaubt, dass Donald Trump und Benjamin Netanyahu im Krieg in Iran einen grösseren Plan verfolgen: Das Öl aus dem Golf soll in den Westen strömen. Und die Energie für China teurer werden.
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Viele sehen China aber als Profiteur der Krise. Stimmt das nicht?
Nein, China ist ihr grösster Verlierer. China ist der weltgrösste Verbraucher und Importeur von Energie. Die Chinesen sind daher sehr verletzlich. Trump hat mit seinen Sanktionen gegen Venezuela und Iran gleich zwei Länder getroffen, die zusammen rund ein Fünftel der chinesischen Erdölimporte lieferten — zu stark vergünstigten Preisen.
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Die britische Historikerin Helen Thompson sagte bereits im März, dass die Strasse von Hormuz vielleicht gar nicht mehr aufgehen wird und dass dies möglicherweise das Ziel der Amerikaner ist, weil China am meisten darunter leidet. Was halten Sie von dieser These?
Sie ist plausibel. Ich denke ebenfalls nicht, dass es für die Strasse von Hormuz eine Rückkehr zur «Normalität» gibt. Sie wird zu einem dauerhaften Zankapfel im Machtkampf zwischen dem atlantischen Block und dem eurasischen Block mit Russland und China im Zentrum werden.
Das optimale Ergebnis für Trump wäre die Kontrolle des iranischen Öls wie in Venezuela. Aber es gibt auch einen suboptimalen Plan B, falls er iranisches Öl nicht kontrollieren kann: Eine geschlossene Strasse von Hormuz ist für Trump die zweitbeste Option. Es wäre zwar eine Katastrophe, aber eine noch grössere Katastrophe für China. Die aktuelle Blockade der Strasse von Hormuz durch die amerikanische Marine ist mit dieser Strategie vereinbar.
Der grössere Plan ist folgender: Man wird weitere Pipelines bauen, um die Strasse von Hormuz zu umgehen. Israel hat einen konkreten Plan: Eine neue Pipeline könnte die saudische Pipeline in Yanbu mit Eilat verbinden. Trump unterstützt dies offenbar.
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Das amerikanische Vorgehen in Iran wird von Beobachtern oft als planlos beschrieben. Bei Ihnen klingt das anders.
Die Idee, dass Netanyahu Trump in diesen Krieg hineingezogen habe und Trump zu senil oder zu töricht gewesen sei, um es zu merken — ich denke, das ist falsch. Die geopolitischen Visionen von Trump und Netanyahu kommen in einem Punkt zusammen: den chinesischen Zugang zu diesem Öl blockieren und es nach Europa umleiten. Das würde Chinas Transportkosten drastisch erhöhen.
Ob was dran ist? Keine Ahnung. Aber fand ich ganz interessant. Habe auch schon darüber nachgedacht, dass es eine Aktion ist nach dem Motto: Wenn es euch mehr schadet als uns (USA), ist es gut.
Ist an der Theorie vielleicht doch etwas wahres dran.
Könnte mir vorstellen, dass es von TSCHAINA wirklich nen Anruf gab und die meisten Tanker zu denen dann gefahren wären während der Öffnungsphase.
Angeblich sind nur Frachtschiffe und ein leeres Kreuzfahrtschiff keine Öltanker durch in der Zeit