Buch Nummer 6Beobachter hat geschrieben: zum Beitrag navigieren1. Jan 2026, 09:10 Das Dämmern der Welt von Werner Herzog (2021; 128 Seiten)
Das schmale Buch wurde 24 Jahre nach diesem Treffen verfasst. In wirklich poetischer Weise schildert Herzog die Momente des Seins. Dagegen steht Onoda, der Krieger, der unablässig auf seine Mission fokussiert ist und dafür mit dem Dschungel eins wird. Ich bin überrascht, mit welchem Feingefühl Herzog Onodas Geschichte erzählen kann. Es gibt das Werk auch als Hörbuch, gelesen von Werner Herzog, mit seiner unverwechselbaren Stimme. Für mich eine Entdeckung.Als Werner Herzog 1997 eine Oper in Tokio inszeniert, lädt ihn der japanische Kaiser zu einer Privataudienz ein. Herzog winkt ab. Er fürchtet einen «leeren Austausch formeller Floskeln». Die Anwesenden erstarren. Ein schrecklicher Fauxpas. Man fragt ihn, wen er sonst treffen wolle, wenn nicht den Kaiser. Ohne zu denken antwortet Herzog: «Onoda. Hiroo Onoda.» Eine Woche später trifft er ihn.
Das Dämmern der Welt von Werner Herzog (Spotify)
Aufgrund der Empfehlung mal gehört und ich fand es gut, aber ehrlich gesagt fand ich es nicht so toll gelesen von Herzog. Sehr monoton, wenig Unterscheidung zwischen den Charakteren und teilweise auch ne seltsame Aussprache (wie "Geschooooß"). Das hat mich ein bisschen getriggert und das Erlebnis ein bisschen kaputt gemacht.
Inhaltlich fand ich es gut, vom militärischen Pflichtgefühl bis hin zur Art und Weise, was wahr und was falsch ist und wie man sich die eigene Realität baut.