Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

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Dimez
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Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Das Lustige ist, ich weiß nicht, wie ich das Thema Börse/Invest oder aktuell evtl. schon "Vermögensverwaltung" persönlich einsortieren soll.

Es hat halt relativ schlagartig eine Dimension angenommen, an der man auch einfach realisiert, dass hier das Vermögen mittlerweile komplett entkoppelt von dem ist, was ich aus eigener Arbeitsleistung und damit verbundener Sparquote generieren kann bzw. jemals erreichen werde. Daraus resultierte auch vor genau 12 Monaten meine Reduzierung der Arbeitszeit von 35h auf 30h (4 Tage Woche in der IGM Bude).

Die Bullphase der letzten Jahre und speziell Monate hat natürlich extrem lucky mit den richtigen Picks dazu beigetragen.

Meine Ausgangsmotivation war dabei immer, für den Tag X, an dem irgendwas mit meiner Mutter ist (wird in zwei Monaten 70 und war Ihr Leben lang alleinerziehende Friseurin), dass ich sagen kann "Mach dir keine Sorgen, alle Probleme finanzieller Natur die auf uns Normalos treffen können, haben keine Relevanz mehr". Aktuell weiß Sie nichtmal , was da im Hintergrund existiert und ich habe schon Zukunftsvisionen, wie ich Ihr das zum richten Zeitpunkt mit der anvisierten Portfoliosumme dann mal eröffne.

Luxusproblem ich weiß, aber wie handhabt Ihr das oder wie würdet Ihr es handhaben, wenn diese große Entkopplung des Vermögens im Verhältnis zum Gehalt eintritt ?
Mir fällt in den letzten Monaten immer mehr auf, wie krass der abnehmende Nutzen aus regulärer Arbeit beim Verhältnis Zeit zu Geld wird und überlege schon, ab welchem Zeitpunkt ich einfach mal den Stecker ziehe und für 1-2 Jahre aussteige und mich einfach anderen Dingen (intensiver Sport betreiben, persönliche Weiterentwicklung et.) widme. Aktuell sehe ich meine Arbeit nurnoch als Routine unter der Woche für Stabilität und in die Rente und Krankenversicherung einzuzahlen.
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Gurkenplatzer
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Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Ich denke du musst dir klar werden, was willst du?
Willst du mehr Freizeit ohne Luxus? Oder willst du Uhren, Lambo, dicke Villa.
Du musst dir klar werden, was Arbeit für dich bedeutet.
Du musst dir klar werden, welchen Stellenwert Familie hat etc
Was ich meine - dein eigenes Wertekonstrukt bestimmt, was du richtigerweise tun solltest.

Und in diesem Konstrukt wird bestimmt, wofür das Geld eben da ist.
Es gibt Menschen die sagen: kommt Bro, 2k netto jeden Monat für immer reichen, Leben ist kurz. Pattaya Strand!
Andere sagen: Bro, Porsche, AP, Stadtvilla muss es sein, dazu 35k Urlaube in Asien.

Beides ist ja legitim und hoffe, dass du bereits einer Lösung näher kommst.


Zum Thema SpaceX und Aktien:
Ich hoffe zum IPO des europäischen Rocketlab Äquivalent reinzukommen. Mein Kumpel hat seine Firma verkauft (ich berichtete vor Jahren) und ist dort eingestiegen - bauen gerade Standort auch in meiner Nähe auf.
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GehHörLos
Lounger
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Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Dimez hat geschrieben: zum Beitrag navigieren21. Mai 2026, 07:56 Das Lustige ist, ich weiß nicht, wie ich das Thema Börse/Invest oder aktuell evtl. schon "Vermögensverwaltung" persönlich einsortieren soll.

Es hat halt relativ schlagartig eine Dimension angenommen, an der man auch einfach realisiert, dass hier das Vermögen mittlerweile komplett entkoppelt von dem ist, was ich aus eigener Arbeitsleistung und damit verbundener Sparquote generieren kann bzw. jemals erreichen werde. Daraus resultierte auch vor genau 12 Monaten meine Reduzierung der Arbeitszeit von 35h auf 30h (4 Tage Woche in der IGM Bude).

Die Bullphase der letzten Jahre und speziell Monate hat natürlich extrem lucky mit den richtigen Picks dazu beigetragen.

Meine Ausgangsmotivation war dabei immer, für den Tag X, an dem irgendwas mit meiner Mutter ist (wird in zwei Monaten 70 und war Ihr Leben lang alleinerziehende Friseurin), dass ich sagen kann "Mach dir keine Sorgen, alle Probleme finanzieller Natur die auf uns Normalos treffen können, haben keine Relevanz mehr". Aktuell weiß Sie nichtmal , was da im Hintergrund existiert und ich habe schon Zukunftsvisionen, wie ich Ihr das zum richten Zeitpunkt mit der anvisierten Portfoliosumme dann mal eröffne.

Luxusproblem ich weiß, aber wie handhabt Ihr das oder wie würdet Ihr es handhaben, wenn diese große Entkopplung des Vermögens im Verhältnis zum Gehalt eintritt ?
Mir fällt in den letzten Monaten immer mehr auf, wie krass der abnehmende Nutzen aus regulärer Arbeit beim Verhältnis Zeit zu Geld wird und überlege schon, ab welchem Zeitpunkt ich einfach mal den Stecker ziehe und für 1-2 Jahre aussteige und mich einfach anderen Dingen (intensiver Sport betreiben, persönliche Weiterentwicklung et.) widme. Aktuell sehe ich meine Arbeit nurnoch als Routine unter der Woche für Stabilität und in die Rente und Krankenversicherung einzuzahlen.
Der grösste Luxus ist es, wenn man arbeitet,
weil man es will und nicht mehr, weil man es braucht.
Wann dieser Status erreicht ist hängt ja SEHR individuell von der Erwartung an Konsum und Leben ab, wie bereits vom Vorposter ausführlich beschrieben.

Meine Motivation war 1:1 die selbe, auch meine Mutter wird 70 und mein Vater ist 70+ und zunehmend krank. Ich habe mir oft als Jugendlicher schon gewünscht eines Tages sagen zu können "mach dir um Geld mal keine Sorgen mehr".
Den Punkt habe ich letztes Jahr erreicht, da mein Depot eine Eigendynamik entwickelt, die mich - insofern keine grossen Katastrophen passieren - selbst mit völlig simplem MSCI World Strategie zwangsläufig zum Privatier lange vor der Rente macht, basierend auf MEINEM Lebenstandard und der Annahme von 7% p.a. Deshalb habe ich mit offenen Karten gespielt und meinen Eltern meine derzeitige Depotsumme verraten. Und erstaunlicherweise, wurde diese von ihnen recht nüchtern zur Kenntnis genommen. :-)

Eigentlich hat sich gar nichts verändert.
Es wird immernoch über die Rentenbezüge geschimpft und über den hohen Spritpreis. Ich habe seit Jahren einen Firmenwagen und kenne auch diese Sorgen nicht mehr.

Vielleicht bin ich mental und vom Lebensstil her auch zu weit entfernt von deren Leben.

Deshalb, mach DEINEN Plan und dann wirst du dich damit sehr glücklich fühlen.
Zuletzt geändert von GehHörLos am 21. Mai 2026, 08:54, insgesamt 1-mal geändert.
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husefak
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Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

Sprenge ungern die Party, aber das hier ist nicht ganz uninteressant.
An den Finanzmärkten existieren momentan zwei verschiedene Welten. Da ist zum einen die Welt der Aktien. Dort herrscht eine aufgeräumte Stimmung, man freut sich über die jüngsten Quartalsabschlüsse der amerikanischen Technologiekonzerne, und die Kurse liegen nahe ihren Rekordwerten. Da ist zum anderen aber auch die Welt der Staatsanleihen. Und dort zeigt sich ein anderes – und ziemlich düsteres – Bild.
http://archive.today/2026.05.20-035101/ ... d.10007612
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Harun
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Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

husefak hat geschrieben: zum Beitrag navigieren21. Mai 2026, 08:53 Sprenge ungern die Party, aber das hier ist nicht ganz uninteressant.
An den Finanzmärkten existieren momentan zwei verschiedene Welten. Da ist zum einen die Welt der Aktien. Dort herrscht eine aufgeräumte Stimmung, man freut sich über die jüngsten Quartalsabschlüsse der amerikanischen Technologiekonzerne, und die Kurse liegen nahe ihren Rekordwerten. Da ist zum anderen aber auch die Welt der Staatsanleihen. Und dort zeigt sich ein anderes – und ziemlich düsteres – Bild.
http://archive.today/2026.05.20-035101/ ... d.10007612
passend dazu empfehle ich auch die aktuelle Folge von Deffner & Zschäpitz:

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GehHörLos
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Re: Börse/Finanzen/Geldanlagenthread

husefak hat geschrieben: zum Beitrag navigieren21. Mai 2026, 08:53 Sprenge ungern die Party, aber das hier ist nicht ganz uninteressant.
An den Finanzmärkten existieren momentan zwei verschiedene Welten. Da ist zum einen die Welt der Aktien. Dort herrscht eine aufgeräumte Stimmung, man freut sich über die jüngsten Quartalsabschlüsse der amerikanischen Technologiekonzerne, und die Kurse liegen nahe ihren Rekordwerten. Da ist zum anderen aber auch die Welt der Staatsanleihen. Und dort zeigt sich ein anderes – und ziemlich düsteres – Bild.
http://archive.today/2026.05.20-035101/ ... d.10007612
Aktien können Euphorie lange tragen, besonders durch KI- und Wachstumsfantasien. Aber wenn sichere Staatsanleihen plötzlich wieder attraktive Renditen liefern, entsteht echte Konkurrenz für riskante Assets. Das heißt nicht automatisch Crash. Historisch entstehen solche Phasen oft gerade in Übergängen großer technologischer Umbrüche. Aber hohe Zinsen wirken mMn wie ein Filter. Visionen allein reichen irgendwann nicht mehr, Kapital will auch belastbare Geschäftsmodelle sehen. Das ist ja das Hauptargument warum die absurden Anstiege von den Tech Werten trotz allem noch recht "gesund" sind, weil die eben brutal Cash machen und in die Bewertung reinwachsen, siehe NVIDIA.
Vielleicht erleben wir aktuell genau diese seltene Mischung aus Zukunftseuphorie und schleichendem Vertrauensverlust in Fiat- und Schuldenstabilität. Und der Anleihemarkt sendet dabei womöglich die wichtigeren Signale als die Aktienindizes selbst.
Danke für den Artikel.
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