@martin1986
In CDU/CSU sind ziemlich unterschiedliche Leute am Start, von ganz schön links bis ordentlich rechts. Der gemeinsame Nenner ist das Streben nach MAcht und gerade bei Merz halte ich das für deutlich ausgeprägter als jede linke, rechte oder sonstige Überzeugung. Von daher bin ich mir sicher: Kommt die Situation, in der Merz die AfD für den eigenen Machterhalt braucht und gibt es die Aussicht, dass ihm die eigene Partei dabei irgendwie folgt, wird er die Brandmauer vergessen (wogegen ich prinzipiell auch nichts hätte).
Die paar versprengten leicht rechten Kommunalpolitiker in Sachsen Anhalt und Sachsen spielen überhaupt keine Rolle, außer dass sie gern als Feigenblatt für nette Schlagzeilen herhalten dürfen (Verpflichtung zu gemeinnütziger Arbeit etc). Im Westen, auf den es ankommt, ist diese Strömung nicht existent. Dort geben die Merkelianer den Ton an und man koaliert mit den Grünen. Wüst, Günther, christlich verbrämter Menschenrechtsuniversalismus a la Polenz.
Die jahrelange Verquickung von der Ablehnung der AfD mit der "Erinnerungskultur", dem zentralen Trauma der Deutschen, macht eine Kooperation völlig undenkbar. Der Karren ist derart festgefahren. Die Allgemeinheit ist konditioniert wie pawlowsche Hunde wenn sie nur den Parteinamen hört. Zudem behördlich festgestellt: Gesichert rechtsextrem! Auch medial. Und man will bekanntlich gemocht werden von den Medien als CDU, weil man doch ach so staatstragend ist und zu den Guten gehört. Da drängt man sich schon auch mal bei Massendemonstrationen gegen rechts auf und wird auf der Bühne ausgebuht, weil man eigentlich mitgemeint ist.
Was schwadronierst du für einen Unsinn? Liest und verstehst du, was Leute hier schreiben oder unterstellst du einfach nur so irgendwas? Du wirst hier keinen Post finden von mir, in dem ich die Migrations- oder Sozialpolitik der Regierung Merz (oder noch wenig der Regierung Merkel) lobe oder die CDU feiere.
Das gebe ich gern zurück. Das war doch eine konkrete Frage. Wann wäre deine Loyalität weg?
Ich habe aufgezählt welche Bereiche aus einem konservativen Blickwinkel schief laufen. Was bleibt dann noch? Meist (Obacht, nicht von dir) wird dann von Konservativen als letzte Kugel darauf rekurriert, "dass sie uns wenigstens nicht an den Putler verscherbeln" und dass wir felsenfest an der Seite der Ukraine, die unsere Infrastruktur wegsprengt, stehen..
Um Gottes Willen. Wir haben genug Parteien, die den "Wertekompass" vor sich hertragen. WIr brauchen mal wieder PArteien, die interessensgeleitet, pragmatisch und unideologisch im Sinne von Wirtschaft, Bürgern und LAnd Politik machen.
Genau, bürgerliche Vernunft ist auch ein Wert. Wo siehst du diese in den letzten 12 Jahren CDU Politik als gegeben an?
„Bleiben wir auf dem Boden trockener, spröder, notfalls langweiliger, bürgerlicher Vernunft und ihrer Tugenden? Oder steigen wir ein in das bunt geschmückte Narrenschiff Utopia, in dem dann ein Grüner und zwei Rote die Rolle der Faschingskommandanten übernehmen würden?“ (FJS)
Selbst die FDP müsste man hier hervorheben in puncto Schuldenbremse. Und sie war die einzige, die schon früh und unpopulärerweise auf die Schieflage im Rentensystem aufmerksam machte. Vernunft und Verantwortung heißt nicht auf Sicht fahren, sondern Mut zu unpopulären Weichenstellungen zu haben wenn sie für die Zukunft des Ganzen wichtig sind. Es geht um das Wohlergehen des Landes und nicht um den temporären Fleischtrog für die eigene Sippe.