Abraxas hat geschrieben: zum Beitrag navigieren20. Feb 2026, 19:01
Die paar versprengten leicht rechten Kommunalpolitiker in Sachsen Anhalt und Sachsen spielen überhaupt keine Rolle, außer dass sie gern als Feigenblatt für nette Schlagzeilen herhalten dürfen (Verpflichtung zu gemeinnütziger Arbeit etc). Im Westen, auf den es ankommt, ist diese Strömung nicht existent. Dort geben die Merkelianer den Ton an und man koaliert mit den Grünen. Wüst, Günther, christlich verbrämter Menschenrechtsuniversalismus a la Polenz.
Die jahrelange Verquickung von der Ablehnung der AfD mit der "Erinnerungskultur", dem zentralen Trauma der Deutschen, macht eine Kooperation völlig undenkbar. Der Karren ist derart festgefahren. Die Allgemeinheit ist konditioniert wie pawlowsche Hunde wenn sie nur den Parteinamen hört. Zudem behördlich festgestellt: Gesichert rechtsextrem! Auch medial. Und man will bekanntlich gemocht werden von den Medien als CDU, weil man doch ach so staatstragend ist und zu den Guten gehört. Da drängt man sich schon auch mal bei Massendemonstrationen gegen rechts auf und wird auf der Bühne ausgebuht, weil man eigentlich mitgemeint ist.
Das stimmt wohl. Ggfs. könnte ein Sieg der AfD in einer Landtagswahl die Dinge langsam ins Rollen bringen. Prinzipiell ist die Situation aber durch die völlig verbohrte und undifferenzierte Ablehnung der AfD schon ziemlich festgefahren, ja.
Was für eine Loyalität denn? Ich war jahrelang FDP-Wähler (1.+2. Stimme). Bei der letzten BT-Wahl habe ich die Erststimme der CDU gegeben, die 2. Stimme wieder der FDP. Hintergrund war a) eine knappe Ausgangslage im Wahlkreis mit einem meiner Meinung nach untragbaren SPD-Kandidaten und b) die Möglichkeit, dass Merz tatsächlich etwas anders macht als Merkel. Dies rührte insbesondere aus der gemeinsamen Abstimmung von Merz mit der AfD. Dass Merz in Zukunft für mich genauso unwählbar ist, wie es Merkel immer war, war dann schon mit der ganzen Schuldenposse klar, noch bevor er im Amt war. Von daher weiß ich nicht, was du hier die ganze Zeit mit "Stange halten", "Loyalität", etc. suggerieren willst.
Abraxas hat geschrieben: zum Beitrag navigieren20. Feb 2026, 19:01Ich habe aufgezählt welche Bereiche aus einem konservativen Blickwinkel schief laufen. Was bleibt dann noch? Meist (Obacht, nicht von dir) wird dann von Konservativen als letzte Kugel darauf rekurriert, "dass sie uns wenigstens nicht an den Putler verscherbeln" und dass wir felsenfest an der Seite der Ukraine, die unsere Infrastruktur wegsprengt, stehen..
Ich halte die CDU nicht wirklich für konservativ. Ich weiß auch gar nicht, ob "konservativ" im Wortsinn, das ist, was wir brauchen. Wichtig für das Land wäre eher eine liberale Wirtschaftspolitik, eine leistungsgerechte Sozialpolitik, eine pragmatische Gesellschaftspolitik und eine interessensgeleitete Außen-, Sicherheits- und Migrationspolitik (zu nahe alledem halte ich die derzeitige CDU für nicht fähig).
Abraxas hat geschrieben: zum Beitrag navigieren20. Feb 2026, 19:01
Um Gottes Willen. Wir haben genug Parteien, die den "Wertekompass" vor sich hertragen. WIr brauchen mal wieder PArteien, die interessensgeleitet, pragmatisch und unideologisch im Sinne von Wirtschaft, Bürgern und LAnd Politik machen.
Genau, bürgerliche Vernunft ist auch ein Wert. Wo siehst du diese in den letzten 12 Jahren CDU Politik als gegeben an?
Nein. "Bürgerliche Vernunft" oder "Pragmatismus" sind eher Entscheidungsprinzipien. Werte hingegen Ziele wie "Freiheit" oder "Gerechtigkeit".
Würde ich diese Prinzipien bei der CDU umgesetzt sehen, würde ich kaum schreiben, dass wir Parteien benötigen, die diese Prinzipien umsetzen.
Abraxas hat geschrieben: zum Beitrag navigieren20. Feb 2026, 19:01Selbst die FDP müsste man hier hervorheben in puncto Schuldenbremse. Und sie war die einzige, die schon früh und unpopulärerweise auf die Schieflage im Rentensystem aufmerksam machte. Vernunft und Verantwortung heißt nicht auf Sicht fahren, sondern Mut zu unpopulären Weichenstellungen zu haben wenn sie für die Zukunft des Ganzen wichtig sind. Es geht um das Wohlergehen des Landes und nicht um den temporären Fleischtrog für die eigene Sippe.
Ich halte die Leistung der FDP in der Ampelkoalition für gar nicht so schlecht. Natürlich kann man sich immer wünschen, dass eine Partei mehr umsetzt, aber immerhin wurden ein paar Grundprinzipien durchgezogen und ein paar rot-grüne Auswüchse verhindert. Die größten Fehler waren die diskutable Entscheidung, überhaupt in diese Koalition einzutreten sowie der Verlust der Kommunikationshoheit über das Ampel-Ende. Dennoch deutlich mehr politisches Rückgrat als CDU/Merz.